Verdoppelung der Verkehrstoten im 1. Halbjahr in der Steiermark!

Niedrigeres Tempo auf Freilandstraßen und im Ortsgebiet, Handy am Steuer ins Vormerksystem…

VCÖ (Wien, 1. Juli 2022) – Nach dem Rekordtief im Vorjahr ist die Zahl der Verkehrstoten heuer in der Steiermark im 1. Halbjahr extrem gestiegen, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ – Mobilität mit Zukunft aufmerksam. 36 Menschen kamen in den ersten sechs Monaten bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, doppelt so viele wie im 1. Halbjahr 2021. Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen. Der VCÖ betont, dass es rasch verstärkte Maßnahmen braucht. Mehr Sicherheit bringen unter anderem Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, mehr Tempo 30 im Ortsgebiet, Discobusse sowie die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem.

Bereits 36 Opfer

36 Todesopfer, das ist die traurige Opferbilanz des Straßenverkehrs in der Steiermark seit Jahresbeginn, wie die vorläufige VCÖ-Unfallbilanz zeigt. Gegenüber dem im 1. Halbjahr 2021 hat sich die Zahl der Verkehrstoten verdoppelt. Auch vor der Covid-19-Pandemie gab es zahlreiche Jahre, als im 1. Halbjahr die Zahl der Todesopfer niedriger war: Im 1. Halbjahr der Jahre 2017 starben 23 Menschen im Straßenverkehr, im 1. Halbjahr 2016 28, im 1. Halbjahr 2013 30, im 1. Halbjahr der Jahre 2011 und 2012 jeweils 31 und im 1. Halbjahr der Jahre 2015 und 2018 jeweils 32, informiert der VCÖ.

Österreichweiter Anstieg

Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen, nämlich um 22 Prozent auf 184. „Die hohe Anzahl an Todesopfern ist Mahnung an die Politik verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen. Wenn Bund, Bundesländer sowie Städte und Gemeinden zusätzliche Maßnahmen setzen, retten sie damit zahlreiche Menschenleben“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Ein zentraler Faktor in der Verkehrssicherheit ist Aufmerksamkeit. Nach wie vor ist Handy am Steuer ein großes Problem. Im Vorjahr wurden in Österreich über  128.000 Lenkerinnen und Lenker beim verbotenen Telefonieren mit dem Handy von der Exekutive erwischt, in der Steiermark mehr als 18.500. „Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille. Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt, wie die Strafe von nur 50 Euro vermuten lässt“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer fest. So wie in anderen europäischen Staaten sollte Handy am Steuer endlich ins Vormerksystem aufgenommen werden.

Ein weiterer zentraler Faktor für die Sicherheit im Straßenverkehr ist die Geschwindigkeit. „Je höher das Tempo, desto länger der Reaktionsweg und der Bremsweg. Das Risiko eines Unfalls steigt“, erklärt VCÖ-Sprecher Gratzer. Deshalb sind die Geschwindigkeitskontrollen der Exekutive ein wichtiger Beitrag für die Verkehrssicherheit. Darüber hinaus erhöht Tempo 80 statt 100 auf den gefährlichen Freilandstraßen die Sicherheit, ebenso mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet. Vor allem in Wohngebieten sowie im Umfeld von Schulen, Kinderspielplätzen und Freizeiteinrichtungen sollte Verkehrsberuhigung selbstverständlich sein, betont der VCÖ.

Gegenmaßnahmen

Für die Regionen sind gute Bahn- und Busverbindungen eine wichtige sichere Alternative zum Pkw. „Die zahlreichen schweren Unfälle am Wochenende können Gemeinden mit Discobussen oder Anrufsammeltaxis reduzieren“, so VCÖ-Sprecher Gratzer. Weitere wichtige Maßnahme: Sichere Gehwege und Radverbindungen zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ort.

Und auch das eigene Verhalten spielt eine zentrale Rolle. Die Sicherheitstipps des VCÖ: Gleiten statt rasen, aufmerksam und rücksichtsvoll fahren, das Motto „Don’t drink and drive“ ebenso beherzigen wie „Don’t phone and drive“, dort wo es möglich ist, öffentliche Verkehrsmittel statt Pkw oder Motorrad nutzen.

Zahlen der Vorjahre

Verkehrstote des 1. Halbjahres der vorherigen Jahre:

202236 (vorläufige Daten)
202118 (endgültige Daten)
202023 Verkehrstote
201940 Verkehrstote
201832 Verkehrstote
201723 Verkehrstote
201628 Verkehrstote
201532 Verkehrstote
201447 Verkehrstote
201330 Verkehrstote
201231 Verkehrstote
201131 Verkehrstot
201034 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2022


Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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