Punktuell wirksame Eingriffe sind das 
Kennzeichen eines wirksamen Artenschutzes

Gestern Abend wurde bekannt, dass aufgrund des vorliegenden Endberichtes einer Krähenzählung auf Referenzflächen in der Steiermark eine Verlängerung der bestehenden Verordnung, die eine Bejagung der unter Schutz stehenden Vögel ermöglicht, nicht erfolgen soll. Vor dem Hintergrund, dass Krähen als Nahrungsgeneralisten nicht nur den seit Jahren rückläufigen Bestand der Singvögel durch das Rauben der Eier oder Töten der Jungvögel zusätzlich unter Druck bringen können, sondern auch in der Landwirtschaft das ungehinderte Anrichten von Schäden droht, spricht sich die Steirische Landesjägerschaft für einen Naturschutz mit Hausverstand aus..

Der qualvolle Tod eines jungen Lammes, dem Krähen im Bezirk Weiz bei lebendigem Leibe die Augen ausgehackt haben, zeigt auf, dass eine gezielte und punktuelle Bejagung von Krähen, um diese von Flächen fernzuhalten, nicht nur als Hilfestellung für die regionale Landwirtschaft, sondern auch zum Ausgleich zwischen Gewinnern und Verlierern unserer Kulturlandschaft in Zukunft weiterhin notwendig sein wird. Prof. Klaus Hackländer von der Universität für Bodenkultur hat sich vor Jahren schon dafür ausgesprochen, neben Heckenpflanzungen auch die Gewinner in der Kulturlandschaft deutlich zu dezimieren. Auch er vermutet, dass gerade in Gebieten mit gefährdeten Beutetierarten und hohen Krähenvogeldichten (z.B. stadtnah im Umfeld von Mülldeponien) der Einfluss von Nebel- und Rabenkrähen auf Singvögel und Niederwild hoch ist. 

Die Steirischen Jägerinnen und Jäger wirken mit der Schaffung von Überlebensräumen mit Ruhe, Deckung und Nahrung dem Lebensraumverlust entgegen, von diesen allein im südlichen Bereich der Steiermark in einem Ausmaß von über 80.000 Fußballfeldern (!) geschaffenen Biotopen profitieren unter Druck geratene Arten wie der Feldhasen oder auch der Wiedehopf. Gleichzeitig nimmt auf diesem Flächen die Frequenz von generalistischen Beutegreifern zu und verhindern die großflächige Regeneration von den in der Kulturlandschaft selten gewordenen Arten. Von diesen Prädatoren gibt es auch in der Steiermark eine extrem hohe und zunehmende Vielfalt – vom Fuchs, den Marder über einige Zuwanderern bis hin zu den Krähen, das alles macht den Jungtieren das Leben schwer.

Untersuchungen der Deutschen Wildtierstiftung belegen über eine Besendung von Jungküken, dass Bodenbrüter etwa zu einem Drittel ihre Gelege während der Brutzeit verlieren, 2/3 werden nach dem Schlüpfen aufgefressen. „Da müssen wir uns nicht wundern, wenn wir es nicht schaffen, wieder Populationen aufzubauen“, bestätigt Dr. Daniel Hoffmann von der Deutschen Wildtierstiftung. 

In England werden Beutegreifer etwa intensiv reguliert, dafür überleben 70% der Jungtiere diese kritische Zeit und können damit erfolgreich zum Erhalt der Arten beitragen. In der Steiermark entfernen wir uns von dieser Logik anscheinend wieder einen Schritt.   

Zitat Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau:

„Das punktuelle Eingreifen auf Ackerflächen, auf denen Krähen das Saatgut oder die frischen Keimlinge vernichten, die gezielte Vergrämung in der Nähe von Weiden mit den Krähenattacken hilflos ausgelieferten Jungtieren oder das Fernhalten von Biotopen, die wichtige Rückzugsflächen für rückläufige Arten darstellen, ist ein wichtiges Instrument eines Naturschutzes mit Hausverstand.“

Die Steirische Landesjägerschaft

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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