Offener Brief von Wolfhart Hofer zum Einspruch zur geplanten Gondelbahn am Loser

Anmerkung: Wolfhart Hofer war langjähriger Geschäftsführer der Loser Bergbahnen
„Oh Herr die Not ist groß, die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los!“
Obwohl Herr Seiser von NETT wie Herr Dämon vom Dialog erklärt haben, dass sie den Bescheid der Landesregierung, keine UVP vorzuschreiben, akzeptieren werden, tauchen plötzlich wenige Tage vor Ende der Einspruchsfrist zwei Umweltorganisationen auf, die einen Einspruch gegen den Bescheid der Landesregierung eingebracht haben, vertreten durch RA Wolfgang List, der bekanntlich von NETT ins Spiel gebracht wurde.
Sollten Herr Seiser sowie Herr Dämon ihre Äußerung, den Bescheid der Landesregierung akzeptieren zu wollen bestätigen, fordere ich beide Herren auf, die, durch sie aktiv gewordenen Umweltorganisationen aufzufordern, ihre Einsprüche zurück zu nehmen, um nicht in den Verdacht eines bloßen Lippenbekenntnisses zu kommen!
Denn beiden Herren muß wohl klar sein, dass mit ihrer Verzögerungstaktik die touristische und wirtschaftliche Entwicklung der Region Ausseerland und des touristischen Leitbetriebes Loser, empfindlich gestört wird.
Ich erinnere daran, dass Herr Seiser in der „Kleinen“ am 27. März erklärt hat, dass er nicht nur am Loser sondern auch am Galsterberg „lästig“ sein wolle. Man beachte: Man wolle „lästig sein“ anstatt sachliche Argumente vorzubringen! Am 27. April erklärt Herr Seiser dann plötzlich, dass NETT sich am Galsterberg nicht einbringen werde, denn dieser gehöre zu 50 Prozent dem Land und außerdem seien Profis am Werk. Auch da sehe ich keine sachlichen Argumente!
Ich möchte daran erinnern, dass ich vor genau 51 Jahren zum Geschäftsführer der Loserstraßen GmbH u. Co KG bestellt wurde und seit dieser Zeit als Diplomingenieur der Forstwirtschaft (ich habe vor drei Jahren das goldene Ingenieurs Diplom bekommen) mit den Schwerpunkt-Fächern Straßenbau und Seilbahntechnik, Wildbauch- und Lawinenverbauung in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen im in der Seilbahnbranche und der Steiermärkischen Landesholding gewissenhaft gearbeitet habe. Ich war auch Mitglied im Werbeausschuss der Österreichischen Seilbahnen.
Ich brauche mir von einem Herrn Seiser nicht vorwerfen zu lassen, nicht profimäßig gearbeitet zu haben. Ich habe bei allen Investitionen am Loser die vorgeschriebenen behördlichen Instanzen durchgemacht und positiv erledigt, ich habe umweltfreundlich vom Loser Bergrestaurant inklusive der Loserhütte, den Liftstationen und den Hütten auf der Augstalm einen Abwasserkanal bis ins Tal verlegt und gleichzeitig die Elektrifizierung am Loser (auch der Augstalm Hütten!) mit einem Erdkabel durchgeführt. Umso verwunderter bin ich vom Einspruch der Gruppe Lelog, bzw. deren Obfrau Brigitte Etzelsdorfer, die sich plötzlich an Ihre Kindheit und die schöne Natur am Loser erinnert, die sie mit diesem Einspruch nun erhalten möchte. Da sei doch die Frage erlaubt, wieso sie sich erst jetzt nach 50 Jahren wieder an den Loser erinnert? (Zur Info: Lelog heißt „Lebensraum Logisch – Umweltschutz für die Region Bisamberg, Langenzersdorf und Korneuburg“…)
Zum Abschluss möchte ich nochmals festhalten, dass es sich bei der geplanten Gondelbahn um eine Ersatzinvestition handelt und weder nach Landesrecht (wie richtig entschieden wurde, und nicht rechtswidrig, wie Frau Etzelsdorfer behauptet) noch nach EU Recht eine UVP erforderlich ist!
Auszug aus dem EU Recht, Art. 2 Abs1, der besagt:
„Dass Projekte, bei denen insbesondere aufgrund ihrer Größe oder ihres Standortes mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen ist, vor Erteilung der Genehmigung einer Prüfung in Bezug auf ihre Auswirkungen unterzogen werden muss“.
Bei diesem Art. 2 Abs. 1, handelt es sich eindeutig um „neue Projekte“ und nicht um „Ersatzinvestitionen“, denn für die geplante Gondelbahn wird die vorhandene 20 Jahre alte Sechser Sesselbahn Loser I abgetragen sowie die 40 Jahre alte Doppelsesselbahn Loser II, und ist die geplante Gondelbahn daher weder ein neuer Standort noch gibt es daher neue erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt, da die Lift-Trasse und Pisten bereits verhandelt und genehmigt wurden und seit 40 Jahren zur vollsten Zufriedenheit der Gäste betrieben werden!

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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