Erstaunliche Artenvielfalt im Natur- und Geopark steirische Eisenwurzen

Im Zuge eines Forschungsprojektes des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen wurden entlang der Salza über 330 Tierarten dokumentiert. Darunter befanden sich auch viele gefährdete und streng geschützte Arten.

In den vergangenen zwei Jahren gab es im Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen mit dem Projekt „Artenreiche Eisenwurzen“ einen besonderen Forschungsschwerpunkt. Ein Team aus 14 Wissenschaftler:innen des ÖKOTEAMs – Institut für Tierökologie und Naturraumplanung hat die Tierwelt entlang der Salza von der Gamsbach-Mündung bis Brunn untersucht und dokumentiert. Die Erhebungen spannen einen weiten Bogen quer über viele Tiergruppen. So wurden Amphibien, Reptilien, Vögel und Fledermäuse untersucht, von den Insekten Wanzen, Zikaden, Tagfalter, Heuschrecken, Libellen und Käfer.

Unter den zahlreichen Tierarten fanden sich auch einige sensationelle Nachweise:

Eine Besonderheit in der Region ist der Flussuferläufer eine in der Steiermark und in Österreich stark gefährdete, sehr anspruchsvolle, bodenbrütende Vogelart, die ausschließlich auf großen, strukturreichen und teilweise bewachsenen Sand- und Schotterbänken brütet. Im Jahr 2021 gab es zwei Reviere des Flussuferläufers im untersuchten Abschnitt der Salza.

Bemerkenswert ist auch der Fund des Scharlachroten Plattkäfers (Cucujus cinnaberinus), eine nach der Fauna Flora Habitat-Richtlinie der Europäischen Union besonders geschützte Art, die sich in abgestorbenen Stämmen von Laubbäumen entwickelt, der Käfer wurde 2021 für die Region Gesäuse erstmals in der unteren Palfau und bei der Gamsbach-Mündung entdeckt.

Einige vorgefundenen Arten sind sogar vom Aussterben bedroht, wie der Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus). Er zählt zu den seltensten Heuschreckenarten Österreichs und kommt nur auf Kiesufern und Schotterbänken naturnaher, unverbauter, inneralpiner Flüsse und Bäche vor. Er ist eine Indikatorart intakter Fliesgewässerlebensräume, im Natur- und Geopark Eisenwurzen konnte er mit intensiver Suche noch auf zwei Schotterinseln gefunden werden.

Die Ergebnisse liefern eine solide Grundlage, um im Sinne des Ausgleichs von Landnutzung, Tourismus und Naturvielfalt, die besondere Schönheit des Salzatales langfristig zu erhalten

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Dieser Beitrag ist Teil des Projektes Artenreiche Eisenwurzen und wird unterstützt vom Land Steiermark und der Europäischen Union.

Fotos:

  1. Foto: Ein junger Flussuferläufer bei Fachwerk in der Gemeinde Wildalpen. © Reinhard Thaller
  • Foto: Der Scharlachrote Plattkäfer fällt mit seiner besonderen Färbung auf, lebt an Totholz und wurde erstmalig für die Region nachgewiesen! © Gernot Kunz
  • Foto: Der Kiesbankgrashüpfer ist eine vom Aussterben bedrohte Heuschreckenart. © Lorenz Wido Gunczy

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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