VCÖ: 15 Prozent weniger Spritverbrauch bringt Steirern 160 Millionen Euro Entlastung

Pro Kopf wurden im Vorjahr rund 400 Liter Diesel und Benzin von den steirischen Haushalten getankt, das waren um rund 50 Liter weniger als im Jahr 2000, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Angesichts der Teuerung und der sich verschärfenden Klimakrise sind verstärkte Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs wichtig. Sinkt der Durchschnittsverbrauch der Autos der steirischen Haushalte um nur einen Liter pro 100 Kilometer bringt das in Summe eine Entlastung von rund 160 Millionen Euro pro Jahr, macht der VCÖ aufmerksam.

Rund 500 Millionen Liter Benzin und Diesel flossen im Vorjahr in die Tanks der Pkw der steirischen Haushalte, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Pro Kopf waren das rund 400 Liter, im Jahr 2000 waren es im Schnitt noch 450 Liter pro Kopf, informiert der VCÖ.

„Ein hoher Spritverbrauch befeuert sowohl die Teuerung als auch die Klimakrise. Maßnahmen, die den Spritverbrauch reduzieren, entlasten die Bevölkerung, reduzieren die Mobilitätskosten und helfen zusätzlich, den viel zu hohen CO2-Ausstoß des Verkehrs zu verringern“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Spritsparen zahlt sich aus: Sinkt der Spritverbrauch der Pkw der steirischen Haushalte von derzeit durchschnittlich 6,5 Liter pro 100 Kilometer um nur einen Liter, dann verringern sich allein dadurch für die privaten Haushalte die jährlichen Spritkosten bei aktuellen Preisen in Summe um rund 160 Millionen Euro pro Jahr, verdeutlicht der VCÖ. Zusatznutzen: Es wird damit der CO2-Ausstoß um rund 200.000 Tonnen pro Jahr reduziert. Zusätzlich gibt es Einsparungspotenzial durch Verlagerung von Fahrten auf öffentliche Verkehrsmittel und auch das Fahrrad. Immerhin sind in der Steiermark vier von zehn Autofahrten kürzer als fünf Kilometer. Auch Fahrgemeinschaften reduzieren Fahrten und damit Spritverbrauch und Spritkosten.

Der VCÖ spricht sich für eine Spritsparkampagne aus an der sich alle politischen Ebenen, von der Bundesregierung über die Bundesländer bis hin zu den Städten und Gemeinden und auch Unternehmen beteiligen. „Sie alle können Maßnahmen umsetzen, die es den Menschen erleichtern, den Spritverbrauch zu verringern“, erklärt VCÖ-Expertin Mosshammer.

Die Bundesregierung kann vorrübergehend das Tempolimit auf Autobahnen und Schnellstraßen auf 100 Kilometer pro Stunde reduzieren und auf Freilandstraßen auf 80 km/h. Der VCÖ schlägt vor, dies testweise für ein halbes Jahr umzusetzen und danach die Wirkung zu evaluieren. Die Bundesländer sind für den regionalen Öffentlichen Verkehr zuständig und können dort, wo das Angebot mangelhaft ist, vor allem im Busbereich rasch zusätzliche Verbindungen anbieten. Auch sichere Radwege, insbesondere von Siedlungen in den nächstgelegenen Ort und zum nächstgelegenen Bahnhof, unterstützen die Bevölkerung, kostengünstiger mobil zu sein.

Gemeinden und Städte können durch Verkehrsberuhigung und mehr Platz fürs Gehen und Radfahren helfen, die Spritkosten zu sparen. Unternehmen können mit Öffi-Jobtickets, Jobräder oder anderen Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen, klimaverträglich und günstiger zur Arbeit zu kommen.

Als Einzelperson kann sowohl durch das Mobilitätsverhalten insgesamt als auch beim Autofahren mit einem spritsparenden Fahrstil der Verbrauch und damit die Spritkosten deutlich reduziert werden. Der VCÖ hat dafür Spritspartipps auf seiner Website unter www.vcoe.at zusammengestellt.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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