Servus TV- Energiekrieg gegen Europa: Kohlekraft statt Klimaträume?

Der Krieg in der Ukraine wirkt sich weiterhin massiv auf die Preise vor allem im Energie- und Treibstoffsektor aus. Als Ausweg aus dieser Negativspirale präsentiert die Politik nun ausgerechnet die bislang als Klimakiller geschmähte Kohle, um der Energieknappheit vorzubeugen. Opfern wir für die Unterstützung der Ukraine die Errungenschaften des Klimaschutzes? Darüber diskutiert Michael Fleischhacker u.a. mit der Umweltökonomin Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität Wien.


Ob Gas, Öl oder Sprit: Die Energiepreise klettern als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine in schwindelerregende Höhen. Ein Ende ist nicht in Sicht, denn Russlands Präsident Wladimir Putin dreht Europa nun offenbar das Gas ab. Der russische Energiekonzern Gazprom liefert seit einigen Tagen nur mehr halb so viel Gas wie üblich – eine Hiobsbotschaft für Österreich, das rund 80 Prozent seines Gases aus Russland bezieht. Auch in Deutschland ist die Lage angespannt, die Regierung rechnet mit einer Wirtschaftskrise, die das Ausmaß der Einbrüche durch die Corona-Pandemie bei weitem übertrifft. Als Notfallplan präsentiert die Politik nun ausgerechnet die bislang als Klimakiller geschmähte Kohle und sieht sich dafür mit heftiger Kritik konfrontiert. Opfern wir für die Unterstützung der Ukraine die Errungenschaften des Klimaschutzes? Oder zeigt sich spätestens jetzt, dass die Forderungen der Klimaschützer nicht praxistauglich sind? Können sich tanken und heizen ohnehin bald nur mehr Besserverdiener leisten – und für die Allgemeinheit stehen die Zeichen auf Verzicht und Wohlstandsverlust?

Darüber diskutiert Moderator Michael Fleischhacker mit

  • dem Energieexperten, Autor und früheren Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt, der die stark steigenden Energiepreise als Zeugnis des Scheitern der Energiewende sieht und dafür plädiert, auf technische Innovationen statt moralgetriebene Politik zu setzen,
  • der Umweltökonomin Sigrid Stagl von der Wirtschaftsuniversität Wien, die zu einem schnellen Umstieg auf erneuerbare Energieträger sowie zu Einsparungsmaßnahmen und flächendeckenden Tempolimits rät,
  • dem Kärntner Landwirt und Energiepionier Franz Dorner, der mit Solarpaneelen auf den Dächern seiner Hühnerställe knapp 400 Haushalte mit Strom versorgt und
  • Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die der Politik als Unternehmerin nicht nur Heuchelei vorwirft, sondern auch, die Energiekrise bewusst herbeigeführt zu haben.
© Servus TV / Neumayr / Leo

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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