EINE VISION – Handwerkskunst aus Sardinien trifft Kunsthandwerk aus dem Salzkammergut

Andrea Delogu ist bildender Künstler, filigraner Handwerkskünstler (Gold- und Silberschmied) und Messerschmied aus Sardinien, welcher seinen Lebensmittelpunkt, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Elke Khälß von Deutschland in ihre Heimat Altaussee verlegt hat. Er absolvierte die Kunsthochschule Foiso Fois in Cagliari/Sardinien, seine Lehrmeister waren die legendären Meister des sardischen Filigrans, Bruno Busonera und Galdino Saba. Unter anderem beherrscht er Verarbeitungstechniken, wie man Edelmetalle nach einer tausendjährigen Tradition von Hand in authentische Meisterwerke herstellt.

Schon vor dem Abitur hat Andrea Delogu bei seinem Vater erste Erfahrungen in der Handwerkskunst und dem Bearbeiten von Materialien wie Holz, Horn und Metallen kennengelernt. Nach dem Abitur lernte er bei seinem Vater die traditionelle sardische Messerschmiedekunst und das richtige Bearbeiten von Holz, Horn sowie von verschiedenen Metallen. Er besuchte drei Jahre die Technikerschule für Industriemechanik, bevor er nach dem Militärdienst während einer Findungsphase seine Liebe zu Kunst in die handwerkliche Richtung wiederfand. Seine Großmutter erkannte sein kunsthandwerkliches Talent und ermöglichte ihm bei dem bekanntesten Goldschmied Sardiniens, Atelier Orafo Bruno Busonera, in Ausbildung zu gehen und für ihn zu arbeiten – natürlich ohne Bezahlung. Somit hatte er seinen ersten Meister, wo er die traditionelle sardische Goldschmiede- sowie Silberschmiedekunst, Feinarbeit von Filigrane und Kleinanfertigungen von Wachsmodellen erlernte. In der gleichen Zeit entschied er sich die Kunsthochschule Foiso Fois in Cagliari zu besuchen, welche er mit dem Diplom in Kunst abschloss.

Nach dem Studium verließ er Busonera und nahm die Möglichkeit wahr, sich in einer privaten Kunst- gießerei für zwei Jahre weiterzubilden, wo er das Modellieren und Gießen von mittelgroßen Bronze- statuen erlernte. Schließlich entschied er sich für die Selbstständigkeit und verfeinerte in dieser Zeit seine Handwerkskunst, baute verschiedene Messer mit neuen Techniken und persönlichem Design sowie filigrane Schmuckstücke in Gold und Silber. Seine Kunden waren vor allem wohlhabende Privat- personen und Goldschmiede. In dieser Zeit bekam er die Möglichkeit, Einzelstücke für den bekannten Goldschmiedemeister Galdino Saba anzufertigen, welcher von seiner Handwerkskunst so beeindruckt war, dass er ihm eine Zusammenarbeit anbot. Somit stand der Weg frei, mit einem der bekanntesten Goldkünstler das Wissen auszutauschen.

Andrea Delogu erlernte vom großen Meister Galdino Saba die Kunst nach tausendjährige Tradition Edelmetalle in authentische Meisterwerke zu verwandeln. Die filigranen Juwelen von Cagliari Sardi- nian werden nach alten Verarbeitungstechniken vollständig von Hand hergestellt. Diese Juwelen sind sowohl materiell als auch technisch die originalgetreue Reproduktion phönizischer, etruskischer, ägyptischer und byzantinischer Objekte aus dem 11. Jahrhundert vor Christus, bis zum 7. Jahrhundert nach Christus.

„Filigran“ ist ein Begriff, der aus dem Lateinischen stammt, und seine Etymologie enthüllt bereits die Essenz: „Filum“, das heißt Faden, und „Granum“, das ist Korn, die Farbe dieser prächtigen goldenen Fäden, die mit Finesse bearbeitet werden und Handwerkskunst schaffen Meisterwerke wie die filig- ranen sardischen Juwelen Cagliari. Es ist eine der raffiniertesten Goldschmiedetechniken, die in der Lage ist, schöne Kunstobjekte aus der Verflechtung sehr dünner Fäden herzustellen.

Andrea Delogu ist, unter anderem dank Meister Galdino Saba, in der Lage mittels der wiederent- deckten antiken Granulationstechnik die große Tradition sardischer filigraner Goldschmiedekunst weiterzupflegen und auf der anderen Seite die antiken Kunst aus Ägypten oder der Phöniziern, der Etruskern oder der Byzantinern bis ins kleinste Detail in Perfektion auszuführen.

Nun möchte Andrea Delogu diese geschichtsträchtige und traditionsreiche Verarbeitungsweise mit der traditionellen Goldschmiedekunst aus dem Salzkammergut zusammenbringen. Seine Vision ist es, sich der Tradition als einen gemeinsamen Ausgangspunkt für ein Fundament zu einem Brückenbau zwischen zwei Kulturen zu bedienen. Dabei gilt es Schnittstellen zu finden, welche beiden Kulturen vereinen, wie von zwei Bäumen deren Wurzeln sich berühren.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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