Land Steiermark setzt Maßnahmen gegen Gewalt an älteren Menschen

Gewaltschutzbeirat: Jede/r fünfte Ältere ist von Gewalt betroffen

Graz, am 17. Juni 2022.- Gewalt gegenüber älteren Menschen tritt in verschiedenen Formen auf und reicht in einer breiten Palette von Diskriminierung im Alltag bis hin zu massiven körperlichen Übergriffen und Gewalttaten. Zugleich wird das Thema aber oftmals tabuisiert oder in der Öffentlichkeit ignoriert. Deshalb will das Land Steiermark diese Problematik offensiv aufgreifen, um das Ausmaß von Gewalt gegen ältere Menschen und ihre Erscheinungsformen besser zu erfassen und Maßnahmen gegen diese Form von Gewalt in die Wege zu leiten.

Das ist das Ergebnis von Beratungen des Gewaltschutzbeirates, in dem Soziallandesrätin Doris Kampus die Problematik als ihr politisches Anliegen gerade am Internationalen Tag gegen Gewalt an älteren Menschen eingebracht hat. Vereinbart wurde mit Manuela Kunst (Penionistenverband Steiermark) und Gregor Hammerl (Steirischer Seniorenbund) im Detail, dass Maßnahmen zum Gewaltschutz älterer Steirerinnen und Steirer erarbeitet und dazu Vertreterinnen und Vertereter der Pensionisten- und Seniorenorganisationen in den nächsten Gewaltschutzbeirat eingeladen werden.

Schutz vor Cyber Crime

Ein Schwerpunkt in der Diskussion des Beirates war Cyber Crime. Generell werden ältere Menschen immer öfter Opfer solcher krimineller Machenschaften. Ganz aktuell warnt die Polizei vor Tätern, die sich als Anrufer von Europol oder Interpol ausgegeben. „Wir von der Polizei sind in einem guten Austausch mit den Seniorenverbänden zu diesem Thema. Ein wichtiger zusätzlicher Ansatz ist es, dass die ‚mittlere′ Generation innerhalb der Familie eine Schutzfunktion für ältere Menschen wahrnimmt und im familiären Gespräch entsprechend warnt“, betont der stellvertretende Landespolizeidirektor Alexander Gaisch

Übereinstimmung besteht unter den Beiratsmitgliedern besteht darin, dass es Sensibilisierungsmaßnahmen und -kampagnen braucht. Das Ziel müsse es sein, die Seniorinnen und Senioren, aber auch ihre Familien mit Informationen zu versorgen. Dazu sind Maßnahmen über Medien, aber auch Kooperationsprojekte mit den Seniorenverbänden geplant.

Soziallandesrätin Doris Kampus: „Wir in der Steiermark nehmen Gewaltschutz in allen Aspekten sehr ernst. Gewalt gegen Ältere wird oft bagatellisiert und heruntergespielt, tatsächlich aber ist laut Studien einer von fünf älteren Menschen davon betroffen. Wir wollen daher auch bei diesem Aspekt hin- und nicht wegschauen und für Abhilfe sorgen. Vor allem Sensibilisieren und Informieren  gemeinsam mit unseren Seniorenverbänden sind wichtige erste Schritte, um gegen Gewalt vorzugehen.“

Landesrätin Juliane Bogner-Strauß: „Gewalt hat keinen Platz in unserer Gesellschaft! Umso wichtiger ist es die verborgenen, oft leisen Formen aufzudecken, besonders jene, die sich gegen eine gewisse Gruppe von Menschen in unserer Gesellschaft richtet: Unsere älteren Mitmenschen.“


Soziallandesrätin Doris Kampus, Manuela Kunst (Pensionistenverband Steiermark), Gregor Hammerl (Steirischer Seniorenbund) und Pflegelandesrätin Juliane Bogner-Strauß stehend am Gang des Landeshauses.
© Land Steiermark/Binder

Fest steht, dass alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen von Gewalt betroffen sein können. Gewalt gegen ältere Menschen nimmt dabei allerdings viele verschiedene Abstufungen und Formen an. Besonderes Augenmerk wird daher bei im  Gewaltschutzbeirat und bei allen Maßnahmen vor allem auf den vielfältigen Bereich von Diskriminierungen aus Altersgründen zu richten sein, von denen gerade Seniorinnen und Senioren zunehmend erfasst werden, weil zum Beispiel Kredite, Mobilfunkverträge oder Kfz-Versicherungen gerade unter Hinweis auf das Alter verweigert werden.

Auch Isolation und emotionale Abhängigkeit sind weitere Faktoren, die ältere Menschen besonders verwundbar machen, genauso wie Gewalt in Betreuungssituationen ein wichtiger Themenbereich bei den Beratungen des Gewaltschutzbeirates sein wird.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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