VCÖ: Umstieg vom Auto auf Bahn und Bus bringt für steirische Haushalte stärkste Entlastung

Rund 2.500 Euro pro Jahr sparen Pendlerinnen und Pendler auf der Strecke Bruck an der Mur – Graz, wenn sie statt mit dem Auto mit der Bahn fahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Während die Spritpreise durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine stark gestiegen sind, ist das Fahren mit dem Öffentlichen Verkehr im Vergleich zum Vorjahr durch das Klimaticket billiger geworden. Auch beim Autofahren ist das Sparpotenzial groß: Wenn mit spritsparendem Fahrstil der Durchschnittsverbrauch der steirischen Autoflotte um nur 1 Liter pro 100 Kilometer reduziert wird, sparen sich Steiermarks Haushalte in Summe 160 Millionen Euro pro Jahr und vermeiden 195.000 Tonnen CO2, verdeutlicht die Mobilitätsorganisation VCÖ.

„Noch nie in der Geschichte der zweiten Republik hat sich der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr finanziell so sehr ausgezahlt wie heute“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger aufmerksam. Während die Spritpreise stark gestiegen sind, ist der Öffentliche Verkehr durch das Klimaticket billiger geworden. Das Klimaticket Steiermark, mit dem im ganzen Bundesland ein Jahr lang alle öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können, kostet nur 588 Euro. Beim durchschnittlichen Verbrauch der steirischen Autos und aktuellen Spritpreisen, kommt man mit Treibstoff um 588 Euro lediglich 4.450 Kilometer weit, verdeutlicht der VCÖ.

Für Pendlerinnen und Pendler bringt der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr eine sehr große finanzielle Entlastung, nicht nur auf der Strecke Bruck an der Mur – Graz. Wer zwischen Mürzzuschlag und Kapfenberg pendelt, spart sich beim Umstieg vom Auto auf die Bahn mit dem Klimaticket rund 1.700 Euro pro Jahr, auf der Strecke Leibnitz – Graz sind es rund 1.680 Euro pro Jahr, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Die Bereitschaft zum Umstieg vom Auto auf die Bahn war in der Steiermark auch schon vor der Teuerungswelle groß. Beim letztjährigen VCÖ-Bahntest sagten 51 Prozent der steirischen Fahrgäste, dass sie Strecken, die sie früher mit dem Auto zurückgelegt haben nun mit der Bahn fahren.

Wer im Wohnort keine häufig frequentierte Bahn- oder Bus-Haltestelle hat, spart sich viel Geld, wenn nur die Strecke bis zum nächsten Bahnhof mit häufigen Verbindungen gefahren wird. Die Zahl der Park & Ride Parkplätze wurde in den vergangenen Jahren in der Steiermark stark erhöht. „Wichtig ist zudem, dass die Bahnhöfe gut mit dem Fahrrad erreichbar gemacht werden. Viele Autofahrer sind auch Radfahrer und können sich einiges an Geld sparen, wenn sie mit dem Fahrrad statt dem Auto zum nächsten Bahnhof fahren können“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.  

Aber auch wer keine Alternative zum Auto hat, kann durch spritsparenden Fahrstil die Kosten deutlich reduzieren, macht der VCÖ aufmerksam. Spritfahrend fahren heißt gleiten statt rasen, vorausschauend und damit gleichmäßig fahren statt Stop & Go sowie rasch in den nächsthöheren Gang schalten und damit niedrigtourig fahren. Wenn der Durchschnittsverbrauch der steirischen Autos um nur 1 Liter pro 100 Kilometer gesenkt wird, ersparen sich Steiermarks Haushalte bei aktuellen Spritpreisen rund 160 Millionen Euro pro Jahr, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ.

„Zusätzlich werden dadurch rund 195.000 Tonnen CO2 vermieden, was ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz ist. Die Reduktion des Spritverbrauchs hilft uns sowohl im Kampf gegen die Teuerung als auch gegen die sich verschärfende Klimakrise“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest. Deshalb ist die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsverbindungen und der Ausbau der Rad-Infrastruktur essentiell. Sowohl bei der Rad-Infrastruktur als auch bei den rechtlichen Rahmenbedingungen für den Radverkehr hat Österreich großen Aufholbedarf. Die heute im Ministerrat beschlossene StVO-Novelle führt dazu, dass zumindest ein Teil der Maßnahmen, die in anderen Staaten bereits seit etlichen Jahren gang und gäbe sind, endlich auch in Österreich eingeführt werden, so der VCÖ.

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Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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