NEHAMMER REIST NACH TALLINN

Beim gestrigen (10.6.) Besuch von Bundeskanzler Nehammer in Tallinn standen neben den bilateralen Beziehungen beider Länder erneut der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen Folgen für Europa und die gesamte Welt im Fokus. Der Bundeskanzler zeigte sich in einem Statement nach seinem Treffen mit Ministerpräsidentin Kaja Kallas vor allem betroffen über das menschliche Leid des Krieges, der bereits Tausenden Menschen das Leben gekostet und über 7 Millionen Menschen zur Flucht aus der eigenen Heimat gezwungen hat. Priorität müsse jetzt ein Waffenstillstand in der Ukraine, sowie die Schaffung von humanitären und „grünen“ Korridoren sein, um die globale Ernährungssicherheit sicherzustellen. In Bezug auf einen möglichen EU-Kandidatenstatus für die Ukraine plädierte Bundeskanzler Nehammer erneut für einen Europäischen Vorbereitungsraum für die Ukraine als Zwischenschritt zwischen Zusammenarbeit und EU-Vollbeitritt.

Bundeskanzler Nehammer: „Ich danke Ministerpräsidentin Kallas für den produktiven Austausch. Estland und Österreich verbinden mehr als 100 Jahre diplomatischer Beziehungen und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen. Österreich kann gerade beim Thema Digitalisierung viel von Estland lernen und wir werden daher die Zusammenarbeit in diesem Bereich in Zukunft verstärken.

Seit Monaten wird das alles jedoch vom russischen Angriffskrieg auf die Ukraine überschattet. Dieser Krieg hat unfassbares Leid ausgelöst, bereits Tausenden Menschen das Leben gekostet und über 7 Millionen Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen. Wir stehen klar auf der Seite der Menschen in der Ukraine. Jetzt geht es darum, weiterhin Einigkeit in der EU zu bewahren. Denn uns alle eint das gleiche Ziel: All unsere Anstrengungen gelten in erster Linie dem Ende des Angriffskrieges. Priorität hat jetzt außerdem die Schaffung von grünen Korridoren, um das geerntete Korn, Weizen, Mais und Ölsaaten in Millionen Tonnen aus der Ukraine herauszubringen und die Welt damit zu ernähren.

In Bezug auf einen möglichen EU-Beitritt der Ukraine sollten wir vor allem über einen Europäischen Vorbereitungsraum sprechen. Dieser stärkt die Zusammenarbeit mit der EU und erlaubt es der Ukraine, sich schrittweise den europäischen Standards anzunähern.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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