VCÖ: Steiermark gut unterwegs am Weg zum Verbrenner-Ausstieg – Anteil neuer E-Pkw in letzten zwei Jahren vervierfacht

Der gestern vom EU-Parlament beschlossene Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen bis zum Jahr 2035 ist die Voraussetzung dafür, dass die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs im nötigen Ausmaß reduziert werden, betont der VCÖ. Die Steiermark ist bei der E-Mobilität gut auf dem Weg. Im Vorjahr waren bereits fast 14 Prozent der neuzugelassenen Pkw Elektroautos, das waren viermal so viele wie im Jahr 2019. Neben der Energiewende im Kfz-Verkehr ist auch eine verstärkte Verlagerung von Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad wichtig, um die Klimaziele zu erreichen.

„Der massive Erdölverbrauch des Verkehrs befeuert die Teuerung, führt dazu, dass jedes Jahr für Erdölimporte aus Österreich viele Milliarden Euro an despotische Regime fließen und heizt die Erderhitzung weiter an. Je früher der Ausstieg aus Diesel und Benzin gelingt, umso besser für Bevölkerung, Umwelt und Wirtschaft“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer zum gestrigen Beschluss des EU-Parlaments fest.

Die Steiermark kann den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bei Pkw bereits früher erreichen. Mit fast 14 Prozent war der Anteil der Neuwagen, die zu 100 Prozent mit Strom fahren, im Vorjahr mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2020, viermal so hoch wie im Jahr 2019 und sogar siebenmal so hoch wie im Jahr 2017, informiert der VCÖ. Da immer mehr Hersteller mehr Elektroauto-Modelle auf den Markt bringen, wird der Anteil in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

„Wie schnell es gehen kann, zeigt die Entwicklung in Norwegen: Dort war der Anteil der E-Pkw im Jahr 2014 bei knapp über zehn Prozent und im Vorjahr waren bereits über 60 Prozent der Neuwagen „Stromer“. Und das, obwohl die Auswahl an Elektroautos noch deutlich geringer war, als sie in Zukunft sein wird“, macht VCÖ-Expertin Mosshammer aufmerksam. Der steirische Spitzenreiter, die Südoststeiermark, erreichte im Vorjahr bereits einen Elektro-Auto-Anteil von knapp über 20 Prozent.

Der VCÖ weist darauf hin, dass zudem zahlreiche Autohersteller bereits früher aus dem Verbrennungsmotor aussteigen werden als die EU beschlossen hat: Fiat, Ford, Jaguar, Opel und Volvo werden bereits vor beziehungsweise im Jahr 2030, keine Verbrenner-Autos mehr auf den Markt bringen. Das Angebot bestimmt die Nachfrage. Es ist aus Sicht des VCÖ positiv, dass die EU bei den Herstellern ansetzt und nicht die Verantwortung auf die einzelnen Konsumentinnen und Konsumenten abschiebt.

„Statt von Ölscheichs oder Despoten wie Putin abhängig zu sein, kann die Steiermark mit Sonne und Wind die Energie fürs Autofahren selber herstellen. Unabhängigkeit von Erdöl ist goldeswert“, betont VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Zusätzlich zur Energiewende im Kfz-Bereich ist auch die Verlagerung von Autofahren auf öffentliche Verkehrsmittel und bei kürzeren Strecken auf das Fahrrad und zu Fuß gehen wichtig, um eine Zunahme von Klimaschäden zu vermeiden. „Derzeit wird im Verkehrsbereich viel Energie verschwendet. Wir brauchen einen sparsameren Umgang. Wer kurze Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegt, spart sich viel Geld und kommt so auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung“, erinnert VCÖ-Expertin Mosshammer. Der forcierte Ausbau der Radinfrastruktur ist daher sehr wichtig.

In der Gesamtbilanz inklusive Fahrzeug- und Batterieherstellung sind in Österreich die CO2-Emissionen von E-Pkw im Schnitt um 59 Prozent niedriger als von Benzin- und Diesel-Pkw, wie Daten des Umweltbundesamt zeigen. Wird Ökostrom getankt, sind die Emissionen sogar um rund 77 Prozent niedriger.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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