27. Österreichische Jägertagung in der Puttererseehalle

30. – 31. Mai 2022, Puttererseehalle Aigen i.E. 

Die mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannte Jägertagung, widmete sich auch heuer einem Thema, welches bezogen auf die Fragestellungen „zeitlos aktuell“ ist: „Wild und Lebensraum – ein Blick in die Zukunft“. 

Unsere Zeit durchläuft derzeit einen Wandel, der durch unterschiedliche Krisen geprägt ist. Univ.Prof. Dipl.-Biol. Dr. Klaus Hackländer (Universität für Bodenkultur Wien) beschrieb in seiner Abschlussrede diese Krisen aufgrund der raschen Dynamik als enorme Herausforderung. Nicht nur das Klima, die Biodiversität und die Wirtschaft verändern sich, auch die Jagd und Gesellschaft unterliegen einem Umbruch. Wir haben Megatrends, die Stadtflucht, die Migration, eine zunehmende Urbanisiserung und die Naturentfremdung. Und das Schwierigste und das wurde im Rahmen der Jägertagung deutlich, ist, dass das Tempo dieses Wandels sehr stark zunimmt.

Die Vorträge am ersten Tag beschäftigten sich genau mit diesem Wandel, nahmen Bezug auf Verhaltensänderungen bei Wildtieren, auf die Agrarwirtschaft und das Waldbild – jetzt und in Zukunft. 

Besondere Herausforderungen wurden diskutiert – Jägerinnen und Jäger müssen permanent Aufmerksamkeit zeigen, sich an die neuen Schwierigkeiten anpassen. Entwicklungen, die passieren, müssen aufgenommen und kommuniziert werden – und das im Rahmen der jagdlichen Gemeinschaft und darüber hinaus. Wichtig ist, dass darüber geredet wird – nur dadurch lernt man. Kooperation als Basis – das hat auch diese Jägertagung gezeigt – länderübergreifende Vernetzung beziehungsweise wie auch Josef Zandl (Pinzgauer Jägerschaft, Plattform Hegeschauen) es gesagt hat: „Tue Gutes und rede darüber“.  

Reden bedeutet aber, auch mit denjenigen zu kommunizieren, mit denen es nicht immer einfach ist zu reden. Der Präsident von Jagd Österreich Josef Pröll hat das eindrucksvoll bei seinem Eingangsstatement gesagt: „Die anderen sind nicht immer die Bösen, sondern die anderen sind vielleicht auch eine Chance!“ Und die Jägerschaft ist eben nicht die große Mehrheit in der Gesellschaft.

Ein weiterer Themenblock beschäftigte sich mit den Pandemien, Krankheiten und den Aufgaben, die dadurch von den Jägerinnen und Jägern gelöst werden müssen. 

Einerseits steht das „Jagern“ im Vordergrund, andererseits kommen auf die Jägerinnen und Jäger eine Unmenge an Herausforderungen zu –  verbunden mit Aufgaben, die ursprünglich nicht auf ihrer Wunschliste waren. Sie sind aufgerufen, Krankheiten zu monitoren, den Wald zu retten und Schädlingsbekämpfer zu sein. Das heißt, die Schere zwischen Motivation und Aufgaben wird immer größer, geht immer weiter auseinander. Dr. Klaus Hackländer meinte, dass in diesem Zusammenhang das Antizipieren, Aufnehmen, Kommunizieren und Kooperieren sehr wichtig sind und dazu aber auch entsprechendes Wissen erforderlich ist. 

Die Aufgabe der jagdlichen Landesfachverbände besteht auch in Zukunft darin, in Aus- und Weiterbildung zu investieren. Dies wird immer wichtiger, die JägerInnen müssen auf dem neuesten Stand sein, um Experte im Wildlebensraum, in der Herstellung hochwertiger Lebensmittel oder im Kampf gegen neue Epidemien sein zu können. 

Das Resümee von Dr.  Klaus Hackländer endete mit den Wünschen an die Jägerinnen und Jäger, die Landesfachverbände und alle mit der Jagd Betrauten, die vielen guten Dinge, die passieren und getan werden, zu kommunizieren, um so das Image der Jagd aufrecht zu erhalten. 

Allseits guten Anblick! 

Alle freigegebenen Vorträge können auf der Homepage von Raumberg-Gumpenstein nachgelesen werden; die digitale Aufzeichnung der Vorträge wird in wenigen Tagen zur Verfügung stehen.

Bildkennung: 
HBLFA Raumberg-Gumpenstein – Impressionen Jägertagung 2022

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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