Österreich liefert Rettungs-Einsatzfahrzeuge in die Ukraine

Die humanitäre Situation in der Ukraine hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert und der Bedarf an medizinischer Versorgung für die Zivilbevölkerung ist immens gestiegen. Aufgrund der anhaltenden Kampfhandlungen gestaltet sich der Zugang zu medizinischen Einrichtungen in weiten Teilen des Landes schwierig und die zivile Infrastruktur, darunter zahlreiche Spitäler, ist vielerorts zerstört. Es besteht daher dringender Bedarf an zusätzlichen medizinischen Dienstleistungen. Diese werden zurzeit u.a. vom ukrainischen Roten Kreuz (URCS) im Rahmen eines von der ADA geförderten Projekts und in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Roten Kreuz durch die Bereitstellung mobiler Gesundheitsteams aufgebaut. Zu diesem Zweck werden auch Rettungswägen benötigt. Da die Beschaffung in der Ukraine aufgrund der aktuellen Situation unmöglich ist, ist die Arbeit der mobilen Gesundheitsteams von der Beschaffung entsprechender Fahrzeuge im Ausland abhängig.

Um die humanitäre Lage vor Ort zu verbessern und die ukrainische Bevölkerung bestmöglich zu unterstützen, hat Österreich in den vergangenen Wochen bereits 10.000 Helme, über 9.100 Schutzwesten und fast 200.000 Liter Treibstoff in die Ukraine überstellt. In einer weiteren, gemeinsamen Initiative mit den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, der Stadt Salzburg und den Feuerwehren hat Österreich zudem neun Feuerwehr- Einsatzfahrzeuge in die Ukraine geliefert. Am heutigen 100. Tag seit Kriegsausbruch wurden durch das Zusammenwirken des Österreichischen Roten Kreuzes und seiner Landesverbände weitere acht Rettungsfahrzeuge übergeben, die am Samstag durch freiwillige Einsatzkräfte der Landesverbände an die slowakisch-ukrainische Grenze überstellt werden, von wo aus sie vom Ukrainischen Roten Kreuz in die jeweiligen Zielorte überstellt werden. Diese Initiative leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der ukrainischen Bevölkerung in den vom Krieg betroffenen Regionen und stellt den Zugang zur primären Gesundheitsversorgung sicher. Langfristig soll dadurch die Versorgung der konfliktbetroffenen Bevölkerung durch die mobilen Gesundheitsteams gewährleistet werden.

Bundeskanzler Nehammer: „Wir haben die Bereitstellung dieser Fahrzeuge zugesagt, jetzt erfolgt die Umsetzung und die Überstellung in die Ukraine. Wir helfen auch weiterhin, wo wir können. Österreich hat die Ukraine in den vergangenen Wochen und Monaten des russischen Angriffskriegs sowohl auf finanzieller als auch auf humanitärer Ebene unterstützt. Als militärisch neutrales Land haben wir Hilfe in Form von Schutzausrüstung für zivile Helfer sowie Treibstoff für den zivilen Einsatz geleistet. Wir haben über 74.000 Vertriebene aus Kriegsgebieten unkompliziert und unbürokratisch bei uns aufgenommen. Und wir haben über 80 Mio. Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds für humanitäre Hilfe für die Ukraine und andere besonders vom russischen Angriffskrieg betroffene Staaten zur Verfügung gestellt. Zusätzlich zu diesen Hilfspaketen haben wir – mit Unterstützung der Bundesländer – zusätzlich bereits neun Feuerwehr-Einsatzfahrzeuge in die Ukraine geschickt. Diese Solidarität mit und die Hilfsbereitschaft für die Ukraine sind auch weiterhin ungebrochen. Heute verabschieden wir zusätzlich acht Rettungsfahrzeuge als Unterstützung für die mobilen Gesundheitsteams vor Ort. Sie werden am Samstag nach Chop gebracht und von dort aus vom ukrainischen Rote Kreuz in die jeweiligen Zielorte überstellt werden. Die mobilen Gesundheitsteams sind auf unsere Hilfe angewiesen, da die Beschaffung entsprechender Fahrzeuge in der Ukraine aktuell unmöglich ist. Ich danke dem ÖRK und seinen Landesverbänden für diese Initiative und ihren Beitrag! Damit tragen sie wesentlich zur Verbesserung der humanitären Situation in den konfliktbetroffenen Regionen bei. Es ist aber auch ein Akt der Menschlichkeit und Solidarität in diesen schwierigen Zeiten und diesem abscheulichen Krieg.“

RK-Präsident DDr. Gerald Schöpfer: „Besonders problematisch ist die medizinische Versorgung der Menschen in der Ukraine. In weiten Teilen des Landes ist der Zugang zur primären Gesundheitsversorgung aufgrund der Sicherheitslage und der zerstörten zivilen Infrastruktur schwierig bis unmöglich. Diese Rettungsfahrzeuge aus Österreich helfen mit, die Situation für die Schwächsten vor Ort zu verbessern.“

Botschafter Dr. Vasyl Khymynets: „Heute sind 100 Tage seit dem Beginn des schrecklichen Vernichtungskrieges Russlands gegen die mein Land vergangen. Von der ersten Minute des Kriegs an kämpft das ukrainische Volk an der Spitze mit dem Präsidenten Volodymyr Zelenskyy heldenhaft gegen den russischen Aggressor für die Freiheit des Landes. Viele Teile des Landes, insbesondere um Kyjiw, Chernihiv, Sumy, wurden schon befreit. Im Krieg verteidigt die Ukraine auch die Freiheit und Demokratie Europas. Deswegen ist es wichtig, dass die europäische Gemeinschaft weiterhin auf der Seite der Ukraine steht, denn es gilt: Der Sieg der Ukraine würde auch den Sieg des freien Europa bedeuten. Militärische, wirtschaftliche, humanitäre Hilfe ist weiterhin sehr wichtig, um das Land zu befreien. Die Ukraine schätzt die Unterstützung der Bundesregierung, die sich seit dem Beginn des Krieges auf der Seite des ukrainischen Volkes, auf der Seite der Freiheit positionierte. Der Bundeskanzler war einer der ersten europäischen Leaders, welcher dem Präsidenten der Ukraine Volodymyr Zelenskyy in den ersten Stunden des russischen Überfalls persönlich die Unterstützung seitens Österreich zugesagt hat. Der Bundeskanzler war unter den ersten europäischen Regierungschefs, der Bucha – ein tragisches Symbol der russischen Verbrechen in der Ukraine – besucht hat. Angesichts der vielen schrecklichen Kriegsverbrechen ist es wichtig Russland zur Rechenschaft zu ziehen.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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