VCÖ zum Welttag des Fahrrads: Steirer ersparen sich durchs Radfahren über 40 Millionen Euro an Spritkosten

Über 40 Millionen Euro sparen sich die Steirerinnen und Steirer pro Jahr, weil sie Strecken mit dem Fahrrad statt mit dem Auto fahren. Die Ersparnis kann noch deutlich höher sein, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse anlässlich des morgigen Welttags des Fahrrads zeigt. Viele Autofahrten sind in Radfahrdistanz. Radfahren ist nicht nur kostengünstig, sondern auch klimafreundlich und sehr gesund, erinnert der VCÖ. Wer täglich eine halbe Stunde Rad fährt, reduziert laut Weltgesundheitsorganisation WHO das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen um 50 Prozent. Gemeinden und Städte können mit einer radfahrfreundlichen Verkehrsplanung dazu beitragen, dass die Bevölkerung mehr Wege gesund und kostengünstig mit dem Fahrrad zurücklegen kann. Zudem fordert der VCÖ die rasche Umsetzung der StVO-Novelle auf Bundesebene.

Über 300 Millionen Kilometer pro Jahr werden in der Steiermark für Alltagswege mit dem Fahrrad gefahren. Im Vergleich zum Auto ersparen sich die Steirerinnen und Steirer bei aktuellen Spritpreisen über 40 Millionen Euro pro Jahr und vermeiden über 60.000 Tonnen CO2, macht der VCÖ anlässlich des morgigen Welttags des Fahrrads aufmerksam. „Indem Alltagswege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren werden, leisten die Steirerinnen und Steirer einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest und erinnert an den gesamtgesellschaftlichen Nutzen. „Radfahren ist auch sehr gesund. Wer sich täglich eine halbe Stunde bewegt, reduziert laut Weltgesundheitsorganisation das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 50 Prozent.“

Und die Steiermark hat optimale Voraussetzungen, damit noch mehr Strecken mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren werden, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Drei Viertel aller steirischen Haushalte haben zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad. Zwei Drittel der Bevölkerung nutzen das Fahrrad zumindest gelegentlich als Verkehrsmittel. Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer, sechs von zehn kürzer als zehn Kilometer.

Gemeinden und Städte können durch Verkehrsberuhigung und ein sicheres Netz an Radverbindungen es der Bevölkerung wesentlich erleichtern, mehr Wege mit dem Fahrrad zu fahren. „Die Anzahl von Familien mit Kindern, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist ein guter Indikator für die Qualität der Verkehrsplanung. Sind wenige Familien und Kinder mit dem Fahrrad unterwegs, ist das ein Zeichen, dass die Qualität noch zu verbessern ist“, erklärt VCÖ-Experte Schwendinger. Wichtig ist auch, die Rad-Infrastruktur in den Regionen, beispielsweise zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ortsgebiet, auszubauen und zu verbessern.  

Auf Bundesebene ist es wichtig, die gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Straßenverkehrsordnung so zu gestalten, dass es der Bevölkerung erleichtert wird, Rad zu fahren. Dazu zählt mehr Sicherheit durch einen klar definierten Mindestabstand. Das Öffnen der Einbahnen für den Radverkehr sorgt dafür, dass Umwege für das Radfahren vermieden werden. „Diese Maßnahmen sind in anderen Staaten bereits gang und gäbe und funktionieren dort gut. Umso wichtiger ist, dass diese Maßnahmen jetzt im Rahmen der StVO-Novelle auch in Österreich beschlossen werden“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Die generelle Öffnung der Einbahnen für das Radfahren in beide Richtungen gibt es neben der Schweiz und Frankreich beispielsweise in Belgien bereits seit dem Jahr 2002. Aus Sicht des VCÖ sollte Österreich die belgische Regelung übernehmen, wo Einbahnen ab einer Breite von drei Metern geöffnet sind. In Österreich ist das erst ab einer Breite von vier Metern geplant. Wichtig für die Sicherheit der Radfahrerinnen und Radfahrer ist zudem der Mindestabstand von 1,5 Metern beim Überholen im Ortsgebiet und zwei Metern außerorts. Den Mindestabstand gibt es unter anderem in Spanien, Portugal und Deutschland, informiert der VCÖ.

Und auch der Grünpfeil zum Rechtsabbiegen bei Rot ist praxiserprobt und funktioniert gut, unter anderem in den Niederlanden seit dem Jahr 1991, darüber hinaus auch in der Schweiz, Deutschland, Belgien, Frankreich und Dänemark.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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