Spuren eines Bären in Stainz nachgewiesen

Neben den verstärkten Sichtungen von Wölfen informiert die Steirische Landesjägerschaft jetzt über ein weiteres Großraubtier, welches in Stainz über eindeutige Spuren nachgewiesen werden konnte.

Bei einem Reviergang entdeckten Jäger gestern in einem Maisacker in Stainz auffällige Trittsiegel, die sie sofort an einen Bären denken ließen. Fachkundig wurde ein Fotodokument, mit im Bild sichtbarem Maßstab, angefertigt, um für den Expertinnen und Experten vom Forschungsinstitut für Wildtiere in Wien eine möglichst gute Beurteilungsgrundlage zu liefern.

Die Expertenkette funktionierte perfekt: Bereits am Abend bestätigte Aldin Selimovic vom Forschungsinstitut für Wildtiere in Wien die erste Beurteilung durch die fachkundigen Jäger.

In der Zwischenzeit machten sich die Jäger mit einem weiteren Experten – diesmal auf vier Pfoten – auf die Suche nach weiteren Nachweisen, um vielleicht auch eine DNA-Spur über ein Haarbüschel sichern zu können, was eine nähere Identifizierung von Meister Petz ermöglicht hätte. Dies gelang leider nicht. Die Spuren konnten bis zu einem Bienenstock verfolgt werden: Gusto auf Honig hatte das Großraubtier aber offensichtlich nicht, der Bienenstock blieb unberührt.

Über Bezirksjägermeister Hannes Krinner wurden vorsorglich die Hegemeister informiert, welche die weitere Lage beobachten werden. Selbstverständlich ging die Information auch umgehend an die Landwirte vor Ort, um Attacken auf Schafe und andere Weidetiere möglichst zu verhindern.

Wichtig ist auch die Information der regionalen Bevölkerung.

„Niemand muss sich fürchten.“, beruhigt Aldin Selimovic, der Anfang dieser Woche erst auf steirischem Boden anlässlich der 27. österreichischen Jägertagung in Aigen vor 500 interessierten Jagdexpertinnen und Jagdexperten referierte.

Bei den nachgewiesenen Spuren handelt es laut dem Spezialisten für Großraubtiere um ein Jungtier, vom dem im Vergleich zu einer Bärenmutter wenig Gefahr ausgeht. Aufpassen muss die regionale Bevölkerung aber dennoch, nämlich auf ihr Abfallmanagement. In jedem Fall soll vermieden werden, dass das umherziehende Jungtier durch Speisereste auf den Menschen konditioniert wird. Daher die Bitte an die regionale Bevölkerung, besonders darauf zu achten, dass keine menschlichen Nahrungsreste für den Jungbären zugänglich sind, über die er sich ein Fehlverhalten angewöhnen würde.

Folgende Punkte sind für die Bevölkerung zu beachten:

  • Nicht eigenmächtig auf Spuren- oder Bärensuche gehen,
  • im Falle einer Begegnung ruhig bleiben, nicht flüchten
  • Keine Speisereste im Freien liegen lassen

Zitat Bezirksjägermeister Hannes Krinner:

Die Expertenkette in Gang setzen und die Jägerinnen und Jäger und Landwirtinnen und Landwirte als verantwortliche Naturexperten vor Ort zu informieren sind die ersten Schritte, die ich in einem solchen Fall unternehme. Das Auftreten von Großraubtieren erfordert fachliches Know-How und ist keine Spielwiese für jene, die die echte Natur nur aus der Ferne kennen und uns dann die Welt erklären wollen.“

Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau:

Die Dokumentation über das verstärkte Auftreten von Großraubtieren in unserer Kulturlandschaft ist eine Aufgabe, die von den Jägerinnen und Jägern als fachkundiges und Steiermark weites Netzwerk im Dienste der Wissenschaft selbstverständlich geleistet wird. Die Information der Medien erfolgt von uns nicht, um Spenden zu generieren, sondern um den Naturbesuchern die Möglichkeit zu geben, sich darauf einzustellen, dass sie da draußen nicht nur dem scheuen Reh begegnen.

Zitat Hegemeister vor Ort:

Wir beobachten die Lage vor Ort genau, vielleicht schaffen wir es, DNA-Spuren zu sichern. Unsere Beobachtungen erfolgen natürlich auch für unsere Lebensraumpartner, die Landwirte, damit sie ihre Tiere rechtzeitig in Sicherheit bringen können.“

Für die fachkundige Dokumentation ist ein Größenvergleich besonders wichtig.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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