Ukrainehilfe: Steiermark bietet vielseitige Unterstützung zur Integration

7.572 Menschen aus der Ukraine sind registriert

Graz (1. Juni 2022).- Seit dem Beginn der Kriegshandlungen in der Ukraine Ende Februar und der Eröffnung des Ankunftszentrums in Graz am 16. März sind verschiedenste Organisationen an der Integration von Vertriebenen in der Steiermark involviert. Am heutigen Mittwoch (01.06.2022) waren im Online-Pressegespräch „Lagebild Ukrainehilfe” Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger zu Gast, um über die Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen Auskunft zu geben. Christopher Pieberl (Flüchtlingskoordinator des Landes), Alexandra Köck(Geschäftsführerin Zebra), Sabina Džalto (Österreichischer Integrationsfonds), Bettina Schifko (Abteilungsleiterin Asyl&Integration der Caritas) und Karl-Heinz Snobe (Landesgeschäftsführer Arbeitsmarktservice Steiermark) sind sich einig, dass es nach der erfolgten Erstaufnahme jetzt gemeinsame Kraftanstrengungen zur professionellen Integration braucht.7.572 Vertriebene aus der Ukraine (69 Prozent Frauen, 25 Prozent Kinder unter 14 Jahren) wurden laut Flüchtlingskoordinator Christopher Pieberl bis dato in der Steiermark polizeilich erfasst, 6.734 erfüllten die Voraussetzungen für eine Aufnahme in die Grundversorgung. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist angelaufen, AMS-Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe ortet zur Zeit große Nachfrage von Betrieben an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Arbeitslosenzahl ist mit 25.800 aktuell bemerkenswert niedrig. Mit einem erweiterten Angebot an Sprachkursen soll die gesellschaftliche und soziale Integration insbesondere von Ukrainerinnen und Ukrainer gefördert werden. Von Kriegshandlungen und Vertreibung traumatisiert legt man in der Steiermark – aufgrund der großen Nachfrage – auch großen Wert auf die psychologische Betreuung der Menschen.Karl-Heinz Snobe, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Steiermark: „Die Betreuung von geflüchteten Menschen aus der Ukraine seitens des AMS Steiermark läuft auf Hochtouren: Bei der von uns in der Vorwoche initiierten Jobmesse in Kooperation mit der WKO durften wir uns über einen großen Andrang freuen – mehr als 400 interessierte Ukrainerinnen und Ukrainer nutzten die Chance, mit 25 heimischen Betrieben in Kontakt zu treten und sich über deren offene Stellen zu informieren. Insgesamt haben mehr als 300 Unternehmen mit 500 vakanten Positionen uns gegenüber die Bereitschaft erklärt, Ukrainerinnen und Ukrainer einzustellen. 376 Beschäftigungsbewilligungen wurden bis dato erteilt, 832 geflüchtete Personen sind beim AMS Steiermark vorgemerkt.”Alexandra Köck, Geschäftsführerin Zebra: „Nach der Erstaufnahme hat jetzt die Phase der echten Integration begonnen. Die steigende Nachfrage nach psychologischer Beratung und Psychotherapie können wir dank unserer Erfahrung in der Erstsprache oder mittels Dolmetscherinnen und Dolmetscher in der ganzen Steiermark erfüllen – unser Angebot nehmen Menschen aus allen Altersklassen in Anspruch. Für den Einstieg in den Arbeitsmarkt bieten wir Anerkennungsberatung. Dabei geht es um die Frage, ob eine formale Anerkennung von Ausbildungen notwendig beziehungsweise möglich ist.”Seitens der Caritas unterstreicht Bettina Schifko den veränderten Fokus der Arbeit: „Wir begleiten seit Beginn nicht nur die Ankunft, sondern auch die ersten Schritte zur Integration. So betreuen wir steiermarkweit über die Regionalbetreuung im Auftrag des Landes alle Personen, die in die Grundversorgung aufgenommen worden sind.”Besonders gefordert ist der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF): „Integrationsmaßnahmen sind bereits seit März im Laufen, zu Beginn wurde das Deutschkurs-Angebot auch für Ukrainerinnen und Ukrainer geöffnet. Mittlerweile wurden allein in der Steiermark mehr als 150 zusätzliche Kurse mit über 2.000 Plätzen geschaffen. Zudem organisieren wir regionale Beratungen, mittlerweile wurde auch ein eigenes Buddy-System für die Vertriebenen eingerichtet”, so Sabina Džalto, Leiterin des Integrationszentrums Steiermark. „Seit kurzem gibt es auch einen Fördercall für ehrenamtliche Projekte: Mit diesen Förderungen wollen wir individuelle zivilgesellschaftliche Initiativen unter die Arme greifen. Die ersten Einreichungen sind sehr vielversprechend”, freut sich Džalto.

© Land Steiermark/Robert Binder

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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