WELTBAUERNTAG 1.6. TOTSCHNIG HOLT BÄUERLICHE ENERGIEERZEUGUNG VOR DEN VORHANG

Am 1. Juni wird jährlich der internationale „Weltbauerntag“ gefeiert. Die wichtige Arbeit unserer Bäuerinnen und Bauern bekommt gerade vor dem Hintergrund des Russischen Angriffskrieges in der Ukraine immer mehr Bedeutung. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig bedankt sich und macht darauf aufmerksam, dass es unsere bäuerlichen Familienbetriebe sind, die uns tagtäglich mit Essen, aber auch mit Bioenergie versorgen. In der Steiermark hat sich Landwirtschaftsminister Totschnig gemeinsam mit Landesrat Seitinger persönlich ein Bild von der Bionahwärme-Anlage am Gelände der Landwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf gemacht, die von einer bäuerlichen Genossenschaft betrieben wird.

Bundesminister Norbert Totschnig

„Ob es sich um Lebensmittel oder um Energie handelt – Russlands Krieg in der Ukraine hat das Thema Versorgungssicherheit in den Fokus gerückt. Bei den Grundnahrungsmitteln haben wir bereits einen sehr hohen Eigenversorgungsgrad. Das verdanken wir unseren Bäuerinnen und Bauern, die tagtäglich regionale Produkte bester Qualität unter Einhaltung höchster Standards auf unsere Teller bringen. Bei der Energieversorgung sind wir jedoch auf fossile Energien wie russisches Gas angewiesen. Umso wichtiger ist es, unsere heimische Energieerzeugung auszubauen. Unsere land- und forstwirtschaftlichen Betriebe leisten hier schon jetzt einen wichtigen Beitrag. Anlässlich des Weltbauerntages am 1. Juni möchte ich die bäuerliche Energieerzeugung und das große Potenzial von Bio-Energie vor den Vorhang holen.“

„Zum Weltbauerntag möchte ich mich bei allen Land- und Forstwirten bedanken, die mit innovativen Projekten nachhaltige Bio-Energie erzeugen – mittels Brennholz, Hackschnitzel, Nahwärme oder Biogasanlagen. Vorzeigebeispiele wie die Bionahwärme-Anlage am Gelände der landwirtschaftlichen Fachschule Hafendorf, die von einer bäuerlichen Genossenschaft betrieben wird, zeigen das große Potenzial für Energieerzeugung aus der Region, für die Region.“

„Unser aller Ziel muss sein, die bäuerliche Energieproduktion zu stärken. Denn durch den Ausbau von Bio-Energie schaffen wir regionale Arbeitsplätze, die Wertschöpfung bleibt im Land und wir werden unabhängiger von fossiler Energie. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz hat die Bundesregierung einen wichtigen Schritt gesetzt. Zusätzlich hat mein Ressort den Österreichischen Waldfonds mit einem Volumen von 350 Mio. Euro ins Leben gerufen. Damit unterstützen wir unter anderem Forschungsmaßnahmen wie auch die Forschungsanlage zum Thema Holzgas und Biotreibstoffe.“

Landesrat Seitinger

„Versorgungssicherheit ist das zentrale Thema unserer Zeit und immer mehr Menschen wird bewusst, wie wichtig die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln und Energie ist. In der Steiermark haben wir nicht nur die notwendigen Ressourcen, sondern auch das technische Know-how und das Engagement der Bauernfamilien um der Bevölkerung die größtmögliche Versorgungssicherheit zu bieten.“

„Ich freue mich, dass unser neuer Landwirtschaftsminister mit diesem Besuch in der Steiermark gleich zu Beginn seiner Amtszeit auf die tragende Rolle der Bauernschaft für eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft aufmerksam macht.“

„Insbesondere für die Steiermark mit ihrem hohen Waldanteil, braucht es aber neben dem nationalen Bekenntnis zur Biomasse auch entsprechende Regelungen auf europäischer Ebene. Denn wenn – wie die EU-Kommission vorgestellt hat – 30 Prozent der Waldflächen nicht mehr bewirtschaftet werden dürfen, wäre das eine weitere ernsthafte Bedrohung für unsere nachhaltige Forstwirtschaft.“

Bioenergie – Energie aus der Region für die Region

  • Fossile Energieimporte kosteten Österreich bisher rd. 7,5 Milliarden Euro pro Jahr. In etwa drei Viertel der negativen Außenhandelsbilanz gehen damit auf das Konto von fossiler Energie.
  • Aber Österreich ist im internationalen Spitzenfeld beim Ausbau der erneuerbaren Energien. 2020 lag der Anteil erneuerbarer Energien im österreichischen Energiemix bei rund einem Drittel (EU-Schnitt rd. 20%). 
  • Die Bioenergie spielt dabei eine besonders zentrale Rolle. Bioenergie liefert nahezu die Hälfte (45%) der gesamten Energieerzeugung Österreichs (520 PJ Rohenergie):
  • Die größten Beiträge stammen dabei aus Holzbrennstoffen. Mehr als die Hälfte der österreichischen Haushalte nutzen Holz als Wärmelieferant, sei es mit modernen automatischen Holzheizungen (Pellets, Scheitholz, Hackgut etc.), als Zusatzheizgerät (Kachelofen, Herd oder Schwedenofen) oder über Nah- und Fernwärmeanlagen.
  • Österreich ist ein Wald-Land. Fast die Hälfte unserer Staatsfläche ist mit Wald bedeckt. Es wachsen jährlich rd. 4 Mio. m³ mehr Holz nach als wir nutzen. Holz als nachwachsender Rohstoff hat daher großes Potenzial beim Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung.
  • Das BMLRT hat den Österreichischen Waldfonds gestartet. Mit 350 Mio. Euro ist er das größte Unterstützungspaket, das es für unsere Wälder jemals gab. Darin enthalten sind u.a. Forschungsmaßnahmen sowie Forschungsanlage zum Thema „Holzgas und Biotreibstoffe“. Ziel ist die praktische Erkenntnisgewinnung zur Erzeugung und Anwendung von Holzgas, Holzwasserstoff und Biotreibstoffen. www.waldfonds.at
  • Aber auch flüssige und gasförmige biogene Energieträger tragen wesentlich zur erneuerbaren Energieversorgung bei.
  • Der Bioenergiebereich sichert mit Investitionen und der Energiebereitstellung rund 24.000 Jobs in Österreich
  • Die 155.900 land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Österreich sind nicht nur ein Garant für die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, sondern zugleich auch das Fundament und Zentrum des Bioenergiebereichs. 

Ausbau Erneuerbare Energien bzw. Bioenergie

  • Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) unterstützt den Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich und hilft, die Potentiale im Bereich der Land- und Forstwirtschaft zu heben.
  • Biomasse-Stromerzeugung: Bestandsicherung für Biomasseanlagen mit klarer Nachfolgeregelung bis ins 30. Bestandsjahr für alle Anlagen. Es wurden Ausnahmen vom 60% Brennstoffnutzungsgrad verankert. Damit können Biomasseanlagen durch die Verwendung von Schadholz bzw. der Einhaltung technischer Kriterien weitergeführt werden. Investitionszuschüsse für neuerrichtete Biomasseanlagen bis 50 kW.
  • Biogasanlagen: Nachfolgeförderung Marktprämie für Bestandsanlagen bis ins 30. Bestandsjahr, wenn die Anlage weiter als 10 km vom Gasnetz entfernt ist. Anlagen, die sich innerhalb von 10 km Leitungslänge zum Gasnetz befinden, sollen das „Grüne Gas“ in Zukunft ins Gasnetz einspeisen. Kleine Anlagen innerhalb dieser Grenze können auch bis zum 30. Bestandsjahr weiter verstromen. Für die Umrüstung von Verstromung auf Gaseinspeisung stehen 15 Mio. Euro pro Jahr als Investitionsförderung bereit. Für Neuanlagen wurde eine Investitionsförderung von 25 Mio. Euro jährlich vorgesehen. Die Netzanschlusskosten ans Gasnetz werden bis zu 10 km übernommen. 
  • Mit einem Volumen von 350 Mio. Euro ist der Österreichische Waldfonds das größte Investitionspaket für unsere Wälder, das wir in Österreich je hatten. Damit rüsten wir unsere Wälder für die Zukunft und schaffen auch die Basis für künftige Energiesicherheit. 
  • Die Kompensation russischer Gasimporte kann insbesondere durch Aufbringung von erneuerbaren („grünen“) Gasen im Inland forciert werden. Das Regierungsprogramm sieht ein Ausbauprogramm für „grünes Gas“ vor. Ein wesentlicher Anteil von Erdgas soll in Zukunft durch erneuerbares Methan ersetzt werden. Biomethan aus biogenen Reststoffen, insbesondere aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Abfall/Kompost- und Abwasserwirtschaft, soll direkt in das bestehende Gasleitungssystem eingespeist werden. 

Top 5 Fakten über Österreichs Landwirtschaft

  1. In Österreich gibt es 155.900 land- und forstwirtschaftliche Betriebe.
  2. Mehr als ein Drittel aller heimischen Bauernhöfe wird von Frauen geführt.
  3. Österreich hat in der EU den größten Anteil an Junglandwirten. Mehr als 10% der Bäuerinnen und Bauern in Österreich sind jünger als 35 Jahre.
  4. Ein Bauer bzw. eine Bäuerin ernährt ca. 160 Menschen. Österreichs Landwirtschaft sorgt für einen hohen Eigenversorgungsgrad und Unabhängigkeit von Importen. 
  5. Österreich ist das Bio-Musterland Nummer 1. 26 % der landwirtschaftlichen Fläche werden biologisch bewirtschaftet. 

© BMLRT/Gruber

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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