14. Jahrestagung der Bergsteigerdörfer in Johnsbach im Gesäuse 

Admont (27.05.2022). Vom 20. bis 22. Mai trafen sich in Johnsbach über 100 Vertreterinnen und Vertreter aus den 36 Bergsteigerdörfern zum alljährlichen Austausch. Zum Thema „Naturschutz und Tourismus im Einklang“ diskutierten Personen aus Tourismus, Naturschutz und Politik drei Tage lang. Gleichzeitig konnte das 20-jährige Jubiläum des Nationalparks Gesäuse gefeiert werden. 

Bürgermeister, Gastwirte, Bauern sowie Tourismusvertreter der 36 Bergsteigerdörfer kamen am letzten Wochenende in Johnsbach im Gesäuse zusammen. Nach der Begrüßung durch Liliana Dagostin (Leiterin der Abteilung Raumplanung und Naturschutz, Alpenverein Österreich) wurde die Jahrestagung am Freitagvormittag mit einer Diskussionsrunde eröffnet. Zum Thema „20 Jahre Nationalpark Gesäuse und Protokolle der Alpenkonvention in Österreich“ referierten die Generalsekretärin der Alpenkonvention Alenka Smerkolj, Ministerialrat Ewald Galle aus dem Klimaschutzministerium, die steirische Landesrätin Ursula Lackner sowie Nationalparkdirektor Herbert Wölger. Viele der Sprecher hoben die Wichtigkeit der Bergsteigerdörfer sowie die Bedeutung, Umweltschutz und Tourismus zu vereinen, hervor. „Wir müssen lernen mit der Natur umzugehen. Der Mensch ist Teil der Natur“, bemerkte etwa Landesrätin Lackner. Ministerialrat Galle betonte das Ziel „Umweltverträglichkeit und Tourismus unter einen Hut zu bringen“. 

Am Freitagnachmittag ging es weiter zum Weidendom mit Kurzvorträgen und Diskussionen rund um das Thema: Wie ist naturverträglicher Tourismus in den Alpen möglich? Bestes Beispiel dafür ist der Nationalpark Gesäuse, der 2022 auch sein 20-jähriges Bestehen feiert. Nationalparkdirektor Wölger erklärte in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Gründung des Nationalparks für die Region war und wie bedeutend, ein Bekenntnis zu Schutzgebieten in den Bergsteigerdörfern ist. Das Interesse an den Vorträgen war groß und mit den Teilnehmerinnen sowie Teilnehmern konnten rege Diskussionen geführt werden. In einem festlichen Rahmen wurde der Abend im Gasthaus Kölblwirt ausgeklungen, wo mehreren Personen die „Ehrennadel“ für ihre langjährige Tätigkeit und ihren Einsatz überreicht wurde. 

Der zweite Tag startete mit einem Vortrag zum Thema „Bergsteigen bildet“ von Universitätsprofessorin Helga Peskoller. Sie legte dar, inwiefern Bergsteigen Bildung ist und referierte über die Beziehung des Menschen zur Natur, zu Bergen und dem Bergsteigen. Am Samstagnachmittag folgte eine Rundwanderung durch Johnsbach. Auch am Sonntag konnten bei bestem Wetter mehrere Ausflüge rund ums Bergsteigerdorf unternommen werden. Dass das Programm gut angenommen wurde, zeigte insbesondere die äußerst positive Stimmung sowie der rege Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. 

Die Initiative Bergsteigerdörfer vereint Orte in Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz und Slowenien, die sich nachhaltigem Alpentourismus gemäß den Zielen der Alpenkonvention verpflichtet haben. Das Projekt blickt auf eine über zehnjährige Geschichte zurück und hat sich zu einem internationalen Erfolgsmodell entwickelt. Einmal im Jahr trifft sich das Netzwerk an einem der 36 Orte und tauscht sich zu einem Generalthema aus. 

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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