Biodiversität ist die Grundlage für eine lebenswerte Steiermark

Markt der Artenvielfalt & „Silberdistel“

Graz, am 18.05.2022 – „Die Steiermark lebenswert gestalten – für uns und für künftige Generationen“, das ist der Auftrag, den Landesrätin Ursula Lackner mit ihren Zuständigkeiten Klimaschutz und Naturschutz, aber auch mit den Themen Energie, Raumordnung und Regionalentwicklung übernommen hat. All diese Themen sind eng miteinander verwoben. Wer den Klimawandel bekämpfen will, muss auch Maßnahmen in der Raumordnung, im Naturschutz, im Energiebereich und in der Regionalentwicklung setzen.

Und so dreht Lackner an vielen Schrauben, um das Klima zu schützen:

  • Mit dem Förderprogramm „Sauber Heizen für alle“ bekommen Steirerinnen und Steirer, die ihre Öl- oder Gasheizung gegen eine neue, klimafreundliche Heizung tauschen, bis zu 10.100€ Förderung.  Für die untersten Einkommensschichten werden sogar bis zu 100 Prozent der Tauschkosten übernommen.
  • Das neue Baugesetz macht aus jedem Neubau ein Sonnenkraftwerk und schützt so in weiterer Folge auch wertvolle Freiflächen, da das große Doppelnutzungspotential besser genutzt wird.
  • Das Sachprogramm Wind hat die Steiermark zum Musterland bei der Energiegewinnung aus Windkraftwerken in alpinen Bereichen gemacht. Und mit dem Sachprogramm Erneuerbare Energie, das gerade finalisiert wird, wird das auch bei der Photovoltaik gelingen.

Weil gerade die Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen – also aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft – stellenweise ein Spannungsfeld mit anderen Interessen wie beispielsweise mit dem Naturschutz erzeugt, „gilt es hier eine Balance herzustellen“, betont Lackner. „Man kann nicht auf der einen Seite immer fordern, den Ausbau der Erneuerbaren Energie voranzutreiben, und dann jedes Projekt kritisieren, weil es einen Eingriff in die Natur darstellt. Mit dem Sachprogramm Wind ist uns das bereits gelungen, mit dem Sachprogramm Erneuerbare Energie wird uns das erneut und im größeren Maßstab gelingen: Indem wir Zonen ausweisen, in denen kein Wind- oder Sonnenkraftwerk gebaut werden darf, weil es dort die Natur und die Landschaft zu schützen gilt. Und indem wir zugleich Flächen definieren, wo es sinnvoll ist, Kraftwerke zu bauen, weil sie dort effizient sind und die Eingriffe in die Natur nicht so gravierend sind wie anderswo.“

Darüber hinaus räumt Lackner schon jetzt dem Naturschutz und der Biodiversität einen großen Stellenwert ein. Denn auch sie sind wichtige Faktoren für den Klimaschutz und für eine lebenswerte Steiermark.

  • Ein großer Erfolg ist die Ausweisung des Lassingtals als Wildnisgebiet, die Lackner im vergangenen Jahr erreicht hat. Durch den Zusammenschluss mit dem direkt angrenzenden, ebenso großen Wildnisgebiet Dürrenstein (Niederösterreich) entstand so ein von der UNESCO anerkanntes, europaweit einmaliges, 7000 Hektar umfassendes Schutzgebiet mit dem größten noch vorhandenen Urwald des Alpenbogens.
  • Die Steiermark ist mit dem Unteren Murtal auch Teil des weltweit einzigen 5-Länder-Biosphärenpark, der von der UNESCO anerkannt ist. Damit ist mit 930.000 Hektar Fläche in fünf Ländern eines der global bedeutensten Großschutzgebiete und ein weiterer grenzüberschreitender Biosphärenpark entstanden.
  • Mit der Verordnung von acht neuen Europaschutzgebieten wurden 2020 und 2021 für den Naturschutz bedeutende Landschaften unter Schutz gestellt.
  • In Kooperation mit dem Naturschutzbund und dem Verein Blühen & Summen wurden in den vergangenen zwei Jahren zigtausende Wildblumen in der ganzen Steiermark gepflanzt. Eine wichtige Initiative, die den Naturschutz vor allem in den steirischen Gemeinden verankert. 
  • Mit einer umfangreichen Online-Datenbank samt Ratgeber, Buch und Lehrfilm für Schulen hat die Naturschutzabteilung des Landes Steiermark eine breite Initiative gestartet, um Steirerinnen und Steirer im Kampf gegen gebietsfremde, invasive Arten – sogenannte Neobiota – zu unterstützen.
  • Gemeinsam mit dem Naturschutzbund und der Berg- und Naturwacht hat das Land Steiermark eine Patenschafts-Aktion für die landesweit mehr als 600 Baum-Naturdenkmale gestartet. So kann jede Steirerin und jeder Steirer mithelfen, die zum Teil mehrere hundert Jahre alten Bäume, die als Naturdenkmale geschützt sind, zu erhalten.

Biodiversitätspreis „Silberdistel“

Zum zweiten Mal wird heute der „Silberdistel“ genannte Marianne und Wilhelm Graf Biodiversitätspreis des Landes Steiermark verliehen, den Lackner gemeinsam mit dem Ehepaar Graf ins Leben gerufen hat. Ihm kommt große Bedeutung zu, gerät doch die Artenvielfalt in der Steiermark zunehmend unter Druck. Der Biodiversitätspreis soll – wie auch die bereits zuvor aufgezählten Maßnahmen – dem entgegenwirken. Der Preis wird jährlich rund um den Tag der Biodiversität am 22. Mai vergeben – an Projekte, Menschen, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen, die sich besonders für den Schutz der Biodiversität in der Steiermark engagieren. Das Ziel ist klar definiert: Verdiente Initiativen, Personen und Vereine vor den Vorhang holen, sie für ihren weiteren Einsatz motivieren und allen Steirerinnen und Steirern bewusst machen, wie wichtig die Artenvielfalt für unsere Zukunft und eine lebenswerte Steiermark ist.

Die Siegerprojekte werden von einer fachkundigen Jury unter Einbeziehung der Steirerinnen und Steirer aus fünf verschiedenen Kategorien gewählt. Die Gewinnerinnen und Gewinner der Kategorien erhalten ein Preisgeld von jeweils 2500 Euro. Das Geld wird vom Land Steiermark gemeinsam mit Honorarkonsulin Marianne und Wilhelm Graf zur Verfügung gestellt. Die Verleihung findet heute ab 17 Uhr im Rittersaal hier im Landhaus statt und wird auch per Livestream auf www.silberdistel.at im Internet übertragen.

„Markt der Artenvielfalt“ – Premiere im Landhaushof

Zum ersten Mal findet heute im Landhaushof von 10 bis 17 Uhr der „Markt der Artenvielfalt“ statt. Über 20 Organisationen aus dem steirischen Naturschutz, wie das neue Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal (Gemeinden Landl und Wildalpen), der Nationalpark Gesäuse, der Biosphärenpark Unteres Murtal, die Europaschutzgebiete und die sieben steirischen Naturparke stellen sich und ihre Aktivitäten rund um die Themen Biodiversität und Klimaschutz vor.

Fragen wie „Was macht eigentlich der Naturschutz?“ und „Wie kann ich mich persönlich dafür einsetzen?“ stehen im Zentrum dieser Leistungsschau – schließlich profitieren wir alle von gesunden Lebensräumen und der Eindämmung des Klimawandels. Die Besucher des „Markts der Artenvielfalt“ erfahren Wissenswertes rund um den Erhalt der Moore und Feuchtbiotope, die ökologische Almpflege, über artenreiche Streuobstwiesen, aber auch vieles über heimische Insekten bzw. Amphibien und die Wiederherstellung naturnaher Gewässer.

Passant:innen, die sich für diese Themen interessieren, sind im offenen Gespräch mit den Expert:innen von Schutzgebieten und Naturschutzorganisationen dazu eingeladen sich selbst ein Bild zu machen und die Anliegen und Arbeit des Naturschutzes interaktiv kennenzulernen und sich auszutauschen. Die Naturschutz-Expert:innen begeistern mit Hintergrund-Wissen und geben Tipps, wie die „Artenvielfalt“ beispielsweise auch im eigenen Garten umgesetzt werden kann.

Begleitet wird der Aktionstag vom aromatischen Duft des frisch gemähten Wiesengrases, das den Boden des Landhaushofs großflächig bedeckt und zum genauen Erkunden des Lebensraums „Wiese“ einlädt: Welche Pflanzen können wir darin entdecken und welche Wildkräuter duften nicht nur himmlisch, sondern schmecken auch gut? Passend dazu werden kulinarische Kostproben aus der Natur gereicht – ein weiterer Beweis dafür, wie sehr wir Menschen von der Vielfalt der Natur profitieren können.

Zu den Ausstellern beim Markt der Artenvielfalt in Graz zählen neben dem Referat für Naturschutz (Abteilung 13 der Steiermärkischen Landesregierung) auch Organisationen wie der Naturschutzbund Steiermark, die Berg- und Naturwacht Steiermark, die Österreichische Naturschutzjugend, der Verein „Blühen & Summen, das Naturschutzzentrum Weitental bei Bruck an der Mur und der Moorschutzverein Pürgschachen. Aber auch Bildungsinstitutionen wie die Naturschutzakademie Steiermark, die Universität Graz mit dem Institut für Biologie und das Umweltbildungszentrum Steiermark sind dabei.

Der erste Markt der Artenvielfalt im Grazer Landhaushof

© Land Steiermark / Binder

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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