Red Bull Salzburg: Der Teller ist, wo er hingehört!

Lange scheint es so, als würde sich Austria Klagenfurt zum „Partycrasher“ aufschwingen, ehe Heim-Comebacker Sekou Koita als Last-minute-Torschütze in Erscheinung tritt.

Spielbericht (Red Bull Salzburg; Fotos Red Bull/Getty Images)

Tränen des Abschieds flossen kurz vor dem Anpfiff in der Red Bull Arena, schließlich hatten wir uns von Karim Adeyemi, Jerome Onguene und Zlatko Junuzovic, der heute die Kapitänsbinde führte, verabschieden müssen.

Waren ebenjene Tränen erst einmal getrocknet, rannten unsere Burschen bereits entschlossen auf die Klagenfurter Viererkette, die sich phasenweise in eine Fünferabwehr umwandelte, zu. Speedster Adeyemi brach auf der rechten Außenspur durch und entdeckte Luka Sucic, der sich gen Strafraumkante geschlichen hatte – Gäste-Keeper Moser bestand den Eignungstest.

Emsig verteidigende Waidmannsdorfer engten unseren Gestaltungsspielraum recht gut ein. So blieb ein Chancenfeuerwerk zunächst aus. Oumar Solet rang Moser per Schlenzer eine Glanztat ab, und auch Sladdi pochte vehement auf einen gebührenden Abgang: Erst zischte ein Freistoß des Kreativkopfs nur hauchzart über die Querlatte, dann umkurvte er Gkezos leichtfüßig, um letztlich abzudrücken – drüber!  SPIELER DER PARTIE76%Spieler der Partie: Zlatko Junuzovic

Das Pacult-Kollektiv kam mit Beginn des zweiten Durchgangs auf: Ein ruhender Ball segelte in die Gefahrenzone und der bis dahin blasse Pink köpfelte das Leder in die Mitte. Dort lauerte Gemicibasi, der den Header unbedrängt und zugegebenermaßen tadellos ins lange Eck setzte – erster Kärntner Schuss aufs Tor, Treffer Nummer eins (48.). Der Restart hätte sogar noch fürchterlicher enden können, schließlich zwirbelte just der Rotsünder aus dem Meistergruppen-„Hinspiel“ und der heutige 1:0-Schütze einen Freistoß gefährlich über die Mauer – der erste nennenswerte Arbeitsnachweis von Rückhalt Nico Mantl war gleichzeitig ein spektakulärer: Gekonnt fischte unser Goalie das Spielgerät aus dem Kreuzeck!

Die Begegnung gestaltete sich mit Fortdauer offener. Auf der einen Seite versuchten sich Benji Sesko, Luka Sucic und Gäste-Abwehrmann Wimmer, welcher – bedrängt von unserem slowenischen Ausnahmekönner – nur knapp am Ausgleich „scheiterte“, auf der anderen Seite kamen Pink sowie Timossi Andersson dem Tor bei Kontersituationen gefährlich nahe.

Das zweite Kapitel der großen Emotionen folgte sogleich. Zlatko Junuzovic und Karim Adeyemi wurden unter stehenden Ovationen und frenetischem Applaus ausgewechselt, Sekou Koita feierte hingegen sein langersehntes Heim-Comeback! In fußballerischer Hinsicht sollten die Lösungen in letzter Konsequenz ausbleiben.

Bis, ja bis, unser Rückkehrer aus Mali im Duett mit Co-Joker Maurits Kjaergaard vor dem Gehäuse aufkreuzte und die Kugel nach zwei, drei vergebenen Anläufen ins Glück würgte (90.+3)! Damit endete die Saison-Dernière mehr als versöhnlich. Und jetzt darf diese fulminante Spielzeit gefeiert werden!1.150Liter Freibier zur Meisterfeier!

Statements

Ein Danke an alle Fans! Danke, Trainerteam! Ich war zehn Monate lang nicht am Platz, bin jetzt aber glücklich, zurück zu sein und mein erstes Tor zu Hause vor den Fans geschossen zu haben – superglücklich! Jetzt heißt’s, nächste Saison gesund zu bleiben.

Sekou Koita

Wir sind zwar nicht zufrieden mit dem Unentschieden, aber wir haben unsere Ziele erreicht, haben das Double gewonnen und gut in der Champions League abgeschnitten. Es war super, hier noch einmal zu spielen – ich bin natürlich glücklich, weine aber auch auf dem anderen Auge. Ich hoffe, die Fans werden sich an mich erinnern. Ich bin nicht zum letzten Mal hier!

Karim Adeyemi

Mir geht’s sehr gut, es ist unglaublich schön! Wir haben es verdient, schließlich haben wir eine überragende und historische Saison gespielt. Diese Momente müssen wir genießen, weil es im Fußball nicht oft so ist, dass man in einer derart guten Mannschaft spielt. Wir genießen es, es ist wunderschön! Ich bin gar nicht so der Feiertyp, heute gibt’s für mich ein kleines Bier, dann gehe ich schlafen.

Rasmus Kristensen

Personelles

Nicolas Capaldo (Oberschenkel), Daouda Guindo (Rücken), Philipp Köhn, Bryan Okoh (beide Knie), Noah Okafor (Zehe) und Kamil Piatkowski (Fußprellung) waren zum Zuschauen verdammt.

Gelbe Karte

Koita (90.+4/Unsportlichkeit)

Wechsel

Sesko für Adamu (46.), Ulmer für Junuzovic (64.), Kjaergaard für Bernardo (64.), Camara für Aaronson (78.), Koita für Adeyemi (78.)

Tabelle

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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