Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024. Wohin geht die Reise? Der Versuch einer Annäherung.

Am 27. 4. sind die ersten Projekte der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 vorgestellt worden – es handelt sich um die sogenannten BID Book – Projekte. Zur näheren Erklärung: Für diesen Topf stehen 7,5 Mio Euro zur Verfügung, jetzt wurden daraus 73% vergeben, nach Auskunft von Julia Lepka können diese Projekte mit immerhin 4,53 Mio rechnen (welches Projekt wie viel Geld bekommt, ist nicht angegeben worden). Sie sind im Ausseer Regionalfernsehen bereits vorgestellt worden. Grundsätzlich sind sicherlich interessante Projekte dabei, andere wiederum werden provozieren, vielleicht auch Unverständnis ernten. Eine Beurteilung durchzuführen, ist derzeit noch zu früh: Man kann durchaus von einem bunten Strauß sprechen, einen „Roten Faden“ erkennt man nicht, aber es sind verschiedene Fäden, an denen man ziehen kann. Auf alle Fälle versucht man der Region eine gewisse Internationalität zu geben, was das Salzkammergut auch braucht.

Derzeit arbeitet man mit Hochdruck an Weiterem: Es geht nicht nur um BID Book – Projekte, sondern auch um die Auswahl der Open Call – Projekte, für die laut Lepka 3 Mio zur Verfügung stehen . Das verwundert ein wenig, immerhin sind ja über 1.000 Projekte eingereicht worden, 80 davon aus dem Ausseerland Salzkammergut. Die Frage ist, was passiert mit dem großen Rest, immerhin hat man ja von einem 30 Mio Budget im Vorfeld gesprochen ( das wären dann 20 Mio)?

Reaktionen

Sie sind derzeit in den Regionen nach Rücksprache mit Interessierten verhalten, Begeisterungsstürme gibt es keine, eher das Gegenteil. Das mag zu einem Großteil damit zu tun haben, dass viele leider kultuerell nicht interessiert sind, aber auch damit, dass man noch auf weitere Zusagen wartet. Außerdem ist die Verortung der bis dato vorgestellten Projekte noch nicht erfolgt.

Im Ausseerland Salzkammergut sind vor allem die enttäuscht, die Absagen bekommen haben. Interessierten ist das bisher Vorgestellte für die Region einfach zu wenig, immerhin steuert die Steiermark ja auch finanziell einiges bei. Und diejenigen, die große Infrastrukturmillionen für die Region erwartet haben, sind von falschen Voraussetzungen ausgegangen, denn dafür ist aus diesem Budget einfach nicht viel möglich.

Fazit: 30 Mio auf 23 Gemeinden aufzuteilen, das ist keine einfache Sache. Ein Vergleich: Die Landesausstellung 2005 für das Ausseerland spülte 70 Mio in die Region. Aber die Zielsetzung der Landesausstellung war damals neben dem kulturellen Impuls auch ein wirtschaftlicher, nämlich die Infrastruktur in den Orten zu verbessern. Die Bürgermeister werden sich jedenfalls sehr bald zu einem Gedankenaustausch treffen, zufrieden sind sie derzeit (noch) nicht.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at