Rund 50.000 private Schwimmbäder in der Steiermark


Sorgsamer Umgang mit Wasser notwendig

Luftbildauswertungen des Lebensressorts zeigen: Rund 50.000 private Pools sorgen in der Steiermark für ein nasses Vergnügen. Nachhaltigkeitslandesrat Hans Seitinger mahnt zur Eigenverantwortung. Pool-Broschüre des Landes Steiermark liefert Informationen rund um Befüllung, Pflege, Kindersicherheit und die Abwasserentsorgung.

Vor den ersten Sommertagen werden in der Steiermark traditionell auch die privaten Schwimmbäder aus dem Winterschlaf geholt. „Ein Pool kann viel Freude bereiten, aber bei unsachgemäßer Betreuung eine große Sorgenlawine auslösen. Eigenverantwortung ist gefragt“, betont Nachhaltigkeitslandesrat Hans Seitinger. Er erläutert die wichtigsten Regeln: „Die Befüllung ist zeitlich unbedingt mit dem Wasserversorger abzustimmen, damit es zu keinen Versorgungsengpässen kommt. Wichtig ist auch, dass Kleinkinder besonders im Auge behalten werden, weil die Ertrinkungsgefahr sehr groß ist und dass die Hygieneempfehlungen beachtet werden, damit es zu keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt.“

1,5 Milliarden Liter Trinkwasser

Die Anzahl der privaten Schwimmbäder war bisher eine große Unbekannte, weil die gesetzlichen Melde- bzw. Bewilligungspflichten oft nicht eingehalten werden. Um für die Trinkwasserversorger die Planbarkeit zu steigern, wurde im Auftrag von Nachhaltigkeitslandesrat Hans Seitinger mittels Luftbildaufnahmen aus den Jahren 2017 bis 2020 erhoben, wie viele Pools in den steirischen Gemeinden stehen. Das Ergebnis: 48.328 Pools mit einer Durchschnittsgröße von 29 m³ konnten identifiziert werden. Für die gesamte Steiermark bedeutet das einen Wasserbedarf von 1,5 Milliarden Liter Trinkwasser. Die erstmals durchgeführte Luftbildauswertung war ein Pilotprojekt, das mit viel „Handarbeit“ verbunden war. „Wir entwickeln gerade gemeinsam mit dem GIS Steiermark und der Karl-Franzens-Universität ein Modell, das die Pools in Zukunft auf Basis der jeweils neuesten Luftbilder automatisch zählt“, erklärt Projektleiter Alexander Salamon. „Dadurch steht den steirischen Wasserversorgern künftig immer eine aktuelle Datengrundlage zur Verfügung“. Details und eine Gemeindeauswertung finden sich in der beiliegenden Fachinformation.

Broschüre „POOL – Nasses Vergnügen mit Verantwortung“

Um den Pool-Besitzern kompakt zusammengefasst die wichtigsten Informationen rund um das private Schwimmbad zu bieten, hat das Land Steiermark im vergangenen Jahr die Broschüre „POOL – Nasses Vergnügen mit Verantwortung“ herausgegeben. So werden weder das Grundwasser, Oberflächengewässer noch die eigene Gesundheit durch den Badespaß im eigenen Garten beeinträchtigt. Die Broschüre kann auf der Homepage des Landes Steiermark unter https://bit.ly/39AdcsN gratis heruntergeladen werden.

Die wichtigsten Infos für Pool-Besitzer:

Befüllung nur nach Absprache mit dem Wasserversorger

Die Befüllung des heimischen Pools sollte nach Absprache mit dem regionalen Wasserversorger und über die hauseigene Wasserleitung über die Nachtstunden erfolgen. So werden Trinkwasserengpässe vermieden und dem Badespaß steht nichts mehr im Weg. Die Wasserentnahme aus Hydranten ist für Privatpersonen unzulässig. Sie kann zu einem Druckabfall in den Wassernetzen führen und damit ebenfalls die Trinkwasserversorgung gefährden.

Schutzvorkehrungen für Kleinkinder

Die wichtigste Regel: Kinder niemals unbeaufsichtigt am und im Wasser lassen! Eine einfache, aber effektive Schutzmaßnahme für Kleinkinder ist die Errichtung eines Zauns.

Richtige Pflege schützt Gesundheit und Umwelt

Eine Desinfektion des Wassers ist grundsätzlich in jedem Schwimmbecken notwendig, weil Mikroorganismen dort nahezu ideale Lebensbedingungen vorfinden. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können jedoch Gesundheit und Umwelt geschützt werden.

  • Der Schmutzeintrag sollte durch eine Überdachung vermieden werden. Ist das nicht möglich, wird empfohlen, Fremdkörper (Blätter, o.ä.) regelmäßig mechanisch, z.B. mit Kescher und Bürsten zu entfernen.
  • Die Filteranlage sollte so dimensioniert sein, dass das gesamte Wasser mindestens zweimal täglich umgewälzt wird.
  • Die Desinfektion sollte vorzugsweise mit Chlor in richtiger Dosierung erfolgen. Das Chlorungsverfahren hat sich sowohl in der Badewasseraufbereitung, als auch in der Trinkwasserdesinfektion bewährt. Auch die Salzelektrolyse ist, was den wenigsten Pool-Besitzern bekannt ist, eine Desinfektion mit Chlor. Und sogar bei kurzzeitiger, starker Algenbelastung hat sich in der Praxis der Einsatz von Chlor bewährt. In diesem Fall wird eine Stoßchlorung durchgeführt.
  • Von alternativen Methoden wird abgeraten. Sie können die Desinfektion mit Chlor nur teilweise ersetzen und bewirken oft einen höheren Einsatz an zusätzlichen Schwimmbadchemikalien (z.B. Algizide). Vor allem Kupfer- und Ammoniumsulfat sollten nicht verwendet werden. Es sind Umweltgifte.
Foto:
©Lebensressort/Erwin Scheriau
Gruppenfoto: v.l.n.r. Daniela List (Ecoversum), Landesrat Hans Seitinger, Alexander Salamon (Land Steiermark – Wasserwirtschaft) und Dietmar Luttenberger (Wasserverband Grazerfeld Südost) bei der Präsentation der Pool-Broschüre im vergangenen Jahr.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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