Ukrainehilfe: Die notwendige psychologische Betreuung für Vertriebene ist angelaufen

6.962 Menschen aus der Ukraine in der Steiermark erfasst

Graz (4. Mai 2022).- Der Umgang mit den Flüchtlingsströmen aus der Ukraine war am heutigen Mittwoch (04.05.2022) wieder Thema im Online-Pressegespräch „Lagebild Ukrainehilfe“. Insgesamt 6.962 Vertriebene aus der Ukraine wurden seit Ende Februar in der Steiermark polizeilich registriert. 31 Prozent sind in Graz untergekommen, die Mehrheit verteilt sich auf die Bezirke. Die notwendige psychologische Betreuung ist angelaufen.In ihrer Heimat aber auch auf den Fluchtwegen waren die Vertriebenen aus der Ukraine oft Belastungen ausgesetzt, die nur schwer zu verarbeiten sind. Der Nachfrage nach psychotherapeutischer Beratung und Betreuung in Landessprache kommt in der Steiermark insbesondere die Organisation Zebra nach. Geschäftsführerin Alexandra Köck: „Menschen, die aus Kriegsgebieten flüchten mussten, haben oftmals schwere traumatische Situationen erlebt und erlitten. Zebra bietet seit vielen Jahren diesen Menschen eine spezialisierte, interkulturelle Psychotherapie oder psychologische Beratung an, um das erlittene Leid verarbeiten zu können und die psychische Situation zu stabilisieren.” So jetzt auch den Menschen, die aus der Ukraine flüchten mussten. Bisher gab es steiermarkweit mehr als 70 Anfragen für psychologische Beratungen von Ukrainerinnen und Ukrainern aller Altersgruppen. Köck: „Die Therapien finden auf ukrainisch oder russisch statt, entweder mit unseren speziell geschulten Dolmetscherinnen und Dolmetschern oder einer unserer muttersprachigen Psychotherapeutinnen. Wir arbeiten im interdisziplinären Team – zusätzlich stehen eine Sozialarbeiterin und Psychiater und Psychiaterinnen zur Verfügung.”Kirsten Arbeiter, Psychotherapeutin und Koordinatorin des Therapieteams: „Wir haben es mit unterschiedlichsten Problemstellungen zu tun. Hauptsächlich wenden sich Frauen, die sich natürlich vor allem auch um ihre Kinder sorgen, an uns. Die Erlebnisse der vergangenen Wochen bringen sehr viele Ängste mit sich, die Auswirkungen haben – Schlaflosigkeit, Albträume, Appetitlosigkeit. Bei all diesen Symptomen versuchen wir mit Rat und Tat individuell zu helfen.” Ukrainerinnen und Ukrainer, die ihr Heimatland unter traumatischen Bedingungen verlassen haben, bräuchten jetzt vor allem Ruhe, Klarheit und Ordnung. Einige Betroffene benötigen zusätzlich die Unterstützung von Psychologinnen und Psychologen, um ihre akute Belastung therapeutisch zu be- und zu verarbeiten. Auf diese Art und Weise könne der Entwicklung schwerer Traumafolgestörungen vorgebeugt werden.Neben dem steiermarkweiten Präsenzangebot hat Zebra auch ein  Infoblattaufgelegt, das – mehrsprachig – den richtigen Umgang mit Kindern, die schlimme Erfahrungen machen mussten, erklärt.Mehr als 7.200 freie Quartiersplätze
Von einem stabilen und ruhigen Ablauf im Ankunftszentrum berichtete Christopher Pieberl als Vertreter des Krisenstabes in der Sozialabteilung. Insgesamt 6.962 Ukrainerinnen und Ukrainer wurden demnach in der Steiermark erfasst, davon der Großteil (5.967) im Ankunftszentrum in der Halle D. In der Grundversorgung des Landes befinden sich 6.316 Personen aus der Ukraine. 70 Prozent sind Frauen, 27 Prozent Kinder unter 14 Jahren. Insgesamt wurden bisher mehr als 7.200 freie Quartiersplätze im Flüchtlingsreferat des Landes gemeldet.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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