Blühende Vielfalt schaffen, die bleibt

Bunte Blumenwiesen, wie wir sie von früher kennen, sind rar geworden. Dabei sind solche mageren Standorte Heimat für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Sie bieten Wildbienen und anderen Bestäubern Nahrung und Unterschlupf und werden in der oft ausgeräumten Landschaft Rettungsinseln für die Vielfalt. Tipps und Tricks, was es für eine Wildblumenvielfalt braucht, die auch Bestand hat, finden sich nun in einer praktischen Onlinebroschüre des Naturschutzbundes.

Ob öffentliche Flächen, Garten, Böschung oder am Betriebsgelände – blühende Wiesen begeistern! Kein Wunder, dass in den vergangenen Jahren viele Blumenwiesen neu angelegt wurden. Damit die bunte Vielfalt aber auch von Dauer ist, muss einiges beachtet werden. Hat sich der Erfolg jedoch einmal eingestellt, sind Wildblumenwiesen artenreiche Lebensräume, die wesentlich weniger Pflege erfordern als Rasenflächen.

Was die Wildblumenwiese braucht

Nährstoffarme, wasserdurchlässige und eher kalkreiche Böden sind für die Neuanlage artenreicher Wildblumenwiesen besonders geeignet. Aber auch Vorhandenes lässt sich mit geschickten Handgriffen ökologisch aufwerten und in ein Paradies für Heuschrecken, Wildbienen und Käfer aber auch Eidechsen und Kleinsäuger verwandeln. Bei der Bepflanzung ist die richtige Mischung ausschlaggebend: Viele im Handel angebotene Saatgutmischungen enthalten keine Wiesenpflanzen, sondern Ackerblumen wie Klatschmohn und Kornblume. Diese blühen zwar rasch und reichlich, müssen als überwiegend Einjährige aber jedes Jahr neu angesät werden. Hochwertiges Wildblumen-Saatgut dagegen enthält regionale Pflanzen wie verschiedene Nelken, Leinkraut oder Flockenblume. Damit Wildblumenwiesen artenreich bleiben, müssen sie entsprechend bewirtschaftet – das heißt ein- bis zweimal im Jahr nach der Samenreife schonend gemäht – werden. Um die Wiesenbewohner zu schonen, sollte auch nie die ganze Fläche auf einmal gemäht werden. Außerdem sollte das Schnittgut nach dem Trocknen abtransportiert werden, damit die Samen ausfallen, die Fläche aber nährstoffarm bleibt. Bei alldem heißt es aber vor allem, geduldig zu sein, denn viele Wiesenblumen keimen und wachsen langsam, bis zur richtigen Blütenvielfalt dauert es oftmals 3 Jahre. Ist eine Wildblumenwiese dann einmal etabliert, braucht sie aber nur mehr wenig Pflege.

Vom Wert traditioneller Kulturlandschaft

Wildblumenwiesen und extensiv gepflegte Saumbiotope wie Wegränder, Böschungen und Feldraine haben eine zentrale Bedeutung für unser Ökosystem: Ein Netz naturnaher Lebensräume bietet unverzichtbaren Rückzugsort für Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen und Co. Für die besonderen Tier und Pflanzenvielfalt der struktur- und artenreichen Kulturlandschaft setzt sich die aktuelle Natur-verbindet-Kampagne „Raine Vielfalt“ ein. Die Vielfalt auf Feld, Flur und am Wegrand zu erhalten und zu fördern ist ein Schwerpunkt der Naturschutzbund-Initiative.

Die kostenlose 12-seitige Broschüre „Vielfalt, die bleibt: Wildblumenwiesen schaffen“ gibt es auf www.naturverbindet.at zum Download.

Die Kampagne NATUR VERBINDET wird im Rahmen der Biodiversitäts-Initiative vielfaltleben des BMK und mit Unterstützung von Bund (BMLRT) und Europäischer Union durchgeführt mit dem Ziel, zum Erhalt der Vielfalt in Österreich beizutragen.

Bunte Wildblumenwiesen sind artenreiche Lebensräume und brauchen wesentlich weniger Pflege als Rasenflächen. © UMG

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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