Vor den Vorhang: Bernhard Brandauer ist ARF – Unternehmer der Woche. Einer, „der über den Zaun springt“.

Das Ausseer Regionalfernsehen setzt die Serie mit dem Titel „UnternehmerIn der Woche“ fort. Viele Personen kennen zwar die Betriebe, die von diesen Persönlichkeiten geführt werden, aber nicht unbedingt Näheres zu ihrem Werdegang und zu ihren Werthaltungen.

Diesmal stellen wir Bernhard Brandauer vor, der – zusammen mit seiner Ehefrau Christine – das  Unternehmen „Bernhard Brandauer. Gas und Heizung“ führt.

Kannst du deinen bisherigen Lebensweg kurz darstellen?


Bernhard: Volkschule Altaussee, Hauptschule Bad Aussee, Lehre Fa. Eder, anschließend 6 Monate im Salzberg – aber das war nicht  meine Zukunft, ich wollte etwas bewegen, wollte mehr mit Leuten zu tun haben –  bin dann retour zu Fa. Eder, Meisterbrief, mit 27 Jahren selbständig gemacht – bis jetzt bin ich es 24 Jahre . 2002 habe ich in der Doppelgarage der Eltern angefangen, 2006 am jetzigen Standort gebaut, 2017 erfolgte derZubau der Hallen
Christine: Volkschule Altaussee, Hauptschule Bad Aussee, HAK Bad Aussee, kurz bei der Gemeinde Altaussee beschäftigt, seit 2004 im Unternehmen.
Kennengelernt haben wir uns im Bierzelt, wir habenzwei Kinder, Benedikt ,13 Jahre, Maria, 11 Jahre.

Wie groß ist dein Betrieb?


Bernhard: Wir haben 20 MitarbeiterInnen, Christine ist in der Buchhaltung, ich an der Front
Wir haben im Vergleich zu anderen eine sehr zufriedenstellende Personalsituation. Es gab bei uns immer Lehrlinge, zur Zeit 5, und wir haben das Glück, dass sie bleiben

Was ist deine Motivation, Unternehmer zu werden, gewesen?


Bernhard: Ich wollte mein eigener Herr sein, meine Ideen einbringen, den Ehrgeiz, etwas zu schaffen, man probiert, dass alles passt.
Christine: Ich wusste gleich nach der Heirat, dass sich Bernhard selbständig machen möchte. Ich helfe, so gut es geht, mittlerweile geht es 20 Jahre so gut. Auch ich habe eine Leidenschaft zum Beruf, zur Firma. Als Frau ist es in einer männerdominierten Branche nicht immer leicht, und die Technik ist eine Herausforderung. Ich selbst verbringe viel Zeit am PC. Mich interessiert aber alles, von Hausinstallationen über Heizung, Bäder … Es gibt immer wieder neue Herausforderungen.

Welche Eigenschaften muss deiner Meinung nach ein Unternehmer haben?


Bernhard: Eines möchte ich voranstellen: Ein Mann ohne tüchtige Frau im Hintergrund – das geht gar nicht.
Ein Unternehmer muss sich etwas trauen und entscheidungsfreudig sein. Es gibt einen Altausseer Spruch“: Es gibt einen, der schaut über den Zaun. Es gibt einen, der springt hinüber und einer sagt, das kann ich sowieso nicht.“ Ich glaube, man muss einer sein, der drüber hüpft. Weiters muss man einen Weitblick haben, man muss weiter denken, wie sich der Markt entwickelt, immer Interesse an Neuem haben.
Zur Zeit ist die Wärmepumpe als Innovation zu sehen. Die Entwicklung diesbezüglich ist enorm. Öl und Gas haben ausgedient, eine Gasheizung hätte ich jetzt nicht gerne im Haus.
Ein großer Spagat ist die Mitarbeiterführung: Es geht nicht nur um gute Bezahlung der MitarbeiterInnenn, es geht nur miteinander. Es muss keine Freundschaft sein, aber man muss eine vernünftige Umgangsart miteinander pflegen.
Christine: Unser Mitarbeiter sind zum größten Teil von uns ausgebildet. Seit Betriebsbeginn bilden wir Lehrlinge aus. Wir ein sehr gutes Verhältnis zu den MitarbeiterInnen und können ihnen vertrauen und uns auf sie verlassen.

Was sind deine wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen gewesen?


Bernhard: Zum einen die Entscheidung, selbständig zu werden. Meine wichtigste Entscheidung war aber zum anderen der Bau der Firma in der Wimm, am Rande von Altaussee. Die Welle der grünen Energie ist von uns vorangetrieben worden.  Wir sind sicher Pioniere in Aussee bei Wärmepumpen, bei alternativen Heizungen.

Was kommt in Zukunft auf deine Branche zu? Welche Entwicklungen siehst du?


Es geht in die grüne Richtung. Öl- und Gasheizungen verschwinden. Welche Richtung jetzt genau eingeschlagen wird, ist noch nicht voll ersichtlich, aber in Richtung Wärmepumpen- und Pelletsheizungen hat sich der Zug sicherlich schon bewegt.
Hinzu kommt, dass man sich vom Zentralenegieversorger wegbewegt, es geht hin zu kleinen Selbststromerzeugern .

Was soll der Staat an Rahmenbedingungen verändern?


Bernhard: Die Lohnnebenkosten sind bei allen Betrieben ein Thema. Ich würde mir Prämien für Mehrldiensteistungen, Überstunden …wünschen – Arbeiten soll belohnt und nicht bestraft werden. Es sollte auch der administrative Aufwand einfacher werden, z.B. Förderungen – viele hören bei der Hälfte auf – es ist zu kompliziert.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at