Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024. Erste Projekte vorgestellt.

Elisabeth Schweeger (Künstlerische Geschäftsführerin), Manuela Reichert (Kaufmännische Geschäftsführerin) sowie das Programmteam der Kulturhauptstadt Bad Ischl  Salzkammergut 2024 präsentierten heute (27.4., 11 Uhr) in Bad Ischl aktuelle Entwicklungen und Partnerschaften, Programmschwerpunkte, den Status quo der Bid-Book Projekte sowie weitere geplante Vorhaben. Darüber hinaus wurde das neu gegründete Komitee, bestehend aus hochkarätigen Personen aus Kunst, Wirtschaft und Wissenschaften vorgestellt. Sollten Sie keine Möglichkeit gehabt haben, beim Pressegespräch live dabei zu sein, können Sie die Präsentation unter diesem Link nacherleben: https://youtu.be/EazaJL3jMWE 

Die Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024

Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ wird seit 1985 an Städte und Regionen in Europa verliehen. Erstmals in der Geschichte findet sie 2024 in einer inneralpinen, ländlich geprägten Region statt. Die Bannerstadt Bad Ischl plus 22 weitere Gemeinden in Oberösterreich und der Steiermark entwickeln eine Kulturregion, die sich durch das Zusammenwirken von Kunst, Kultur, Wirtschaft und Tourismus neu erfindet.

Bad Ischl und dem Salzkammergut wurde der Titel „Kulturhauptstadt Europas 2024“ im November 2019 nach einem mehrstufigen Bewerbungsprozess verliehen. Gemeinsam mit Bad Ischl – Salzkammergut werden Tartu (Estland) und Bodø (Norwegen) die Kulturhauptstadt Europas 2024 ausrichten.

Aus dem Salz entstanden, durch das Salz reich geworden und mit dem Salz geht es in die Zukunft: KULTUR IST DAS NEUE SALZ. Das Salzkammergut bietet eine hohe Dichte an spannenden Geschichten, Orten und Menschen – eingebettet in eine eindrucksvolle Landschaft. Geprägt durch die Elemente Salz und Wasser entstand hier eine vielschichtige Region, in der vor 7.000 Jahren in Hallstatt die Geschichte des Salzabbaus begann. Eine Region, die durch die Sommerfrische Sehnsuchtsort für viele ist und die als historische Kulturlandschaft im inneren Salzkammergut zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Titel Kulturhauptstadt Europas wird wichtige Themen unserer Region und Europas aufgreifen und neue Impulse für die Zukunft setzen. Lange Zeit haben Salz und Wasser die Region geprägt. Nun ist es Zeit, ein weiteres Element als wesentliches hinzuzufügen: Kultur – sie ist Motor für ein zukunftsfähiges Zusammenleben im Salzkammergut und weit darüber hinaus.

Die Programmlinien

Mit dem Projekt Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 wird die Vielfalt aus historisch verwurzelter und zeitgenössischer Kunst und Kultur vor den Vorhang geholt und international verbunden.

Die Pflege der Tradition ist lebendig und stark im Salzkammergut. Sie umfasst einen breiten Spannungsbogen, der von Musik, Handwerk, Brauchtum, Theater, Literatur bis zur Wirtshauskultur reicht. Um die Traditionen zu verstehen, bedarf es aber auch eines differenzierten Blickes, wie es zu dieser Entwicklung kam. Welche Machtverhältnisse haben diese Region geprägt? Salzabbau, Habsburger Herrschaft, leider auch der Nationalsozialismus. Sich erinnern heißt, Zukunft verantwortungsvoll gestalten. Das genaue Verstehen von MACHT UND TRADITION hilft lokale und globale Identitäten anzuerkennen. Eine Spurensuche in unserer Region legt zugleich deren Entstehungsgeschichten und Verbindungen nach Europa frei.

Kultur unterliegt einem ständigen Wandel, sie entsteht aus gesellschaftlichen Prozessen, manchmal auch aus Protesten heraus. Historisch hat die Arbeiter*innenkultur erste soziale Forderungen errungen und maßgeblich zu einer Absicherung des Arbeitslebens geführt. Berühmt-berüchtigt stellt sich heute noch die Stur- und Starrköpfigkeit der Salzkammergütler*innen dar. Aber der Hof, die Sommerfrischler, das jüdische Leben und sein Verschwinden durch den Nationalsozialismus haben die Kulturlandschaft geprägt. Kultur ist also ständig in Bewegung, verändert sich. Produktives Hinterfragen, einen Raum für Diskurs und neue, unkonventionelle Kulturformen und Kunstformate zu ermöglichen, ist ein Grundprinzip für eine KULTUR IM FLUSS, die Erneuerungen zulässt und eine Region und ihre Gesellschaft in eine progressive Zukunft führen kann.

Der Tourismus, erwachsen aus der im 19. Jahrhundert gepflegten Sommerfrische in dieser so außergewöhnlichen Alpenregion, ist eine der wichtigsten Lebensadern des Salzkammergutes – Sehnsuchtsort vieler Reisender. Manche Orte spüren dies mehr als andere. Wie in allen Regionen Europas sind jedoch die Nebenwirkungen nicht zu übersehen. Diese Programmlinie widmet sich der Ausgestaltung dieser Entwicklung. Wichtige Aspekte wie Overtourism, Verkehr, KulturtourismusSchutz der Natur, Begegnung zwischen Einheimischen und Reisenden werden

thematisiert. SHARING SALZKAMMERGUT – Die Kunst des Reisens lotet die mannigfaltigen Herausforderungen, aber auch die Chancen für eine qualitätsvolle Weiterentwicklung des Tourismus aus und stellt überdies die Frage, wie sich der alpine Raum jenseits des Tourismus auch außerhalb der Sommer- und Wintermonate attraktiv gestalten lässt.

Wie also eine alpine Region, deren Landschaft zu bewahren ist, die zum Sehnsuchtsort das ganze Jahr über werden sollte, auf die Zukunft vorbereiten? Die ländlich alpine Region so gestalten, dass das übliche Nord-Süd-Gefälle sich aufhebt, bestenfalls ergänzt, den Arbeitsmarkt anreichern mit kreativem Potenzial, dem Prinzip folgend „am Land leben und trotzdem vernetzt und global arbeiten“. Das heißt, Mobilität und Digitalität ausbauen, Strategien entwickeln, um in manchen Regionen Landwirtschaft als Lebensgrundlage zu ermöglichen, räumliche Entwicklung mit vernünftiger Baukultur verbinden, Bildungs- und Kunsträume schaffen, Nachhaltigkeit anstreben trotz und mit touristischen Angeboten. GLOBALOKAL – BUILDING THE NEW ist das Motto. Es gilt, auf die Spannungsverhältnisse einzugehen zwischen den Generationen, zwischen dem, was für die einen Erholung und für die Natur belastend sein könnte, Zwischenräume zu erkennen, um kulturelle und kreative Vielfalt in der ländlichen alpinen Region Salzkammergut zu fördern und anzustreben, ein Leben für Jung und Alt attraktiv zu gestalten.

Worauf die Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 Wert legt

Wichtige Thematiken

Baukultur | Bildung | Digitalität | Erinnerungskultur | Gender | Handwerk | Industriekultur | Jüdische Kultur | Kulturtourismus | Kunst & Kultur als Standortfaktor | Landflucht | Landwirtschaft | Migration | Mobilität | Nachhaltigkeit | Next Generation | Ökologie | Regionalentwicklung | Zukunft

Sorgsamkeit & Nachhaltigkeit

Das Salzkammergut ist die erste ländlich alpine Region, die diesen Titel trägt – das bringt große Chancen, aber auch Verantwortung mit sich. Eine Tourismusregion muss achtsam mit den vorhandenen Ressourcen umgehen, als Green European Capital of Culture wird die grüne Kulturhauptstadt Europas ihr Handeln danach orientieren.

Chance der Vielfalt

Die Tradition im Dialog mit neuen kulturellen Bewegungen, der Tourismus in Einklang mit Natur und Kultur, Nachhaltigkeit und Weiterentwicklung der Region als neue Landurbanität betrachten – für Jung und Alt. Künstlerische Interventionen, der Blick zurück und nach vorne im Diskurs mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sollen aufrütteln und Perspektiven aufzeigen. Die Kulturhauptstadt Europas 2024 sucht den Mut zur Differenz und versteht Ästhetik als Kompass zu unterscheiden.

Reflexion des Miteinanders

Die Kulturhauptstadt dient dazu, die brennenden Fragen unserer Zeit zu stellen: Wie leben wir als Gesellschaft hier im alpinen ländlichen Raum, wie wollen wir in Zukunft leben? Wie verstehen wir uns in Europa und in der Welt? Welchen Beitrag wollen wir zu einem gemeinsamen Europa leisten? Wie gelingt es Kunst und Kultur als wesentlichen Standortfaktor für die Entwicklung einer Region zu leben? Die Vielfalt der Kultur und eine Kultur der Vielfalt ist eine Chance, um international, transnational, miteinander sich diese eine Welt zu teilen.

Fakten

Die Kulturhauptstadt-Region bilden 23 Gemeinden in den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark:
Oberösterreich: Bannerstadt Bad Ischl, Altmünster, Bad Goisern, Ebensee am Traunsee, Gmunden, Gosau, Grünau im Almtal, Hallstatt, Kirchham, Laakirchen, Obertraun, Pettenbach im Almtal, Roitham am Traunfall, St. Konrad, Scharnstein, Steinbach am Attersee, Traunkirchen, Unterach am AtterseeVorchdorf

Steiermark: Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Grundlsee
Der Aufsichtsrat – bestehend aus 14 Personen – wurde im August 2020 konstituiert,

Aufsichtsratsvorsitzender ist Hannes Heide.

Insgesamt gibt es neun Eigentümer*innen der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH. Sie bilden gemeinsam auch die Generalversammlung:
Stadtgemeinde Bad Ischl / Stadtgemeinde Gmunden / Regionalentwicklungsverein Traunsteinregion Regionalentwicklungsverein Inneres Salzkammergut – REGIS / Regionalverein Ausseerland Tourismusverband Bad Ischl / Tourismusverband Inneres Salzkammergut / Kulturvision Salzkammergut / Wirtschaftskammer OÖ

Das Regionalforum als beratendes Organ wurde im Oktober 2020 gegründet. Die 30 Mitglieder unterstützen beratend, ihr Netzwerk liefert Informationen aus der Region, sie sind ein Sprachrohr für die Anliegen der Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 GmbH.

Komitee

Aleida Assmann
Hannes Androsch
Klaus Maria Brandauer
Hubert von Goisern
Xenia Hausner
Johanna Mitterbauer
Tom Neuwirth aka Conchita Wurst Helga Rabl-Stadler
Franz Welser-Möst

Elisabeth Schweeger & Manuela Reichert © OnMediaART Veronika Scharinger

Im Folgenden finden Sie eine Projektvorschau in alphabetischer Abfolge.

Eine Auswahl, Stand 27. April 2022

Fotos: „Acta Liquida“ © Heidi Zednik, „Blickpunkte“ © Peter Provaznik & „Wege des Widerstands“ © Peter Kammerstaetter_Archiv

Programmteam

Elisabeth Schweeger, Künstlerische Geschäftsführerin

Christian Haselmayr, Capacity Building, Jugend
Christina Jaritsch, Ökologie und Nachhaltigkeit, Gender
Eva Mair, Baukultur und Handwerk
Lisa Neuhuber, Geschichte und Erinnerungskultur
Petra Zechmeister, Bildende Kunst
Sonja Zobel, Darstellende Kunst
Stefan Heinisch, Mobilität, Tourismus & Regionale Kooperationen

Acta Liquida

Ausstellung / Installation zum Thema FISCH und der TRAUNSEE April/Mai 2024, Gmunden & Altmünster

Acta Liquida ist die künstlerische Dokumentation vom Traunsee-Wasser, einheimischem Fisch, Klimawandel, historischen Geschichten, Erinnerung und Fischerei. Ein Projekt über die Fischkultur am Traunsee – erarbeitet, erzählt und teilweise abstrahiert.

Heidi Zedniks „Filterpapiere“, die sie jahrzehntelang von dem Altmünsterer Fischbrut-Haus gesammelt hat, sind ein 1:1 Abdruck des Traunsee-Wassers von November bis März. Während der Brutzeit wird das Seewasser für die Vorratsbehälter gefiltert. Dies hinterlässt einen Abdruck der Veränderungen des Wetters, der Strömungen, Sedimente und Mineralien. Zeichnungen und Aquarelle werden in regelmäßigen Abständen während der Brutzeit vor Ort im Bruthaus gemacht. Die Videoinstallation „Generation Futter“ verwendet Aufnahmen aus dem Bruthaus des Vereins „Rettet den Traunseefisch“ in Altmünster. In fünf Filmen (je ca. 120 Sekunden) werden verschiedene Fragen zum Thema „Tradition im Generationenkonflikt“ experimentalfilmisch sowie akustisch interpretiert. Die Aufzucht der Fische und Einsetzung in den See transportiert die Metapher. Holzbauers mehrfach belichtete Polaroids und assoziative Texte zeichnen vielfältige Prozesse und Erinnerungen auf, die mit dem Traunsee und seinen Fischen verbunden sind. Er dokumentiert die vielen Facetten der Lacus Felix-Fische – im See, in der Küche, im religiösen Kontext.

Acta Liquida

6 Wochen im April/Mai 2024

Künstler*innen in Kollaboration:

Heidi Zednik – Installation Filterpapiere, Zeichnungen, Aquarelle
Daniel Bernhardt – Sound- und Videoaufnahmen aus dem Altmünster Bruthaus Siegfried Holzbauer – mehrfach belichtete Polaroids und assoziative Texte Kuratorin: Heidi Zednik
Orte: Schloß Ebenzweier Altmünster, Altmünster Bruthaus
Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024 GmbH Auböckplatz 4 | 4820 Bad Ischl www.salzkammergut-2024.at

Analog Festival

Performances, Aktionen, Ausstellung Einwöchiges Festival im Herbst 2024, Bad Goisern

In unserer digitalisierten elektrifizierten Welt gehen wir auf die Suche nach profunden künstlerischen Strategien, die Tempi zu entschleunigen und geerdete Gegenmodelle zu präsentieren – einen haptischen Kosmos gegenüber jenem des virtuellen.
Dieser Kosmos manifestiert sich in künstlerischen Werken mit Handwerksqualität oder in intimen Performances mit Publikumsbeteiligung.

Krachkisten von Tin Tin Patrone & Kate McIntosh, „In Many Hands“ © Mandy-Lyn

Analog Festival

Festival eine Woche im September 2024, danach Ausstellung bis November
Eingeladene Künstler*innen (angefragt): Nándor Angstenberger (Novi Sad/Berlin), Alfredo Barsuglia (Wien), Jacob Dahlgren (Stockholm), Mette Edvardsen (Brüssel), Marion Eichmann (Berlin), Gruppe Analog Sonntag (Mainz), Gruppe Ligna (Hamburg), Olaf Holzapfel (Dresden), Kate McIntosh (Brüssel/Berlin), Eva Meyer-Keller (Berlin), Katrina Neiburga (Riga), TinTin Patrone (Hamburg), Sebastian Schmieg (Berlin), u.a.
Kurator: Gottfried Hattinger
Orte: Öffentliche Plätze, Stephaneum, Leerstand in Bad Goisern
Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024 GmbH Auböckplatz 4 | 4820 Bad Ischl www.salzkammergut-2024.at

Art Your Village – der Blick von außen

Recherchephase 1 – 12 Orte im Salzkammergut

Bei diesem Projekt geht es um lokale Identitäten von den vorwiegend kleineren Orten im Salzkammergut. Künstler*innen oder -gruppen setzen sich mit diesen Orten auseinander und entwickeln im Lauf des Jahres Projekte in Form von Interventionen. Die Projekte kommen aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen und spielen sich im öffentlichen Raum oder in diversen Gebäuden wie Galerien, Wirtshäusern oder privaten Bereichen ab. Projektart und Themen ergeben sich während der Recherchephase: Ausstellungen, Performances, Filme, Skulpturen, Symposien oder sonstige Interventionen. Die Mitwirkung lokaler guter Kräfte ist gewünscht, aber nicht zwingend.

Architektur © ConstructLab

Recherchephase 2022 – Projektphase im Lauf des Jahres 2024
Eingeladene Künstler*innen (angefragt): Pawel Althamer (Warschau), Book & Hedén (Oslo), Construction Lab (FR, AT, BE, CH, NL) Dellbrügge & de Moll (New York/Berlin), Fabian Faltin (Wien), Willi Dorner (Wien), Seraphina Lenz (Berlin), Emeka Ogboh (Nigeria, Lagos + Berlin), Dirk Schlichting (Herne, D) Tracing Spaces (Wien), Turillon / Zebedin (Paris/Ljubljana), u.a.
Orte: Altaussee, Bad Aussee, Bad Mitterndorf, Ebensee, Gosau, Grünau im Almtal, Grundlsee, Obertraun, Pettenbach, Roitham, Scharnstein, St. Konrad
Kurator: Gottfried Hattinger
Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Balkan Route

Eine kulturelle Spurensuche in gemeinsamer europäischer Vergangenheit und Gegenwart.

Schüler*innen der HLW Bad Ischl setzen sich ab 2023 mit den vielfältigen historischen und gegenwärtigen Verbindungen des Salzkammerguts zum Balkan auseinander. Diese Verbindungen reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als beispielsweise Protestant*innen unter Kaiser Karl VI. und Maria Theresia umsiedeln mussten oder auch Holzknechte für die Arbeit und Leben im Banat angeworben wurden.

Im Rahmen einer Exkursion ins Banat machen sich Schüler*innen der HLW Bad Ischl auf die Suche nach Spuren dieser gemeinsamen Geschichte. Im Austausch mit Jugendlichen vor Ort werden historische und gegenwärtige gemeinsam betrachtet. Gemäß dem Sozial-Schwerpunkt der HLW Bad Ischl wird auch langfristiger Austausch mit sozialen Einrichtungen angestrebt.

Balkan Route

2023-2024, Bad Ischl & Rumänien
Projektbeteiligte: HLW Bad Ischl, Hans Fuchs
Orte: Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

CITY OF CERAMICS – Keramik zwischen Zeit und Raum

Unter dem Titel „Keramik zwischen Zeit und Raum“ soll Gmunden ihrem Ruf als Keramikstadt auf zeitgenössischer Ebene weiter gerecht werden. Hier vereinen sich Projekte zwischen Kunst und Handwerk, Theorie und Praxis, Inspiration und Innovation. Somit entsteht ein nachhaltiges österreichisches Kompetenzzentrum für Keramik, das internationale Relevanz schafft – vom Salzkammergut aus!

Mit seinem breiten Angebot wird Gmunden zum Zentrum für bereits etablierte und zukünftige Keramikexpert*innen sowie für Keramikbegeisterte und -betrachter*innen aus dem In- und Ausland. Bei allen geplanten Initiativen geht es um das Wecken von Interessen und das Einbeziehen sowohl der Bewohner*innen des Salzkammergutes wie auch von Künstler*innen und Gästen aus aller Welt. Ein Bekenntnis zum Schwerpunkt Keramik im historischen und zeitgenössischen Kontext.

CITY OF CERAMICS – Keramik zwischen Zeit und Raum

2023-2024: Ausstellungen, Kunst im öffentlichen Raum, Conferences, Award Projektträger*innen: Verein zur Förderung europäischer Keramikkünstler Ort: Gmunden
Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Damals?

Was bedeutet Menschsein? Was hat die NS-Zeit mit uns und der Welt heute zu tun?

Das Projekt DAMALS? erprobt, erforscht und entwickelt im Salzkammergut in mehreren Phasen bis 2024 partizipative Methoden und Angebote im öffentlichen Raum. Zentral dabei sind das Sprechen über die NS-Zeit sowie die Menschen, die – in unterschiedlichen Formen – am Projekt teilhaben. Gearbeitet wird prozessorientiert, Diversität und Vielstimmigkeit sind wichtig. Gemeinsam gestaltet und weiterentwickelt werden Fragestellungen sowie Treffen, Spaziergänge, Workshops und andere Vermittlungsangebote, die Rahmen setzen, um uns zum Sprechen, Fragen und Zuhören zu ermutigen.

Der Verein “Geschichte(n) für alle” wurde für das Projekt gegründet und soll über das Kulturhauptstadtjahr hinaus arbeiten. In einem ersten Schritt läuft derzeit eine Ausschreibung für die Mitarbeit im Projekt. Gesucht werden drei Teammitglieder. Bewerbungsfrist ist Mitte Juni. Nähere Informationen dazu sind auf gfa.or.at zu finden. Interessierte können darüber hinaus an das Projekt DAMALS? andocken, indem sie Geschichten, Fotos oder Objekte teilen, an Veranstaltungen teilhaben, Spaziergänge, Workshops und andere Vermittlungsformate buchen – für Familie, Freund*innenkreis, Verein oder Firma. Weitere Möglichkeiten werden im Prozess entstehen.

Design von Lotte Quatember

Damals?

Seit März 2022
Kurator*innen: Tamara Imlinger & Wolfgang Schmutz, Verein „Geschichte(n) für alle“ Orte: Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

Das große Welttheater

Spartenübergreifendes Theaterprojekt frei nach Calderón de la Barca – Theater ecce

Eine Beschäftigung mit Calderóns barockem, christlichen Weltbild, das nicht nur ganz Europa, sondern auch das Salzkammergut prägte, führt sehr schnell zu hochaktuellen und brisanten Fragestellungen. An welchen Werten sollen sich Menschen orientieren, angesichts einer Welt, die in vielen Bereichen im Umbruch ist?

In circa zehn mehrteiligen Workshops in unterschiedlichen Disziplinen sollen in einem ergebnisoffenen Prozess Teile dieses Weltbildes entwickelt, gedacht, erforscht, erfühlt und erfunden werden. Calderóns Allegorien werden mit heutigen Biografien ergänzt, überschrieben, umgedeutet und führen vermutlich zu neuen Fragestellungen. Die Ergebnisse der Workshops sollen im kleinen Kreis in Schulen, Kulturvereinen, Sozialvereinen, Gemeinden präsentiert und diskutiert werden.
Mit den Ergebnissen der Workshops und eigenen Rechercheergebnissen ausgestattet geht es an die Umsetzung eines „barocken Gesamtkunstwerkes“ mit Schauspieler*innen, Musiker*innen, Akrobat*innen, bildenden Künstler*innen, Amateurschauspieler*innen, Musikvereinen.

Ziel des Projekts ist es Diversität in der Region zu fördern, beeinträchtigte Gesellschaftsgruppen in den Mittelpunkt zu rücken und aktiv am Kulturleben zu beteiligen. Partizipation von unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen an einem gemeinsamen Nachdenken über das „herrschende Wertesystem“. Gemeinsames „Feiern“ statt „polarisierendes Gegeneinander“.

Das große Welttheater

Workshops ab 2022 – Aufführungen, Ausstellung & Gesprächsreihe: 22. Februar bis 3. März 2024 Gesamtleitung: Reinhold Tritscher
Künstler*innen und Partner*innen: Ensemble des Theater ecce
Robert Kainar, Musikalische Leitung

Anna Adensamer, Tanz
Remo Rauscher, Video
Alois Ellmauer, Bühne
Regionale Kulturvereine, Musikvereine, Schüler*innen, Amateurtheatergruppen, Chöre, Behinderteneinrichtungen, Sozialvereine, Schulen, Erwachsenenbildungseinrichtungen … Ort: Bad Goisern

A Community Media Music Club Residency

Dieses Projekt ist ein Austausch- und Netzwerkevent mit Workshops, kleinen Konferenz- und Diskursveranstaltungen zwischen internationalen Partner*innen und Vertreter*innen der freien Medien in Österreich im Rahmen der Kulturhauptstadt 2024.
Schon 2023 werden Community Building-Maßnahmen mit lokalen Initiativen anhand von Konzerten und kleineren Diskursformaten umgesetzt.

Das Freie Radio Salzkammergut wird gemeinsam mit dem Freien Radio B138 Menschen aus den europäischen Partnerländern, wie das Civil Radio aus Budapest (Ungarn) und aktive Medienaktivist*innen, Podcaster*innen und Medienkünstler*innen aus der Kulturhauptstadt Tartu (Estland) in ihre jeweiligen Sendegebiete im Almtal (B138) und im Inneren Salzkammergut (FRS) einladen.

Filmstill © zomedia

In der Residency der ungarischen Radios soll der Themenschwerpunkt auf „Medien, Pressefreiheit und Demokratie“ und den gemeinsamen historischen Weg von Österreich und Ungarn liegen. Der aktive Austausch mit Estland wird durch gemeinsame Workshops zu europäischen Themen und gemeinsames digitales Arbeiten mit Schwerpunkt „Podcasting und Multimedia“ forciert. Durch kleine Konferenzen von internationalen Medienaktivist*innen fasst das Projekt eine weltumspannende Perspektive. Ein Status-Quo der freien Medien und die notwendige Weiterentwicklung von Formaten/ Inhalten aufgrund sich ändernder gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse werden diskutiert.

Dialog, Diversity, Democracy: A Community Media Music Club Residency

WANN: 2023 und 2024
Partner*innen: Freies Radio Salzkammergut, Freies Radio B138 Kurator*innen: Freies Radio Salzkammergut, B138
Orte: Inneres Salzkammergut, Almtal
Projektleitung Salzkammergut 2024: Christian Haselmayr

Eine Frau, die weiß, was sie will!

Musikalische Komödie in zwei Akten (1932) von Oscar Straus in der Regie von Barrie Kosky 20. & 21. Januar 2024, Kongresshaus Bad Ischl

Mit Eine Frau, die weiß, was sie will! schuf der jüdisch-österreichische Komponist Oscar Straus, einer der erfolgreichsten Operettenkomponisten der 1920er und 30er Jahre, ein Meisterwerk, das den Operettenstil der Weimarer Republik verkörpert und mit Hits wie »Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben« und »Jede Frau hat irgendeine Sehnsucht« bis dahin geltende Rollenklischees frech und frisch über den Haufen wirft. Der Text stammt aus der Feder von Alfred Grünwald nach Louis Verneuil.

Glamourqueen Manon Cavallini ist eine von allen Männern umschwärmte Operettendiva… Die Vollblutdarsteller*innen Dagmar Manzel und Max Hopp spielen und singen sich mit Power und Slapstick durch 20 Figuren. Eine atemlose Tour de force, bei der das Orchester unter Adam Benzwi mit einem Feuerwerk an Märschen, Walzern, Foxtrott und Chansons aus der Feder von Oscar Straus ordentlich einheizt.

Foto: Iko Freese / drama-berlin.de

Eine Frau, die weiß, was sie will!l

20. & 21. Januar 2024, Kongresshaus Bad Ischl

Künstler*innen:

Dagmar Manzel & Max Hopp, Solist*innen
Orchester der Komischen Oper Berlin / Adam Benzwi, Musikalische Leitung Barrie Kosky, Inszenierung
Gastspiel der Komischen Oper Berlin.
Ort: Kongresshaus Bad Ischl
Projektleitung Salzkammergut 2024: Sonja Zobel

GREEN (Arbeitstitel)

Künstlerische Arbeiten über und mit Natur

Was machen wir mit der Natur, was macht die Natur mit uns – die Wissenschaft konfrontiert uns mit apokalyptischen Visionen von Klimawandel, Raubbau, Artensterben, Naturkatastrophen. Das Projekt befragt Künstler*innen nach ihrem Umgang mit dem Thema und entwickelt vielfältige Strategien und Aktionen in Form von eindringlichen Statements und Ausstellungen. In globaler Hinsicht, aber auch mit speziellem Blick auf das Salzkammergut.

Böhler & Orendt_(c) Christian Orendt & Anne Duk Hee Jordan © Jordan

Green (Arbeitstitel)

2024
Eingeladene Künstler*innen (angefragt): Böhler & Orendt (Berlin), Sonja Braas (Siegen), Anne Duk Hee Jordan (Seoul/Berlin), Katrin Hornek (Wien), Caterina Gobbi (Courmayeur, Italien/Berlin), Uku Sepsivart (Estland), Katrīna Neiburga (Riga), Karoline Hjorth und Riitta Ikonen (Oslo/Helsinki) Kurator: Gottfried Hattinger, u.a.
Kooperation mit: Konferenzen „Green“, „Klima“, „Mikrobauern, -bäuerinnen“, u.a.
Ort: Ausstellungen in verschiedenen Orten im Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Christina Jaritsch, Petra Zechmeister

Hands ON! Salzkammergut

Kinder und Jugendliche erfahren traditionelles Kunsthandwerk
Workshops in Ateliers, Werkstätten und Schulen – Herbst 2023 bis Sommer 2024

Hands ON! Salzkammergut verbindet Kinder und Jugendliche mit Tradition und Handwerk. Durch dieses Projekt probieren sich junge Menschen an traditionellem Kunsthandwerk aus, eigenes Interesse an Kunsthandwerk und das Verständnis für traditionelles Handwerk werden entwickelt. Nur durch das hautnahe Erleben von Kunsthandwerk können wir unsere Jugend aktiv in alte Traditionen und das Wissen, welches damit einhergeht, miteinbinden. Eine Auseinandersetzung mit Traditionen ist die Grundvoraussetzung für die Weiterentwicklung von innovativem Kunsthandwerk. Hands ON! Salzkammergut bringt Schüler*innen mit erfahrenen Künstler*innen in den Regionen zusammen; gemeinsam entwickeln sie neue Projektideen. Einerseits besuchen Künstler*innen Schulen des Salzkammerguts, andererseits lernen die Schüler*innen vor Ort in den Werkstätten und Ateliers der Künstler*innen die praktische Anwendung. Hands ON! ist ein pädagogisches Projekt, das die Grundlage für zukünftiges, innovatives Kunsthandwerk fördert.

Hands ON! Salzkammergut

Herbst 2023 & Frühjahr 2024
Kuratorin: Marie Gruber
Ort: mehrere Orte im Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Christian Haselmayr

Hinter den Kulissen

Arbeiter*innen aus aller Welt im Salzkammergut vor den Vorhang! Ein Dokumentarfilm von Alenka Maly

© Daniel Leitner

International ist das Salzkammergut als Tourismus- und Erholungs-Region bekannt, in der unzählige Arbeiter*innen das Werk im Hintergrund am Laufen und damit die erfolgreiche Marke Salzkammergut aufrecht (er)halten. Sie arbeiten in der Gastronomie, in der Tourismusindustrie, als Bauarbeiter*innen oder Altenpfleger*innen für die alternde Bevölkerung der Region. Ohne sie würden viele Wirtschaftszweige stillliegen.

Das Filmprojekt HINTER DEN KULISSEN begleitet Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunftsländer. Manche von ihnen sind bereits vor vielen Jahren in der Region angekommen, und ihre Kinder und Enkelkinder wurden hier geboren. Andere sind erst kürzlich angekommen. Der Film erzählt ihre Geschichten: Woher kommen sie? Wie erleben sie ihr Arbeitsumfeld? Und am wichtigsten: Wie sieht ihr Leben im Salzkammergut auch abseits der Arbeitswelt aus?

Der Film ergründet das Zusammenspiel von Migrationsgeschichte und Traditionen. Ein Fokus wird dabei auf die Konditorei Zauner gelegt, dessen Zaunerstollen selbst Resultat europäischen Austauschs ist, denn er entstand aus dem Handel mit Gewürzen und dem Austausch von Konditor*innen-Wissen innerhalb der Länder des Habsburgerreichs. Heute wird diese Tradition bei Zauner von Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus weitergeführt. Weitere Unternehmer*innen, deren Betrieb durch Menschen mit Migrationshintergrund ermöglicht wird, werden derzeit eruiert. Insgesamt werden 5 Personen filmisch begleitet. Bei der Auswahl wird auf Diversität in Bezug auf Herkunftsland, Generation, Ankunftsjahr in Österreich, Gender, etc. geachtet.

Hinter den Kulissen – Ein Dokumentarfilm

Recherchephase läuft, Dreharbeiten in 2023, Filmpräsentation in 2024
Künstler*innen: Ružica Milicevic (Leiterin der Regionalen Kompetenzzentren für Integration u. Diversität (REKI). Alenka Maly (Regie)
Orte: Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Eva Mair

k(ritisch) u(nd) k(ontrovers)

Eine umfassende und differenzierte Auseinandersetzung mit der Habsburgermonarchie und ihren Konsequenzen

Bad Ischl trägt ein imperiales, mitunter schweres Erbe. Die Vergangenheit unterliegt, wie so oft, auch hier zum Teil einer romantisierenden Verklärung. Das Projekt will den Schleier heben und die K.u.K- Zeit und ihre Auswirkungen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Auf Info-Stelen in den Straßen Bad Ischls werden historische Schlüsseldokumente präsentiert und kommentiert. Das erlaubt eine niederschwellige Auseinandersetzung auch mit den dunklen Kapiteln der Geschichte Österreich-Ungarns. Erstmalig werden hier bis dato unveröffentlichte Ton- und Bilddokumente zugänglich gemacht. Begleitend finden Gespräche und Podiumsdiskussionen mit europäischen Expert*innen statt.

Wege des Widerstands

2024, Bad Ischl
Projektträger*innen: Nadia Rapp-Wimberger, Hannes Leidinger Orte: Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

Lake

Inklusives Tanzprojekt mit Jugendlichen und Kindern sowie professionellen Künstler*innen aus der Region, aus Griechenland und Frankreich

Junge Menschen mit und ohne Beeinträchtigung aus dem Salzkammergut, aus Griechenland und Frankreich erarbeiten tänzerisch mit professionellen Künstler*innen der drei Länder eine Produktion zur Ressource Wasser.
Geplant sind Recherchephasen im März und Oktober 2023. In diesen wird die Notwendigkeit, Bedeutung und Knappheit des Wassers untersucht und innovative Möglichkeiten einer kreativen Darstellung erarbeitet. Die finale Probe- und Aufführungsphase wird im September 2024 stattfinden, für die mögliche Spielorte im öffentlichen Raum an Seeufern im Herbst 2022, bei einer ersten Besichtigung des Organisationsteams, gefunden werden sollen.

Langfristiges Ziel ist es, ein Netzwerk der europäischen, inklusiven Zusammenarbeit aufzubauen, das idealweise über 2024 bestehen und in einem biennalen Festival der Inklusion erhalten bleiben soll. Dieses Festival soll nach 2024 von den involvierten Partner*innen weiterverfolgt und finanziert werden und wird alle zwei Jahre für drei Tage im Salzkammergut, danach in Griechenland und danach in Frankreich stattfinden.

Lake

Erste Recherchephase 2023, Aufführungen September 2024 Künstler*innen: Sophie Bulbulyan, Karla Brooker Projektträgerin: Karla Brooker
Orte: tbd

Projektleitung Salzkammergut 2024: Sonja Zobel

Lust auf Baukultur

Sich mit Baukultur zu beschäftigen bedeutet, den eigenen Lebensraum verantwortungsvoll zu gestalten. Ziel des Projekts „Lust auf Baukultur“ ist es, Menschen zu sensibilisieren und an der Vergrößerung eines thematischen Netzwerks in der Region mitzuwirken.

Der Verein LandLuft setzt daher 2023 und 2024 auf Vermittlungsaktivitäten und Best Practice- Beispiele zur Bewusstseinsbildung. Diese richten sich zum einen an Bürgermeister*innen, Gemeinderät*innen und Verwaltung – jene, die in ihrem Alltag aktiv Einfluss auf die Baukultur nehmen – zum anderen sind Baukultur-Interessierte eingeladen, am Prozess teilzunehmen. In drei Phasen werden (land-)luftige Formate angeboten, die Lust darauf machen, sich mit Baukultur auseinander zu setzen und dazu anregen selbst ins Tun zu kommen.

Mit „Durchs Reden kommen die Leut‘ zam“ beginnt ab dem Frühjahr 2023 eine Dialog- und Aktivierungsphase abseits der Öffentlichkeit. Die Werkstatt „Lust auf Baukultur“ im Herbst 2023 setzt im nächsten Schritt auf Vernetzung und Inspiration im großen öffentlichen Rahmen. Anschließend schafft die im Kulturhauptstadtjahr 2024 stattfindende Veranstaltungsreihe „Baukultur machen Menschen wie Du und ich“ die Basis für gute Ideen, Projekte und Weiterentwicklung.

© Roswitha Natter

Lust auf Baukultur

Ab Frühjahr 2023
Projektverantwortliche: Anneke Essl (GF LandLuft), Doris Gugler (GF LandLuft) mit dem Vorstand LandLuft (strategische Begleitung)
Orte: Verschiedene Orte des Salzkammerguts
Projektleitung Salzkammergut 2024: Eva Mair

NEW SALT Festival

Das NEW SALT Festival steht für Konzerte, Klubnächte und ein Festival für elektronische & alternative Musik mit Schwerpunkt auf Digital Arts

In unterschiedlichen Formaten bündelt NEW SALT Festival zukunftsweisende, musikalische und ästhetische Positionen einer Gegenwartskultur, die im Sinne einer Reflexion oder eines Echos, den Geist der Zeit und die Verfassung einer zunehmend zukunftspessimistischen Gesellschaft mittels Musik- und Kunstproduktion hinterfragt und dabei als gegeben betrachtete Realitäten neu verhandelt und einordnet. Innerhalb der programmatischen Linie dient aktuell der Begriff »reverse« als eine Art Losung, Anhaltspunkt und Gedankenexperiment, das facettenreiche Versuchsanordnungen und Betrachtungsweisen liefert. »reverse« steht hier für ein Umstoßen und Umordnen der Dinge, für Austausch und Reflektion sowie für ein Betrachten von alternativen Konzepten und Praktiken.

Das Zentrum bilden Konzerte, Klanginstallationen, offene Formate wie Workshops und Labs sowie audiovisuelle Arbeiten, die neben etablierten Orten auch die außergewöhnlichen Naturschauplätze der Region einbeziehen. NEW SALT Festival wird so zu einer sich über die Jahre 2023 und 2024 erstreckenden Veranstaltungsserie, bei der der Netzwerk- und Plattformgedanke im Vordergrund steht und neue sowie bestehende Verbindungen innerhalb der lokalen und internationalen Szenen und ihren Protagonist*innen nachhaltig etabliert und forciert werden.

Neben wichtigen regionalen und nationalen Verbindungen beabsichtigt NEW SALT Festival den Austausch mit internationalen Kooperationspartner*innen und hier vor allem mit Akteur*innen aus Osteuropa, um die gemeinsame Vergangenheit und Potentiale der Gegenwart zu reflektieren. Das Festival will neu bewerten, umdeuten und weiterdenken und gerade die derzeitige Situation verlangt es, dass die Kulturszene in den osteuropäischen Ländern gestärkt und eine nachhaltige Vernetzung angestrebt wird. NEW SALT Festival unterstützt für diesen Austausch innovative, genreauflösende Projekte und ermöglicht musikalische Entdeckungen über die Ränder hinaus.

NEW SALT Festival

Konzerte, Clubnächte, offene Formate 2023 & Festival 2024
Kurator*innen & Produktion: Ursula Winterauer, Maximilian Zeller, Eva Fischer, Johannes Maile Projektleitung Salzkammergut 2024: Christian Haselmayr
Orte: diverse Orte des Salzkammerguts

Remote Bad Ischl

Künstlergruppe Rimini Protokoll, 1. bis 31. Mai 2024

In Bad Ischl bricht eine Gruppe von bis zu 50 Menschen, ausgestattet mit Kopfhörern, in die Stadt auf. Geleitet werden sie von einer künstlichen Stimme, wie man sie von Navigations-Systemen kennt. Die Begegnung mit der Künstlichen Intelligenz verleitet die Gruppe zum Selbstversuch. Wie können wir gemeinsam Entscheidungen treffen? Wem folgen wir, wenn wir uns von einem Computerprogramm leiten lassen? 50 Menschen beobachten sich gegenseitig, treffen individuelle Entscheidungen und sind doch immer Teil einer Gruppe. Während die Künstliche Intelligenz menschliches Verhalten aus der Distanz beobachtet, wird die Stimme mit jedem Schritt vertrauter. Unterwegs vertonen Kunstkopf-Aufnahmen und filmische Kompositionen die urbane Landschaft. Die Reise durch die Stadt fühlt sich mehr und mehr an wie ein kollektiver Film. Das Projekt bewegt sich als mobiles Forschungslabor von Stadt zu Stadt. Dabei baut jede neue ortsspezifische Version auf der Dramaturgie der Vor-Stadt auf und schreibt das Stück so immer weiter. Remote Bad Ischl beschäftigt sich mit traditionsreichen Orten und Begebenheiten in Bad Ischl.

RemoteTaipei © Lafun Photography & Remote X © Anastasiia_Fateeva

Remote Bad Ischl

Bad Ischl, 1.-31. Mai 2024
Künstler*innengruppe Rimini Protokoll, Berlin Kurator: Gottfried Hattinger
Ort: Bad Ischl, Stadtraum
Projektleitung Salzkammergut 2024: Sonja Zobel

Salt.Lake.City

Kunstausstellungen zu den Themen Salz und Wasser

Die lebenswichtigen Elemente Salz und Wasser sind seit jeher bis heute bestimmende Faktoren in der gesamten Region. Intendiert ist eine Kunstausstellung mit Objekten, Fotoarbeiten, Installationen zu verschiedenen Themenbereichen im Zusammenhang mit Salz und Wasser; auch metaphorisch gesehen als „Salz des Lebens“ und mit Bezug auf das Motto der Kulturhauptstadt „Kultur ist das neue Salz“.

Tea Mak̈ ipaä ̈ „Antlantis“ © Tea Mak̈ ipaä ̈ & Leo Schatzl © Leo Schatzl

Die Ausstellungen/Installationen werden in größeren Hallen gezeigt, können aber auch in mehreren Räumen und öffentlichen Plätzen oder in einigen der vielen Seen im Salzkammergut stattfinden. Existierende Arbeiten, vor allem aber Auftragswerke an Künstler*innen oder Gruppen.

Salt.Lake.City

Ausstellung, 2024
Eingeladene Künstler*innen: Fabien Bouchard (Frankreich, Paris), Julian Charrière (Schweiz, Berlin), Leandro Erlich (Argentinien, Buenos Aires), Anya Gallaccio (England, London), Anne Imhof (D, Berlin), Sigalit Landau (Israel, Tel Aviv ), Lucy+Jorge Orta (Frankreich, Paris), Stephanie Lüning (D, Dresden), Urban Mäder (Schweiz, Luzern), Tea Mäkipää (Finnland, Helsinki), Kati Roover (Estland, Helsinki), Michael Sailstorfer (D, Berlin), Leo Schatzl (Österreich, Linz), Troika (England, London), Anna Rún Tryggvadóttir (Island, Reykjavik ), Motoi Yamamoto (Japan, Tokyo), Wenting Zhou (China, Peking), Stefanie Zoche (D, München), u.v.a. Kurator: Gottfried Hattinger
Ort: Seen, Sudhaus Bad Ischl u.a. Ausstellungsräume, Leerstände im Salzkammergut Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

SALTICE – Salz & Eis

Eine neue Kinderoper von Ruben Zahra und Susanne Felicitas Wolf.
Februar 2024, Papiermachermuseum ALFA Veranstaltungszentrum, Laakirchen

SALTICE ist eine Kinder-Musiktheater-Produktion, die partizipativ mit Profis und Kindern erarbeitet wird und nach ihrer Uraufführung im Salzkammergut auf eine internationale Tournee geschickt werden soll.
Ein kleines Team von professionellen Künstler*innen entwickelt die Stränge des Projekts und porträtiert eine Kombination aus zeitgenössischer Musik, Erzähltext, Tanz, digitaler Animation, Videokunst und Kostümdesign. Die Geschichte von SALTICE ist historisch geprägt durch das Erbe des Salzhandels und der Eishöhlen des Dachsteingebirges. Die Erzählung wird die beeindruckende Landschaft in einer Fantasiewelt wiedergeben, die stark von der Geschichte und den Traditionen der Region beeinflusst wird.

Das Hauptmaterial für das Bühnenbild, die Kostüme und Requisiten ist hauptsächlich recyceltes „Papier“; damit wird das Thema Ökologie und Abfallwirtschaft im Salzkammergut adressiert. Durch die Anwendung von Origami-Techniken wird somit das Abfall- und Alltagsprodukt Papier zum innovativen künstlerischen Erlebnis, dass mit dem ALFA Laakirchen (Papiermachermuseum) auch einen passenden Veranstaltungsort gefunden hat.

SALTICE – Salz & Eis

17. – 25. Februar 2024
Künstler*innen: Ruben Zahra (Komposition/Regie) und Susanne Felicitas Wolf (Text/Libretto) Projektträger: Ruben Zahra
Ort: Papiermachermuseum ALFA Veranstaltungszentrum, Laakirchen
Projektleitung Salzkammergut 2024: Sonja Zobel

Salzkammergut Daily – eine Zeitreise

Gerade die Region des Salzkammerguts wird seit dem 19. Jahrhundert bis heute durch klischeehafte bildliche Darstellungen als Kulisse der Tourismus- und Freizeitindustrie geprägt.

Historische Aufnahmen des Salzkammerguts, entweder bildliche Dokumentationen des Alltags, diverser Feierlichkeiten oder Landschaftsaufnahmen von namhaften und unbekannten Fotokünstler*innen werden gesammelt. Hierbei geht es nicht nur um Arbeiten aus diversen Archiven (z.B. Trautenfels/Johanneum), auch die Bewohner*innen des Salzkammerguts werden gebeten, private historische Fotos zur Verfügung zu stellen.

Die vorliegenden historischen Motive sollen internationalen Künstler*innen als Inspiration zur Jetztzeit dienen, sich in fotografisch-künstlerischer Form mit dem heutigen Salzkammergut als geopolitischen Raum zu beschäftigen. Fotografie wird als künstlerisches Ausdrucksmittel verwendet, um mit Blick auf die historischen Motive interpretative, sozialkritische, vergleichende oder ideologisch-politische Werke neu zu schaffen.

Salzkammergut Daily – eine Zeitreise

2024
Projektträger*innen: Yvonne Oswald
Orte: Fotoausstellung im Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Salzkammergut Craft Art Lab (SCALA)

Ein offener, außerschulischer Experimentierraum für Handwerk und Kunst.

Durch das Salzkammergut Craft Art Lab (SCALA) werden Bad Goisern und das Salzkammergut im internationalen Netzwerk von Handwerk und Kunst positioniert. Das Projekt lädt die Welt ins Salzkammergut ein und die neu gewonnenen Netzwerke ebnen Wege für die regionalen Handwerker*innen und Künstler*innen, um in die Welt zu gehen.

Zu den lokalen Akteur*innen, aus denen SCALA hervorgeht, zählen aktuell das Hand.Werk.Haus und das Otelo in Bad Goisern. Beide haben sich in und über die Region hinaus im Vermittlungs-, Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich positioniert. Durch SCALA entsteht ein gemeinsamer Experimentierraum, der zugleich Anknüpfungspunkt für Kooperationen mit anderen Kultur- einrichtungen und Betrieben der Region sowie Universitäten und intern. Partner*innen bietet.

© Regine Pots

Durch die Artist-in-Residency-Programme REVIVE (Partizipation & Vermittlung), EXCHANGE (internationaler Austausch) und TRANSFER (internationaler Austausch) sowie das SCALA FORUM 2024 (Nachdenken & Diskussion) wird das Labor von Beginn an zum Leben erweckt und lädt Menschen aus aller Welt zum Experimentieren mit Kunst und Handwerk nach Bad Goisern ein.

Salzkammergut Craft Art Lab (SCALA)

Ab Herbst 2022, laufend – Residencies, Vermittlungsprogramme und Veranstaltungen. Projektverantwortliche: Dietmar Laimer-Hubmann, Heidi Zednik, Michael Körner, Donna Price, Georg Hrovat / HAND.WERK.HAUS
Internationale Kooperationspartner*innen: u.a. Penland School of Craft (US), Open Design School Matera (IT), Valetta Design Cluster (MT), uvm.
Orte: Bad Goisern & diverse Orte des Salzkammerguts
Projektträger: Otelo e-Gen Vorchdorf
Projektleitung Salzkammergut 2024: Eva Mair

Simple Smart Buildings

Welche Materialien und Techniken wurden in der Vergangenheit eingesetzt, um resiliente Häuser zu bauen? Welche dieser Bauweisen haben sich langfristig als dauerhaft, nachhaltig und schön erwiesen?

Smart Buildings müssen nicht mit hochkomplexen und damit störungsanfälligen technischen Systemen ausgestattet sein, deren Lebenszyklen durch den raschen Technologiewandel auf wenige Jahre reduziert sind. Smart ist ein Gebäude dann, wenn es ohne weiteres Zutun einfach lange und gut funktioniert. Aus lokal vorhandenen Baustoffen entwickelten sich resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten. Das Ergebnis dieser Art zu bauen, ist mehr als ein Dach über dem Kopf für wenige Jahre, es ist kein Smart Building, das prozessorgesteuert funktioniert. Es ist aber auch kein Stupid Building, sondern ein simples Gebäude im besten Sinn, ein Gebäude das wenig Ansprüche stellt, sondern in erster Linie den Menschen, die es nutzen, dient.

© Friedrich Idam

Im Rahmen dieses Kulturhauptstadt-Projekts steht die partizipative Wissensvermittlung von Simple Smart Buildings im Vordergrund. Zwischen Frühjahr 2023 und Herbst 2024 finden Workshops und Vorträge an unterschiedlichen Orten des Salzkammerguts statt. Die Workshops zu beispielsweise Lehm, Kalk, Trockensteinmauern oder Kastenfenstern stehen in direktem Bezug zu den jeweiligen Orten. Zur Teilnahme an den Workshops werden insbesondere Mitarbeiter*innen der Gemeinden und Bauhöfe, Schüler*innen und Studierende aber auch alle am Handwerk interessierten Menschen eingeladen. Das vermittelte Wissen wird der Öffentlichkeit auch in Form von produzierten Videoclips zur Verfügung stehen. Der Gesamtprozess wird durch die Initiatoren und Architekten Friedrich Idam, Günther Kain und Andreas Zohner wissenschaftlich und publizistisch begleitet.

Simple Smart Buildings

Ab Frühjahr 2023
Inhaltliche Leitung: Friedrich Idam, Günther Kain, Andreas Zohner Organisatorische Leitung: Stefan Sifkovits (BIS Salzkammergut) Orte: Hallstatt, Bad Goisern, Grundlsee, Ebensee
Projektleitung Salzkammergut 2024: Eva Mair

The Tree

Drehbuch & Film – Regisseur Bashir Qonqar

„The Tree“ ist ein Film über die persönliche Geschichte eines Palästinensers, der von Bethlehem nach Bad Goisern auswandern musste. Der Regisseur und Künstler Bashir Qonqar verarbeitet seine Erlebnisse, erkundet Traditionen, Religion und Gemeinsamkeiten zwischen den Regionen.

„Dieses Projekt beginnt mit meiner persönlichen Geschichte als Palästinenser, der sein Leben in Bethlehem verlassen musste und ein neues Leben im Heimatort meiner Frau, Bad Goisern, startete. Das Leben im Salzkammergut gab mir Perspektiven und Energien, die ich vorher nicht hatte, und ich wollte mehr über die Region erfahren. Ich hörte die Geschichten der Menschen – alles, was ich hörte, machte die Gegend noch magischer und inspirierender; gleichzeitig bemerkte ich die Ähnlichkeiten zwischen dem Ort meiner Herkunft und dem Ort, an dem ich heute lebe. Genau darauf möchte ich mich konzentrieren. Dieses Projekt erforscht und entdeckt die Gemeinsamkeiten von Jericho und dem Salzkammergut und findet einen Punkt, an dem sich diese beiden Orte treffen. Erkundet und präsentiert werden Mythologie, Religion, Traditionen, Legenden und alles andere, was die Regionen ausmacht,“ so Bashier Qonqar

The Tree

Drehbuch und Filmpräsentation 2024
Genre: Fiction / Drama / Familie / Biografie
Drehorte: Bad Goisern, Hallstatt, Obertraun, Bad Ischl, Palästina, Kroatien
Regie: Bashir Qonqar & Maximilian Rosenberger
Musik: Toni Burger (A), Majeed Qonqar (PAL), Bashir Qonqar (A/PAL)
Kooperation: Visionen Händler – Fotografie & Film / Österreich, Masrah Al Harra (AlHara theatre group / Palästina), Munjeed Kharoufeh (Filmemacher/Palästina), Majdi Al Omari (Filmregisseur/ Palästina
Projektleitung Salzkammergut 2024: Christian Haselmayr

Transformation 4.0

Neben Kunstausstellungen und Künstler*innenresidenzen, sind es vor allem die unterschiedlichen Schwerpunkte der Geschichte der Fabrik, der Geschichte der Arbeit, der Gegenwart und der Zukunft, die wir mit den Bewohner*innen und eingeladenen Künstler*innen vor Ort ausloten und bearbeiten.

Dabei ist es dem Kulturverein Kunstfabrik 4.0 wichtig, junge Menschen ebenso zu erreichen wie ältere Menschen, Kunstinteressierte genauso wie jene, die sich einfach nur mit anderen Menschen treffen und sich austauschen möchten. Bis 2024 wird dieser Ort durch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen zum Leben erweckt und in Folge ein fixer Bestandteil in der regionalen Kulturlandschaft sein.

Transformation 4.0

2022-24, Laakirchen
Projektträger*innen: Kulturverein Kunstfabrik 4.0
Orte: Laakirchen, ehemaliges Werksgebäude Areal UPM Papierfabrik Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Das ehemalige Werksgebäude auf dem Fabrikgelände der Papierfabrik in Steyrermühl öffnet sich in den kommenden vier Jahren Stück für Stück für die Menschen und die Kunst.

Noch sind die Relikte des nicht allzu lange zurückliegenden Industriezeitalters zu sehen. Wir entwickeln und treiben anhand des Projekts den Transformationsprozess des ehemaligen Werksgebäudes voran und entwickeln mit künstlerischen Mitteln Utopien für eine positive Welt von Morgen.

Transformation 4.0_2022 umARBEITEN_umFORMEN

Der Fotograph Felix Friedmann wird im Sommer 2022 das Thema Industriekultur zeitgemäß und künstlerisch fotografisch aufarbeiten.

Unconvention – Eine Spurensuche

Eine kritische Reflexion über Unkonventionelles, Gegenkultur und Underground. Viertägige Konferenz mit Workshops, Performances, Konzerten, Literatur und Vernetzung.

Unkonventionell. Gegen den Mainstream. Gegen-Kultur. Gegen die da oben? Denkt man im Kontext des Salzkammergutes an diesen Begriff, so fällt Naheliegendes ein: Eigenständig. Eigensinnig. Widerständig. Ob Realität oder Klischee, irgendwie scheint die Idee des Unkonventionellen und der Abgrenzung gegen zentrale Macht (auch eine Erbschaft des Protestantismus?), gegen Vereinnahmung und Anpassung mit dieser Region verbunden zu sein – auch wenn es vielleicht nur die halbe Wahrheit ist. Dies betrifft die Geschichte der Region, vor allem auch die Geschichte einer regionalen Arbeiter*innenkultur, die in Opposition und Widerstand zum Nationalsozialismus geriet. Und es betrifft die Betonung des Besonderen und Eigenständigen der Region – bis hin zum Tourismusmarketing. Es betrifft Jugendkulturen und Kulturinitiativen, die sich einen Platz für eine andere, eigene Kultur erkämpf(t)en – auch gegen die vereinnahmende Übermacht von Traditionalismus und „Volkskulturideologie“. Es betrifft den Widerstand gegen den rasenden Wahnsinn einer aus den Fugen geratenen Wachstums- und Zivilisationsentwicklung. Ein Widerstand, der sich in verschiedenen Formen des Aussteigertums und des Rückzugs äußert: als Flucht auf das Land oder als Rückzug auf heile Inseln und in geschlossene Communities. Es betrifft eigenständige Musikkulturen und literarische Experimente jenseits des Mainstreams der Musikindustrie, deren Protagonist*innen ihre eigenen künstlerischen und musikalischen Ausdrucksformen finden – vom Underground bis zur Volksmusik. Ausdrucks- und Erscheinungsformen des Unkonventionellen bis hin zum Gegenkulturellen sind unüberschaubar. Sie finden sich im Besonderen auch in dieser Region.

Unconvention – Eine Spurensuche

2024
Projektträger: Verein „E.I.K.E.-Forum – Woferlstall“ Ort: Bad Mitterndorf
Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

Salzkammergut Design Challenge aka Verortung

Design / Handwerk & Industrie im Salzkammergut – mit Mexikoschwerpunkt

Eine Verortung und Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Design, Materialkultur, Handwerk, Tradition, Herstellung/Making und Industrie – im Salzkammergut, sowie einem internationalen Dialog und Schwerpunkt mit Mexico.

Mexiko hat eine unheimlich starke, reiche Tradition, Materialvielfalt und lebendige Handwerkskultur, mit der sich Mexikos Designer*innen auseinandersetzen. In fruchtbaren Kollaborationen werden so Traditionen und artisan communities am Leben erhalten und Designer*innen haben ein weites Feld an Möglichkeiten. Seit circa drei Jahren spricht man in der Designwelt von einem ‘Mexican Moment’, einem regelrechten ‘Designboom’, der in Mexiko stattfindet. Das wird mit diversen Designarbeiten, die die Ausstellung aus Mexiko ins Salzkammergut bringen, dokumentiert. Zusätzlich werden mexikanische Designer*innen ins Salzkammergut eingeladen, um hier zu kollaborieren.

Noemi Kiss, © Felix Friedmann

Salzkammergut Design Challenge aka Verortung

Ausstellung, 2024
Eingeladene Künstler*innen (angefragt): Noemi Kiss (Österreich) Julio Martínez Barnetche (Mexiko) 1050 GRADOS (Mexiko – Oaxaca) David Pompa (Österreich und Mexiko, Thierry Jeannot (France / Mexiko – Mexico City) Verena Schatz (Österreich) Martin Kunze & Mascha Kosareva – K&K Keramik (Österreich und Russland) Frida Escobedo, Fernando Laposse (Mexiko) Annette Hinterwirth (Österreich) Philippe Malouin (UK-Kanada)…
Kurator: Marion Friedmann
Orte: Ausstellung in SKGT2024 eventuell mehrere Stationen in Industriebetrieben / Handwerksbetrieben / Studios in der Form eines Designpfades
Projektleitung Salzkammergut 2024: Petra Zechmeister

Water is the New Soil [Arbeitstitel]

Dialog zwischen Handwerk & Kunst sowie Natur & Technik

„Water is the New Soil“ ist ein 2023 startendes, internationales Vernetzungsprojekt der Kulturhauptstädte Europas Novi Sad 2022, Veszprém-Balaton 2023, Timisoara 2023, Bad Ischl- Salzkammergut 2024 und Trencin 2026.

Eine „Plätte“ ist ein traditionelles Holzboot des Salzkammerguts. Die von Wolfgang Müllegger und Georg Holzmann konzipierte Skulptur (etwa 15m lang und 2,50m breit) lehnt sich in der Bauart an die Plätte an, ist aber kein historisierender Nachbau. Der Entstehungsprozess erfolgt in einer offenen Werkstatt. Die fahrende Skulptur durchquert mit der Slowakei, Ungarn, Serbien und Rumänien vier Länder und kommt im rumänischen Timisoara wieder zum Stillstand. Die Bewegung die Donau hinab bietet Raum für zufällige Begegnungen entlang des Ufers aber auch Raum für gemeinsame Aktionen und Kooperationen mit Künstler*innen oder anderen Partner*innen aus den aktuellen und zukünftigen Kulturhauptstadt-Ländern.

Die Aufstellung der Skulptur erfolgt schließlich im öffentlichen Raum, der Bezug zu ihrem Entstehen und ihrem Weg die Donau hinab hat. Das Team tritt die Heimfahrt mit dem Zug und – in Österreich – zu Fuß über die Berge an, wie es der historischen Praxis der Naufahrer aus dem Salzkammergut entspricht.

Den Abschluss bildet die Gestaltung eines Abschlussfilmes aus der filmischen Dokumentation des gesamten Projekts.

Water is the New Soil [Arbeitstitel]

Bau der Skulptur und Reise 2023, Filmvorführung & Vorträge 2024
Projektteam: Julia Müllegger (Kuratorin), Wolfgang Müllegger (Künstler und Bootsbauer), Michael Straberger (Bootsbauer, Kommunikation & PR), Georg Holzmann (Künstler), Philipp Bruckschlögl (Video-Künstler);
Partner*innen: Trencin 2026, Veszprem 2023, Novi Sad 2022, Timisoara 2023, Österreichisch- Rumänische Gesellschaft, Márton Méhes;
Orte: Traunsee, Wachau / Wien (AT), Komáron (SK), Dunaujváros / Veszprém-Balaton (HU), Novi Sad (RS), Timisoara (RO)
Projektleitung Salzkammergut 2024: Eva Mair

Water.Sound.Flow

Sound- & Klangatlas der Salzkammergut 2024-Region

Das Salzkammergut wurde vom Wasser geprägt. Während das Wasser in seiner flüssigen Form immer noch allgegenwärtig ist, wurden die ehemaligen salzigen Sedimente des Wassers zur Grundlage der Siedlungen, des spezifischen Erbes und des Namens des Salzkammergutes. Auch im Bereich des Klangs finden wir zwei Phasen: den sich fortbewegenden Strom, der die Entfernung zwischen einer Quelle und einem Wahrnehmenden überbrückt, und die Sedimente in Form von Aufzeichnungen – Klang, der in dauerhafte Materialien eingeschrieben ist. Projektleiter Thomas Grill und sein Team vernetzen die Orte der Region, indem sie die Klänge des Wassers in unterschiedlichen Formen darstellen und dazu verschiedene künstlerische Strategien einsetzen.

Water.Sound.Flow wird die Themen des akustischen Transports und der Kommunikation mit den Wasserlandschaften des Salzkammergutes verbinden. Durch kompositorische und performative Aktivitäten, verschiedene Arten der akustischen Ausbreitung, den umfangreichen und unorthodoxen Einsatz von Lautsprechern und diversen Klang-Gefäßen entsteht ein Netzwerk von Klangströmen über Hügel und durch Täler. Die Form des Klangs wird während der Reise kontinuierlich transformiert, nimmt Farben, Geschmäcker und Gerüche an, nimmt Verunreinigungen auf und hinterlässt Rückstände – so wie Wasser, das durch eine Landschaft fließt. Eine Vielzahl von Aufzeichnungs- und Abhörstationen – sowohl öffentliche als auch intime – ermöglichen es dem Publikum, an den Wasser-Klang-Strömen teilzunehmen und ihnen zu lauschen.

Die Projektaktivitäten werden von einzelnen Gruppen durchgeführt, jede mit einem spezifischen Schwerpunkt und räumlich getrennt in der Kulturhauptstadt 2024-Region, aber verbunden durch den Austausch von Klangmaterial und gemeinsamen Aufführungen.

Water.Sound.Flow

2023 & 2024
Projektleiter: Thomas Grill
Orte: verschiedene Orte des Salzkammerguts. Projektleitung Salzkammergut 2024: Christian Haselmayr

Wege des Widerstands

Dieses Projekt führt politische Geschichte und Wandern zusammen. Sieben Wanderungen zwischen Mai und Oktober 2024

Die schroffen Berggebiete, die dichten Wälder und weitläufigen Almen des Salzkammerguts dienten während des Nationalsozialismus nicht nur Widerstandskämpfer*innen und Deserteur*innen, sondern auch zum Teil hochrangigen Nationalsozialist*innen als Versteck. Im Rahmen des Projekts finden Wanderungen statt, die weniger spektakuläre Berggipfel zum Ziel haben, sondern an originale Schauplätze leiten, die in diesem Kontext eine wesentliche Rolle eingenommen haben, jedoch aus dem kollektiven Gedächtnis weitgehend verschwunden sind oder sich dort nie verankert haben.

Geplant sind sieben Wanderungen zwischen Mai und Oktober 2024, die jeweils von 1 Bergführer*in und 1 Historiker*in begleitet werden. Gemeinsam wird die vielschichtige, politische Geschichte an Originalschauplätzen des Salzkammerguts erwandert.

Nach Festlegung der Touren gibt es eine ganztätige Schulung für die Bergführer*innen, um auch mit dem historischen Hintergrundwissen vertraut zu werden. Diese Schulung führt das Team des Zeitgeschichte Museum Ebensee unter der Leitung von Wolfgang Quatember durch, der auch als Historiker bei den Wanderungen dabei ist und über vielfältige Expertise verfügt. Die erfahrenen Bergführer*innen, die die Wanderungen betreuen werden, sind Juliane Leitner aus Pettenbach und Günter Hupfer aus Thalheim bei Wels.

Wege des Widerstands

Mai bis Oktober 2024
Projektbeteiligte, u.a.: VHS Oberösterreich – Zweigstelle Salzkammergut, Wolfgang Quatember und Nina Höllinger (Zeitgeschichte Museum Ebensee), Juliane Leitner und Günter Hupfer, (Bergführer*innen)
Orte: Salzkammergut
Projektleitung Salzkammergut 2024: Lisa Neuhuber

Mehr in einem ARF – Fernsehbericht

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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