Mountainbiken: Mehr Fairplay und neue Strecken zum Saisonauftakt

Bundesforste erweitern Streckennetz um rund 50 Kilometer – österreichweit insgesamt 2.500 MTB-Kilometer auf Vertragsbasis

Rauf aufs Rad und ab ins Grüne: Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) starten mit einem um rund 50 Kilometer erweiterten Streckennetz in die heurige Mountainbike-Saison. Offiziell geöffnet werden die MTB-Strecken vielerorts am 15. April bzw. 1. Mai. „Immer mehr Menschen entdecken das Fahrradfahren für sich – und die Corona-Pandemie hat diesem Trend noch einen zusätzlichen Schub verpasst. Seit Ausbruch der Pandemie sind wesentlich mehr Erholungssuchende im Wald unterwegs, insbesondere auch Mountainbiker*innen. Um diesem Trend Rechnung zu tragen, entwickeln wir das MTB-Netz in unseren Wäldern laufend weiter“, so ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager. Vom Single Trail über Downhill-Strecken bis hin zu Panoramarouten: Bei dem vielfältigen Streckenangebot auf ÖBf-Flächen kommen sowohl Mountainbike-Einsteiger*innen, geübte Freizeitsportler*innen als auch Profis auf ihre Kosten. Insgesamt umfasst das Streckennetz der Bundesforste in ganz Österreich rund 2.500 Kilometer, das entspricht in etwa der Luftlinie von Wien bis zum Nordkap. Der größte Teil befindet sich in Oberösterreich mit rund 750 MTB-Kilometern, gefolgt von Salzburg mit ca. 680 Kilometern, Niederösterreich mit etwa 380 Kilometern, Tirol mit ca. 350 Kilometern und der Steiermark mit rund 340 Kilometern.

Faires Miteinander im Wald
Der Moutainbike-Boom hat allerdings auch seine Schattenseiten: Durch das gestiegene Besucheraufkommen in den Wäldern haben sich nicht nur die Konflikte, sondern auch die Zahl der Unfälle – vor allem mit E-Bikes – erhöht. Neben einem fairen und rücksichtsvollen Miteinander braucht es daher auch verbindliche Spielregeln. Die Österreichischen Bundesforste appellieren deshalb zum Saisonstart an alle Radsportler*innen die „Biker-Fairplay-Regeln“, welche von den ÖBf gemeinsam mit Interessensvertreter*innen entwickelt wurden, einzuhalten: Auf markierten und freigegebenen Routen bleiben, Sperren zu Tagesrandzeiten und im Zuge von Waldarbeiten beachten, Nacht- und Winterruhe einhalten, Wildtiere nicht beunruhigen und Hinweisschilder vor Ort berücksichtigen. „Ein sicheres und unfallfreies Miteinander im Wald funktioniert nur, wenn sich alle an die Spielregeln halten und Rücksicht auf andere Waldbenutzerinnen und -benutzer sowie Tiere und Pflanzen nehmen“, betont Freidhager.

50 neue Mountainbike-Kilometer – Vorzeigebeispiele in Salzburg und NÖ
Da der Nutzungsdruck auf die Naturräume stetig steigt, ist es umso wichtiger, die Besucherströme in ökologisch verträgliche Bahnen zu lenken. Mit der Schaffung von MTB-Routen sowie Reit- und Wanderwegen können diese effizient gelenkt und Interessenskonflikte vermieden werden. Grundlage für alle MTB-Strecken sind vertragliche Regelungen mit Partnern aus Tourismus, Ländern und Gemeinden. 2022 wird das MTB-Streckennetz unter anderem in Salzburg erweitert: In Planung ist derzeit der voraussichtlich rund 7 Kilometer lange Gaisberg-Trail. Die Strecke wird von der Gaisbergspitze Richtung Guggenthal bis zur Zistelalm führen und sich vor allem an Trail-Fortgeschrittene mit entsprechender Erfahrung richten. Auch in Saalbach-Hinterglemm sind zwei neue Trails geplant: Der Schönleitentrail mit insgesamt rund 4,2 Kilometern (davon rund 1 Kilometer auf ÖBf-Flächen) und der Wildenkartrail mit etwa 5,3 Kilometern (davon rund 1,7 Kilometer auf ÖBf-Flächen). Die beiden vom Tourismusverband Saalbach-Hinterglemm geplanten Trails werden voraussichtlich im Herbst 2022 errichtet. Ebenfalls im Herbst entstehen am Zinkenkogel in Hallein drei Strecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und einer Gesamtlänge von insgesamt rund zehn Kilometern.

Ein wichtiger Lückenschluss erfolgt diese Saison in Niederösterreich: Von der Gemeinde Kaltenleutgeben wird eine Verbindung zur stark frequentierten Strecke zwischen Sulz und Perchtoldsdorf geschaffen. Weiters wird im Irenental im Biosphärenpark Wienerwald eine MTB-Verbindung ins Steinbachtal errichtet und – bis ein neuer Radweg entlang der Landstraße fertiggestellt ist – für rund zwei Jahre eine etwa 1,6 Kilometer lange Forststraße geöffnet. Damit wird vor allem für Familien mit Kindern und „Alltagsradler*innen“ eine sichere Verbindung ins Wiental geschaffen.

Sicher unterwegs mit dem E-Mountainbike
Auf zahlreichen Strecken werden zunehmend immer mehr E-Mountainbikes genutzt. Durch Fahrräder mit Elektroantrieb haben auch ungeübtere Personen mit schwächerer Kondition leichter die Möglichkeit, die Natur mit dem Mountainbike zu erkunden. „Durch das höhere Geschwindigkeitsniveau von E-Fahrrädern erhöht sich allerdings auch das Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden. Vor allem mangelnde Vorbereitung und Technik sowie Selbstüberschätzung zählen zu den Hauptunfallursachen“, so Freidhager. E-Mountainbike-Einsteiger*innen unterschätzen anfangs oft die erhöhte Geschwindigkeit und das zusätzliche Gewicht durch Akku und Motor. Um sicher auf den unterschiedlichen Strecken und Trails unterwegs sein zu können, ist es daher vor allem für Anfänger*innen umso wichtiger, die richtige Fahrtechnik sowie das Bremsen vorab zu erlernen und zu üben. Darüber hinaus gilt wie beim „normalen“ Fahrradfahren auch beim E-Mountainbiken: Helm tragen schützt!

Foto: ÖBf-Archiv/S. Beizaee

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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