Krieg in der Ukraine: Saatgut-Transporter aus der Steiermark unterwegs in die ukrainischen Partnerregionen

Die Steiermärkische Landesregierung hat Anfang März den Grundsatzbeschluss gefasst, ihren Partnerregionen in der Ukraine sowie in Polen – insbesondere an der polnisch-ukrainischen Grenze – Unterstützung anzubieten. Diese erfolgt seither Schritt für Schritt. Bei seinem Treffen mit der Landesspitze Ende März hat der ukrainische Botschafter in Österreich, Vasyl Khymynets, den großen Bedarf an Saatgut betont, um die Lebensmittelversorgung im Land aufrechterhalten zu können. Saatgut-Transporter aus der Steiermark sind daher gerade unterwegs in die ukrainischen Partnerregionen.

Humanitäre Hilfe für Partnerregionen in der Ukraine und Polen
Die Steiermark hat zwei Partnerregionen in der Ukraine – Lemberg und Kirovohrad – sowie sechs weitere in Polen. In den polnischen Partnerregionen befinden sich derzeit rund Dreiviertel aller aus der Ukraine Vertriebenen. Auf Antrag von Europalandesrat Christopher Drexler und Finanzreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang hat die Steiermärkische Landesregierung beschlossen, dass insgesamt 180.000 Euro an humanitärer Hilfe zugunsten von Ukrainerinnen und Ukrainern in den Partnerregionen der Steiermark freigegeben werden. Nachdem es nach Beginn des russischen Angriffs nicht möglich war Kontakt zu den offiziellen Stellen in den Partnerregionen in der Ukraine herzustellen, konnte dieser mittlerweile wieder aufgenommen und direkte Hilfslieferungen für Lemberg und Kirovohrad vereinbart werden.

Mais-, Soja- und Kartoffelsaatgut aus Lannach an die ukrainische Grenze transportiert
Bei seinem Treffen mit der Landesspitze in Graz Ende März hat der ukrainische Botschafter Vasyl Khymynets den großen Bedarf an Saatgut – insbesondere Mais und Soja – betont. Im Auftrag von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer hat daher das Europaressort des Landes Steiermark gemeinsam mit der Fachabteilung Katastrophenschutz über die Landwirtschaftskammer Steiermark, Raiffeisen Ware Austria AG (RWA) und Steirersaat zwei Sattelzüge organisiert, die gestern in Lannach gestartet sind. Sie haben 1.234 Packungen Mais- und 120 Packungen Soja-Saatgut im Wert von insgesamt 40.000 Euro geladen. RWA verstärkt die Hilfslieferung mit einem weiteren LKW mit Kartoffel-Saatgut. Die LKWs aus der Steiermark haben mittlerweile Ushgorod an die ukrainisch-slowakischen Grenze erreicht und ihre Fracht dort an die ukrainischen Behörden übergeben, die das Saatgut derzeit weiter nach Lemberg und Kirovohrad bringen.

Unterstützung für die Versorgung von Vertriebenen in Polen
Neben den Partnern in der Ukraine steht das Europaressort in direktem Kontakt mit allen sechs polnischen Partnerregionen. Auf das Hilfsangebot der Steiermark hin, haben sich mehrere mit dem Ersuchen um Unterstützung in Form von Geldspenden gemeldet. An die Partnerregionen Lublin, Vorkarpaten und Kujawien wurden bereits jeweils 20.000 Euro für die Versorgung der Vertriebenen vor Ort ausbezahlt. Für zwei weitere – Lodz und Oppeln – wird die Durchführung von Hilfeleistungen ebenso im Ausmaß von je 20.000 Euro gerade veranlasst. Die Landespersonalvertretung hat ihre Netzwerke und Kanäle genutzt, um über die Spendenmöglichkeiten für die Ukrainehilfe in den Partnerregionen in Polen zu informieren und die Unterstützung so möglichst breit aufzustellen.

Statements:

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer: „Mit gezielter Hilfe wollen wir die ukrainische Bevölkerung unterstützen, um das unsagbare Leid zumindest etwas zu lindern. Wir stehen auf der Seite der Kinder, der Frauen und Männer, die unschuldig verfolgt, misshandelt und getötet werden und werden in der Steiermark alles daran setzen, um unseren Partnerregionen in der Ukraine zu helfen. Die Welle der Solidarität, die in dieser unfassbar schwierigen Zeit durch unser Land geht, ist beeindruckend. Dafür möchte ich mich bei allen Steirerinnen und Steirern bedanken.“

Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang: „Ich bin nach wie vor beeindruckt über die große Hilfsbereitschaft der Steirerinnen und Steirer, die seit Beginn dieses schrecklichen Krieges anhält. Als Landesregierung haben wir immer betont, dass auch wir unseren Teil dazu beitragen wollen, um den von unfassbarem Leid betroffenen Menschen in der Ukraine zu helfen. Mit dem Transport von Saatgut leisten wir nun einen weiteren kleinen Beitrag.“

Europalandesrat Christopher Drexler: „Gerade in einer so schrecklichen Situation gilt es, unseren Partnerregionen zur Seite zu stehen. Mit den gezielten Hilfen wollen wir auch außerhalb der Steiermark einen kleinen Beitrag leisten, die Auswirkungen des Krieges und die humanitäre Katastrophe für die Menschen in der Ukraine zu lindern. Sehr viele Steirerinnen und Steirer engagieren sich seit Wochen auch für die Unterstützung vor Ort – dafür möchte ich ihnen danke sagen!“

Soziallandesrätin Doris Kampus: „Es ist wichtig, dass wir jenen Menschen helfen, die vor dem Krieg geflüchtet sind. Darüber dürfen wir aber nicht vergessen, wie viele Menschen ihre Heimat Ukraine nicht verlassen wollen oder können. Auch für sie ist unsere Hilfe lebensnotwendig. Die Saatgutlieferung ist dabei ein Zeichen der Solidarität und der Hoffnung. Mein Dank gilt allen, die sich an der Ukrainehilfe Steiermark beteiligen.“

RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf: „Besonders in Krisenzeiten ist eine ausreichende Versorgung von Lebensmitteln wichtig. Aus diesem Grund unterstützen wir landwirtschaftliche Betriebe in der Ukraine, damit sie ihrer Aufgabe nachkommen und die ukrainische Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgen können. „

Landwirtschaftskammer Steiermark, Vizepräsidentin Maria Pein: „Als Vertretung der praktizierenden Landwirtschaft macht uns die Situation der Landwirte in der Ukraine sehr betroffen. Es ist für uns ein Gebot und eine Selbstverständlichkeit mit unserem Netzwerk dazu beizutragen, dass in diesem durch Kriegsverbrechen schwer in Mitleidenschaft gezogenem Land agrarische Produktion so gut wie möglich gewährleistet und aufrechterhalten werden kann.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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