Globale Verantwortung soll in der Steiermark schon im Kindergarten starten

Das Land Steiermark wird in den nächsten drei Jahren kostenfreie Workshops für Kinder und Jugendliche ermöglichen, die sich mit dem Thema „Globale Verantwortung“ befassen. Diese sind in einem eigenen „Bildungskatalog“ zusammengefasst, den Europalandesrat Christopher Drexler und Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß vorstellten.

„Die Entwicklungszusammenarbeit des Landes Steiermark dient seit mehr als 40 Jahren einerseits der Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen in Entwicklungsländern und gleichzeitig der Bewusstseinsbildung in der Steiermark“, betont Europalandesrat Christopher Drexler, der in der Landesregierung auch für Entwicklungszusammenarbeit verantwortlich ist. „Mit dem neuen Bildungskatalog wollen wir das Bewusstsein junger Menschen dafür stärken, dass ihr eigenes Verhalten dazu beitragen kann, globale Ungerechtigkeiten zu verringern und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern“, so Landesrat Drexler.

Mehr als 40 zielgruppenorientierte Angebote reichen dabei von Kindergärten über Schulen aller Altersstufen bis zur außerschulischen Jugendarbeit. Die Workshops befassen sich mit fairem Handel, Menschenrechten oder dem persönlichen Beitrag jeder bzw. jedes Einzelnen zum Weltklima. Vom spielerischen Kennenlernen internationaler Gerichte bis zur intensiven Auseinandersetzung mit der „Reise meines Handys“ werden den Kindern und Jugendlichen unterschiedliche brennende Themen unserer globalisierten Welt auf anschauliche Weise nähergebracht.

Die Workshops werden von 14 Initiativen und Organisationen als „FairStyria-Bildungspartner“ durchgeführt, und zwar in der gesamten Steiermark. Mit einem Budget von jährlich 60.000 Euro sollen insgesamt rund 5.000 Kinder und Jugendliche erreicht werden, wobei für die Schulen und Eltern keine Kosten anfallen.

Die Workshops dauern ab einer Schulstunde bis hin zu einer mehrere Monate langen Projektbegleitung. Dabei geht es um Themen wie Ernährung, Fairer Handel, Nachhaltigkeitsziele (sogenannte „SDGs“), Klima und Wasser, Global Citizenship Education oder Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit.

Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß: „Ein Bildungskatalog zur globalen Verantwortung ist ein Schritt in die Richtung diesem Thema seinen zentralen Stellenwert im Bildungskanon zu geben. Kein anderes Thema ist mit so viel Zukunftshoffnungen und Zukunftssorgen unserer Kinder und Jugendlichen zugleich verbunden. Gehen wir daher mit unseren Kindern und Jugendlichen in eine gemeinsame Zukunft, die alternativlos eine nachhaltigere und gerechtere werden muss.“

Die Partner-Organisationen sind bekannte „Player“, wie etwa ISOP (Innovative Sozialprojekte), die Caritas Auslandshilfe, Südwind Steiermark, Welthaus Graz oder „beteiligung.st“. Aber auch kleine und neue Organisationen sind dabei, wie etwa die „SDG Botschafter:innen“, die von Studierenden des Masterstudiengangs „Global Studies“ der Universität Graz gegründet wurden. Der Zeitraum von 2022 bis 2024 ermöglicht Planungssicherheit für die Organisationen. Der neue „FairStyria-Bildungskatalog“ verdeutlicht die Expertise und vielfältigen Kompetenzen der 14 Partnerorganisationen.

Der nun vorgestellte Bildungskatalog ist gleichzeitig Startschuss zu weiteren Aktionen, um das Globale Lernen in der Steiermark zu forcieren und um die weltweiten Bemühungen für ein positive Entwicklungen für alle verständlich und niederschwellig zugänglich zu machen. So soll ein steirisches „Netzwerk für Globales lernen“ mit steirischen Hochschulen und anderen Einrichtungen, wie etwa der steirischen Gemeinde-Verwaltungsakademie, aufgebaut werden.

Europalandesrat Christopher Drexler und Bildungslandesrätin Juliane Bogner Strauß wollen mit FairStyria-Bildungsangeboten das Bewusstsein für Globale Verantwortung in der Steiermark verstärken. © Land Steiermark

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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