2.000 Verletzte beim Heimwerken in der Steiermark

Im Jahr 2021 verletzten sich in der Steiermark rund 2.000 Personen (österreichweit 13.500) beim Heimwerken derart schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten. Das KFV appelliert an Heimwerkende, Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen und eine entsprechende Schutzausrüstung bei den jeweiligen Tätigkeiten zu tragen. 

Bereits seit Jahren ist der Trend zum Heimwerken ungebrochen – wobei die Pandemiejahre diesen Effekt zusätzlich verstärkten: „Während der Pandemie haben viele Menschen in ihr Zuhause investiert. Die eigene Sicherheit wurde jedoch angesichts der hohen Unfallzahlen beim Heimwerken offensichtlich vernachlässigt. Um Heimwerkunfällen entgegenzuwirken, darf eine entsprechende Vorbereitung, welche das Tragen einer adäquaten Schutzausrüstung und das Auffrischen Erster-Hilfe-Informationen im Ernstfall beinhaltet, nicht vergessen werden“ so Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV.

13.500 Verletzte beim Heimwerken im Jahr 2021 
Heimwerken ohne Handschuhe und mit Hausschlapfen? Lieber nicht, wenn man den Blick auf die aktuellen Unfallzahlen aus dem Jahr 2021 richtet. Laut KFV-Unfalldatenbank Injury Database (IDB) Austria verletzten sich in der Steiermark rund 2.000 Personen (österreichweit 13.500) so schwer, dass sie im Spital behandelt werden. Die häufigsten Heimwerkunfälle sind Stürze (26%) und Schnitt- Säge- oder Stichverletzungen (28%), wobei meist die Finger oder Hände betroffen sind. Offene Wunden (37%) und Knochenbrüche (35%) sind dabei die häufigsten Verletzungsarten.

86 Prozent der Verletzten verzichteten auf Schutzausrüstung    
In Österreich greift nur weniger als die Hälfte (42%) aller befragten Heimwerkenden im Alter zwischen 14 und 69 Jahren bewusst auf Schutzkleidung oder Schutzausrüstung zurück. Die Argumente: Fehlende Notwendigkeit, ausreichend gute Fähigkeiten und die Kürze der Tätigkeit sind die drei häufigsten Gründe, warum auf die Verwendung von Schutzausrüstung verzichtet wird. Die Folgen mangelnder oder fehlender Schutzausrüstung beim Heimwerken sind jedoch fatal und schlagen sich auch in den Unfallstatistiken nieder: „Unsere Zahlen führen uns vor Augen, dass 86 Prozent der verletzten Heimwerkenden keine Schutzausrüstung während ihrer Tätigkeiten trugen. Das wiederum zeigt uns, wie wichtig eine entsprechende Aufklärung über mögliche Gefahren beim Heimwerken ist. Wir rufen dringend dazu auf, sich selbst bei banal wirkenden Tätigkeiten zu schützen – insbesondere dann, wenn mit Werkzeugen und technischem Equipment hantiert wird,“ so Trauner-Karner

KFV-Sicherheitstipps für sicheres Heimwerken:

  • Überforderung vermeiden – bei anstrengenden Tätigkeiten Pausen einlegen.
  • Nicht auf die persönliche Schutzausrüstung verzichten. Je nach Art der Tätigkeit geht diese über ein Paar Handschuhe hinaus und umfasst Sicht-, Atem- und Gehörschutz.
  • Beim Kauf von Schutzausrüstung und Werkzeug auf Qualität achten. Mangelnde Verarbeitungsqualität kann nicht nur schnellere Abnutzungen und Schäden, sondern im schlimmsten Fall auch Verletzungen zur Folge haben.
  • Mit neuen Geräten vor Gebrauch vertraut machen, z. B. durch Lesen der Betriebsanleitung oder Einschulung beim Händler oder Geräteverleiher.
  • Bestehende Schutzvorrichtungen an Geräten niemals abmontieren.
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen und darauf achten, dass der Erste-Hilfe-Schrank oder -Koffer immer in Reichweite und ausreichend bestückt ist.
Foto: KFV

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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