VCÖ: In der Steiermark ist Zahl der Verkehrstoten heuer massiv gestiegen – bereits 19 Todesopfer

Auch bundesweit deutlich mehr Verkehrstote – Österreich braucht zusätzliche Verkehrssicherheitsmaßnahmen

VCÖ (Wien, 1. April 2022) – Sehr traurige Unfallbilanz für die Steiermark im 1. Quartal: Bereits 19 Menschen verloren heuer ihr Leben im Straßenverkehr, um 13 mehr als im 1. Quartal des Vorjahres, informiert der VCÖ. Auch österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten anstatt zu sinken massiv gestiegen. Der VCÖ betont, dass es verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen braucht. Denn sonst droht Österreich seine Verkehrssicherheitsziele erneut deutlich zu verfehlen.

Sechs Menschen wurden im Vorjahr in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen in der Steiermark getötet. Heuer waren es nach vorläufigen Daten mit 19 mehr als dreimal so viele, macht der VCÖ aufmerksam. Auch gegenüber der Zeit vor Corona ist die Zahl der Verkehrstoten heuer massiv gestiegen: Im 1. Quartal 2019 kamen zehn Menschen bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, im 1. Quartal 2018 waren 15 Todesopfer zu beklagen, im 1. Quartal 2017 acht Todesopfer. Im Bundesländer-Vergleich weist die Steiermark gemeinsam mit Niederösterreich die höchste Opferzahl auf. In sieben der neun Bundesländer ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle gestiegen, berichtet der VCÖ. Und: Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten anstatt zu sinken heuer extrem gestiegen, nämlich um über 50 Prozent von 48 auf vorläufig 73.

Der Blutzoll auf Österreichs Straßen ist viel zu hoch. Schon im Vorjahr ist die Zahl der Verkehrstoten auf 359 gestiegen. „In der mit Österreich gut vergleichbaren Schweiz war die Zahl der Todesopfer mit 200 deutlich niedriger“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Österreich hat bereits im Jahr 2020 sein Verkehrssicherheitsziel – weniger als 312 Todesopfer – trotz Verkehrsrückgangs infolge der Covid-19 Pandemie mit 344 verfehlt. „Wenn bei der Verkehrssicherheit Ziele verfehlt werden, bezahlen Menschen mit ihrer Gesundheit oder gar mit ihrem Leben. Umso wichtiger ist es, alles daran zu setzen, dass Österreich die künftigen Ziele erreicht“, fordert VCÖ-Sprecher Gratzer verstärkte Maßnahmen. Das aktuelle Verkehrssicherheitsziel sieht eine Reduktion der Anzahl der Verkehrstoten um 50 Prozent bis zum Jahr 2030 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2020 vor auf weniger als 195 Todesopfer.

Österreich ist gut beraten sich an den verkehrssichersten Staaten Europas ein Vorbild zu nehmen und dort wirksame Maßnahmen auch hierzulande umzusetzen. So haben die sichersten Staaten niedrigere Tempolimits: Auf Freilandstraßen Tempo 80 statt 100, auf Autobahnen Tempo 120 (wie in der Schweiz) oder Tempo 110 (wie etwa in Schweden). „Österreich hat als Reaktion auf den ersten Ölpreisschock Tempolimits auf Freilandstraßen und Autobahnen eingeführt. Ein unbezahlbarer Zusatznutzen war, dass damit auch die Zahl der Verkehrstoten stark reduziert wurde. Auch nun kann man mit niedrigeren Tempolimits nicht nur den Spritverbrauch und die Kosten reduzieren, sondern auch die Verkehrssicherheit stark erhöhen“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer. Im Ortsgebiet erhöht Tempo 30 statt 50 die Verkehrssicherheit, insbesondere für Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder und ältere Menschen. In der Schweiz ist zudem im Unterschied zu Österreich die Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits sehr gering. Darüber hinaus ist Österreichs Vormerksystem zu erweitern, insbesondere um Handy am Steuer.

Aufholbedarf gibt es auch bei der Rad-Infrastruktur, die vielerorts große Mängel aufweist. In den Regionen fehlen häufig sichere Radverbindungen zwischen Siedlungen und dem nächsten Ortsgebiet, auch in Städten und Gemeinden gibt es immer wieder gravierende Sicherheitsmängel bei der Rad-Infrastruktur.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

VCÖ: Die meisten Verkehrstoten in der Steiermark und in Niederösterreich (Anzahl Verkehrstote von 1.1. bis 31.3.2022 – in Klammer Änderung zu 1. Quartal 2021)

Steiermark: 19 (plus 13)
Niederösterreich: 19 (plus 7)

Oberösterreich: 9 (minus 6)
Tirol: 7 (plus 5)

Kärnten: 6 (plus 3)
Wien: 4 (plus 2)
Salzburg: 4 (minus 2)

Burgenland: 3 (plus 2)
Vorarlberg: 2 (plus 1)
Österreich: 73 (plus 25)
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2022

VCÖ: Anzahl der Verkehrstoten ist in der Steiermark im 1. Quartal massiv gestiegen

1.Quartal 2022: 19 Verkehrstote (vorläufige Daten)

1.Quartal 2021: 6 Verkehrstote (endgültige Daten)

1.Quartal 2020: 10 Verkehrstote

1.Quartal 2019: 10 Verkehrstote

1.Quartal 2018: 15 Verkehrstote

1.Quartal 2017: 8 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2022

VCÖ: Österreichweit ist Anzahl der Verkehrstoten in Österreich im 1. Quartal um über 50 Prozent gestiegen

1.Quartal 2022: 73 Verkehrstote (vorläufige Daten)

1.Quartal 2021: 48 Verkehrstote (endgültige Daten)

1.Quartal 2020: 69 Verkehrstote

1.Quartal 2019: 64 Verkehrstote

1.Quartal 2018: 79 Verkehrstote

1.Quartal 2017: 71 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2022

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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