So wild ist unsere Steiermark

Unsere Heimat ist vom urbanen Gefüge unserer Städte über die landwirtschaftlich intensiv genutzten Bereiche in den Tälern bis hinauf zu den Almen von Menschenhand geplant und bewirtschaftet. Bei der Gestaltung der Kulturlandschaft, wie wir sie heute vorfinden, stand der Mensch mit seinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen im Vordergrund. Die heimischen Wildtiere wissen jedoch nicht, dass der Platz für sie in unserer Kulturlandschaft begrenzt ist. Im immer wiederkehrenden Jahreskreislauf sorgen sie für Nachwuchs, konkurrenzieren sich um Plätze, die ihnen das bestmögliche Überleben sichern. Die Sieger schaffen es, sich in den verbleibenden Zwischenräumen, in denen sie noch ihren Lebensraum finden, zu behaupten, die Verlierer müssen weichen. Aber wohin? Dazu kommen seit einigen Jahrzehnten immer stärker die Erholungs- und Freizeitinteressen des Menschen, was nur allzu verständlich ist.

Auf der Suche nach der gewünschten Ruhe und Erholung als Ausgleich zum alltäglichen Trubel zieht es viele Menschen in die heimischen Wälder, auf Almen und Wiesen. Egal ob Wanderer, Mountainbiker oder Skitourengeher, allesamt erfreuten sich über neu entdeckte Routen und das damit verbundene einzigartige Naturerlebnis. Sehr zum Nachteil der Bewohner dieser Lebensräume.

Wahre Tatsachen dank der „Heatmap“

Die gewählten Routen werden von den Naturnutzern nur allzu gerne aufgezeichnet, um persönliche Bestmarken zu erreichen bzw. zu toppen. Fasst man diese „Tracks“ zusammen und stellt sie nach Intensität der Nutzung graphisch dar, so erhält man eine sog. „Heatmap“. Auf der Plattform „Strava“ ist eben solche abrufbar und für jedermann einsehbar. Die Karte zeigt Tracks, die wenig oft begangen werden in dunkler, jene die häufig frequentiert werden in immer heller werdenden Farbtönen. Bei Betrachtung der Karte wird deutlich, dass Mitteleuropa nur so „glüht“, die Alpen sind Ziel sämtlicher sportlicher Aktivitäten. Genau hier entsteht ein Nutzungskonflikt, -genau dies sind die Lebensräume unserer Wildtiere. Durch dieses Kartenmaterial wird deutlich, dass es Regelungen für die Naturnutzung geben werden muss. Meist steckt keine Boshaftigkeit, sondern schlichtweg Unwissenheit der Naturnutzer hinter dem falschen Verhalten in der Natur. Die Steirische Landesjägerschaft ist bemüht, durch Aufklärungskampagnen das Wissen um diese Zusammenhänge zu vermitteln.

Natur verpflichtet – uns alle!

Die Natur hat heute viele Rollen. Sie ist Lebensraum, Arbeitsraum, Sehnsuchtsraum, Hobbyraum, Geschäftsmodell, Fotomodell und vieles mehr. Sie ist vielfältig, oftmals unberechenbar und schon lange keine Wildnis mehr, sondern längst Kulturraum – intensiv vom Menschen genutzt. „Wir Steirischen Jägerinnen und Jäger leben mit der Natur, spüren und erfahren sie hautnah bei unseren täglichen Revierausgängen. Wir sehen, wie dramatisch sie sich verändert und dass ein rücksichtsvoller Umgang, damit unsere geliebte Natur so erhalten bleibt, wie sie (gerade noch) ist.“ Zitat: Landesjägermeister Steiermark Franz Mayr-Melnhof-Saurau.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at