Loser Panoramabahn: Sachverhaltsdarstellung der Geschäftsführung der Loser Bergbahnen GmbH &Co KG

Seit ca. 3 Jahren sind wir dabei, den Ersatz für die Aufstiegshilfe auf den Loser zu planen, da die Konzession der Doppelsesselbahn Loser 2 mit heuer ausläuft.

Als Geschäftsführer hafte ich für die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens und bin für gut 50 Mitarbeiter verantwortlich.

Unser Ziel war es, ein ökologisches Vorzeigeprojekt ohne die Nutzung von fossiler Energie und mit Eigenerzeugung von Strom über Photovoltaik, Kleinwasserkraftwerk sowie alternative Heizsysteme mit Wärmerückgewinnung über die Antriebsmotoren und Wärmepumpen umzusetzen.

Unser Projekt Loser Panoramabahn wurde im Februar 2021 vor Ort in der Loser Arena und per Livestream – aufgrund der COVID-Situation – der Öffentlichkeit präsentiert. Das gesamte Projekt ist seither auf unserer Website dargestellt und einsehbar.

Davor gab es zahlreiche Präsentationen, auch vor dem kompletten Gemeindevorstand an der auch der Gemeindekassier Martin Dämon vom DLA anwesend war.

Im Februar 2021 gab es dann auch eine Präsentation vor der UVP-Behörde im Rahmen einer Verhandlung betreffend die Erweiterung des Hüttendorfes am Loser, an der neben der UVP- Behörde auch die Umweltanwältin, die Naturschutzsachverständigen der BH Liezen und die Sachverständigen des Landes dabei waren. Im März 2021 haben die Loser Bergbahnen das Projekt Panoramabahn mit der Obersten Seilbahnbehörde in Wien vorbesprochen und anschließend erfolgte die Einreichung der Unterlagen mit dem Ansuchen um Konzession

Die Konzession für eine Seilbahn wie die Loser Panoramabahn wird auf 60 Jahre verliehen, daher sind solche Projekte sorgfältig und auf die Zukunft ausgerichtet zu planen. Das Genehmigungsverfahren für eine Seilbahn ist dabei 3-stufig mit Konzessionserteilung, Baugenehmigung (Bauverhandlung) und Betriebsbewilligung.

Der komplette Bauentwurf wurde dann im Oktober 2021 zur Prüfung bei der Obersten Seilbahnbehörde eingereicht, die Unterlagen sind mittlerweile geprüft und die Seilbahn ist verhandlungsfähig.

Im Sommer 2021 gab es Vorsprachen beim BMK Umweltministerium und beim Klimafond bezüglich Förderungen. Weiters haben wir durch das deutsche Institut Montenius unser Seilbahnprojekt auf die Auswirkungen bezüglich Ökologie prüfen lassen – solche projektumfassenden Prüfungen gibt es in Österreich leider nicht. Bei einem vergleichbaren Seilbahnprojekt am Nebelhorn in Deutschland wurden 50% der Investition von der öffentlichen Hand gefördert.

Im Frühjahr/Sommer/Herbst – also über eine gesamte Vegetationsperiode haben die Büros der Arge Umweltanalysen das betroffene Gebiet begangen und mehrwöchige Erhebungen vor Ort gemacht, und diese dann in zwei umfassenden Gutachten als Grundlage für ein Naturschutzverfahren zusammengefasst. Betrachtet werden dabei Fauna, Flora und Landschaftsbild. Die Gutachten weisen eindeutig auf die sehr geringen Auswirkungen auf das Gesamtprojekt hin. Der Loser ist seit langem von Menschenhand erschlossen und unser zusätzlicher Flächenbedarf ist sehr gering (1,3ha) – das Tote Gebirge umfasst eine Fläche von 1.125 km2.

Am Loser gibt es verschiedene Schutzgebiete, der Großteil der Seilbahn liegt im Landschaftsschutzgebiet. In der oberen Sektion überfahren/streifen wir mit unserer Seilbahntrasse auf ca. 400 m ein Natura 2000 Schutzgebiet – diese Trassenführung ist erforderlich um in diesem Fall die Stationsstandorte Zwischen- und Bergstation mit der Loser Panoramastraße zu verbinden. In diesem Bereich steht auch eine Stütze.

Nach Fertigstellung der Naturschutz-Gutachten, die sämtliche Schutzgüter auch im Herbst noch erfasst haben, wurde im Dezember 2021 die Einreichung um naturschutzrechtliche Genehmigung beim Land Steiermark durchgeführt.

Die Naturschutzbehörde hat dann die Einreichung mit der Begründung, dass die Auswirkungen geringfügig sind, an die BH Liezen weiter verwiesen. Nach Prüfung der Zuständigkeit durch diese wurde der „Akt“ Ende Februar 2022 wieder an die Naturschutzbehörde des Landes retourniert.

Obgleich diese Behörde zuerst den „Akt“ wegen der Geringfügigkeit an die BH Liezen verwiesen hat – es gibt dafür im Naturschutzgesetz meines Wissens nach genaue Richtlinien – wurde Anfang März 2022 ohne uns als Konsenswerber zu informieren, ein Feststellungsverfahren eingeleitet. Von diesem haben wir erst aufgrund von Nachforderungen erfahren.

Ausgehend von einem zuerst angekündigten normalen Naturschutzverfahren sind wir jetzt bei einem Feststellungsverfahren mit Prüfung auf UVP-Pflicht. Als Vergleich würde ich sagen, das ist, wie wenn jemand einen PKW-Führerschein macht und die Auflage bekommt einen LKW Führerschein zu machen.

Sollte ein negativer Feststellungsbescheid dann beeinsprucht werden, geht das Verfahren zum Verwaltungsgerichtshof. Alle diese Verfahren haben lange Fristenläufe und verzögern oder verhindern damit eine Realisierung im heurigen Jahr.

Diese Vorgangsweise widerspricht jeder Verhältnismäßigkeit.

Nach Aussagen eines von uns befragten Juristen, möchte eine NGO nun eine UVP mit konstruierten Gutachten erzwingen. Bedenklich dabei ist, dass sich diese NGO – ohne sich über das Vorhaben zu informieren – vor den Karren spannen lässt, ebenso der Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner von den Grünen.

Die Motive des DLA sind nicht realistisch nachvollziehbar.

Wir wollen eine Kabinenbahn, die ganzjahrestauglich, barrierefrei, für kindersicheren Transport mit 1800 Pers/h (um 200 Pers/h weniger als die bestehende Sechssesselbahn Loserjet oder als Vergleich die mit den Seilbahnen Planai/Kreischberg mit 4000 Pers/h) für einen Qualtitätstourismus ausgelegt ist, verwirklichen Dies als Ersatz für 2 Seilbahnen – wobei diese Infrastruktur in den 80-iger Jahren als Transportmöglichkeit für die Skifahrer und damit als Ersatz für die Busse realisiert wurde.

Im Ennstal oder Murtal gelten gefühlt andere Gesetze und Rahmenbedingungen als im Ausseerland.

Durch diese unnötig erzwungenen Fristenläufe und die Verzögerung des Baus entstehen uns zusätzliche Kosten, wobei wir angehalten sind die Verursacher in die Verantwortung zu nehmen.

Durch die geplante Loser Panoramabahn sollte im Sommer der jährliche Autoverkehr auf den Loser auf die umweltfreundliche Panorama Gondelbahn verlagert werden. Die von uns geplanten Maßnahmen der Loser Panoramabahn sind doch als „Schlussstein“ der damaligen Überlegungen zur Loser-Panoramastraße zu sehen! Es ist bezeichnend, dass gerade Maßnahmen für den Schutz der Umwelt beeinsprucht werden, das stellt in dieser Sache den Rechtsstaat in Frage.

Ing. Rudolf Huber

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at