3. Liga: KSV unterliegt im Finale und wird Vizemeister

In einem packendem Finale vor enthusiastischem Publikum mussten sich die KSV Kängurus den Wattens Penguins mit 1:4 geschlagen geben. Damit holen sich die Tiroler den ersten ÖEL-Titel.

Knapp 800 Fans ließen sich in der ausverkauften Leobener Eishalle den Showdown nicht entgehen und wurden belohnt. Sie sahen ein würdiges Endspiel, das mit hohem Tempo startete. Gleich zu Beginn zeichneten sich beide Goalies aus und wärmten sich mit schönen Saves auf. Doch in Minute sechs passierte in der KSV- Abwehr ein Missgeschick. Ein Mitspieler schlug Oliver Zirngast den Stick aus der Hand, dieser versuchte ihn hochzuheben und noch bevor er wieder auf seinem Posten stand schlug es schon ein – 0:1 nach 323 Sekunden durch Lukas Schwitzer, der die Situation überriss und eiskalt ausnutzte. Nur 58 Sekunden später folgte der nächste Schock: Während auf der einen Seite Pierre Graf an Rene Huber scheiterte, stand plötzlich der Tiroler Florian Graf alleine vor Oliver Zirngast. Dieser hielt mit einer Glanztat, doch beim Rebound durch Markus Prock war er chancenlos. Das Spiel wurde nun intensiver und auch ruppiger. Gegen Ende des ersten Abschnittes folgte das erste Powerplay für die Kängurus, doch drei Abschlüsse konnten nicht in Zählbares verwandelt werden. Zwei Minuten vor Ende des ersten Drittel dann die nächste kalte Dusche: Die Scheibe flog in hohem Bogen durch die Luft und landete genau hinter dem verdutzten Oliver Zirngast im Kasten. Sekunden vor der ersten Pause klingelte es dann erstmals im Tiroler Gehäuse, doch der Treffer von Stefan Trost wurde nicht anerkannt, da dem Ganzen eine Abseitsposition vorausging.

Mit einem 0:3 ging es also in den Mittelabschnitt und gleich ins nächste Überzahlspiel, in dem aber die Gäste die beste Chance hatten – Zirngast klärte jedoch gegen Holst. Die Chancen der KSV häuften sich nun aber: Stefan Derler scheiterte zunächst noch, doch Adrian Stühlinger machte es dann in einem weiteren Überzahlspiel besser und fand mit seinem Wristshot die Lücke zum 1:3. Der Druck der Kängurus wurde nun immer größer, doch der Anschlusstreffer wollte trotz einiger guter Abschlüsse nicht fallen. Im Gegenzug hatte man gegen Ende des Mitteldrittels Glück als Oliver Zirngast in Unterzahl und höchster Not klärte.

In den Schlussabschnitt starteten die Kängurus nochmal voll motiviert und kamen neuerlich zu einigen großartigen Gelegenheiten. Florian Hoppl scheiterte nach 30 Sekunden an der Stange, ein feines Solo von Stefan Trost führte genauso wenig zum Erfolg wie ein geblockter Schuss von Hoppl. Doch die Zeit verstrich und lief gegen die Kängurus herunter. Die Tiroler verteidigten geschickt und so blieb zwei Minuten vor dem Ende nichts anderes übrig als volles Risiko zu gehen und Goalie Zirngast für einen sechsten Feldspieler zu opfern. Mit 6-4 Feldspielern (es gab auch noch eine Strafe gegen die Wattener) wollte man den Anschluss erzwingen, doch wieder war es eine unglückliche Situation, die die Entscheidung brachte: Ein Rettungsversuch der Tiroler kullerte in den verwaisten Kasten der Kängurus und mit dem 1:4 war die Partie endgültig entschieden.

Damit brach die Serie nach vier Meistertiteln in Folge und die Kängurus mussten sich mit dem Vizemeistertitel zufrieden geben und gratulieren den Wattens Pinguins zum Titel. Doch trotz der gestrigen Enttäuschung kurz nach dem Spiel ist man im KSV-Lager mit der Spielzeit zufrieden und blickt stolz auf die Saison zurück. Ein ausführlicher Rückblick auf die erfolgreiche Spielzeit folgt demnächst.

Oliver Zirngast nach dem Spiel:

Die Scheibe wollte heute einfach nicht für uns springen, wir hätten vermutlich noch eine Stunde spielen können und hätten kein Tor gemacht. Aber Gratulation an Wattens, sie sind ein würdiger Meister, haben eine super Torhüterleistung und eine super Mannschaftsleistung gezeigt. Momentan tut es weh, aber wir können mit der Saison sehr zufrieden sein.

ÖEL-Finale/Spiel 2

KSV Eishockey – WSG Swarovski Wattens Penguins 1:4 (0:3|1:0|0:1)

Tore:
0:1 Schwitzer (6.)
0:2 Prock (7.)
0:3 Geisler (19.)
1:3 A.Stühlinger (25./PP) 1:4 Sturm (59.EN)

Hinspiel:

WSG Swarovski Wattens Penguins – KSV Eishockey 2:2

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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