Vor den Vorhang: Oskar Haim ist ARF – Unternehmer der Woche

Das Ausseer Regionalfernsehen setzt die Serie mit dem Titel „UnternehmerIn der Woche“ fort. Viele Personen kennen zwar die Betriebe, die von diesen Persönlichkeiten geführt werden, aber nicht unbedingt Näheres zu ihrem Werdegang und zu ihren Werthaltungen.

Diesmal stellen wir Oskar Haim von Haim Biomassetechnik in Altaussee vor. Er ist seit 2004 bei den Stadtwerken Hall in Tirol beschäftigt, einem kommunalen Dienstleister in den Bereichen Strom, Wasser und  Wärme. Am 15. März wurde ihm nun der Energy Globe Austria in der Kategorie Feuer überreicht. Virtuell ist die Preisübergabe bereits im Herbst 2021 erfolgt, ad personam konnte sie aber wegen der Corona – Pandemie erst jetzt stattfinden. Den Preis gibt es bereits seit 20 Jahren, mit dem die besten Umweltprojekte in sieben Kategorien ausgezeichnet werden. Seine Erfindung? Vereinfacht gesagt: Aus Rauch wird wieder Energie gewonnen – in Hall können damit 1.500 Haushalte geheizt werden, außerdem gibt es dadurch eine gewaltige C0 2-Einsparung. – Darüber erfahren Sie ab 23. März in einem eigenen ARF – Bericht mehr.

  1. Kannst du deinen bisherigen Lebensweg kurz darstellen?

Nach der Lehre als KFZ Mechaniker bin ich 1989 bzw. 1990 zur Firma Mannesmann Anlagenbau gewechselt. Mannesmann war damals ein Konzern mit 153.000 Mitarbeitern. Hier wurde ich zum Schweißer ausgebildet. Aufgrund meiner Einsatzfreude bildete man mich zusätzlich im 2. Bildungsweg in der hausinternen Ausbildungsstätte zum Techniker für den Anlagenbau aus. 1994 wurde ich zum jüngsten Montagemeister in der Niederlassung Salzburg ernannt. Dann ernannte man mich zum Projektleiter für die Errichtung von Biomassekraftwerken bzw. Fernwärmenetze . Hier habe ich die ersten Kenntnisse für meinen weiteren Lebensweg erlangt. 1997 wurde leider die Firma Mannesmann zerschlagen und ich wechselte in die Selbständigkeit. Von da an habe ich begonnen, nicht nur Heizwerke zu bauen, sondern auch neue Verfahren und Anlagenteile zu entwickeln. Da hier auch sehr viel Steuerungstechnik bzw. Programmierarbeiten notwendig waren, habe ich bis zum Jahr 2000 den SPS – Techniker gemacht. Die Ausbildung habe ich nebenbei in Erfurt (Deutschland) machen müssen, da es in Österreich damals für Berufsfremde keine entsprechende Ausbildung gab. Seit dem Jahr 2000 habe ich dann zahlreiche Projekte umgesetzt bzw. neue Verfahren entwickelt, welche uns dann 2021 zwei Energy Globe Awards eingebracht hat.  

  1. Wie groß ist dein Betrieb?

Die Frage kann so nicht so einfach beantwortet werden, da dies bisher immer mit den Projekten zusammenhängt: von 2 bis 30. Es ist aber geplant, die Stammmannschaft doch erheblich aufzustocken. 

  1. Was ist deine Motivation, Unternehmer zu werden, gewesen?

Natürlich arbeitet man in erster Linie, um seinen Unterhalt zu bestreiten. Für mich jedoch war es wichtig, dass ich als Unternehmer meine Ideen selber umsetzten kann und durch die umgesetzten Anlagen bzw. Neuentwicklungen einen Beitrag zur Energiewende leisten bzw. unseren Kindern vielleicht dadurch eine genauso gute Lebensqualität, wie wir sie haben, erhalten kann. 

  1. Welche Eigenschaften muss deiner Meinung nach ein Unternehmer haben?

Nicht nur auf maximalen Gewinn aus sein, sondern einen Weitblick für die Zukunft haben, damit das Leben Lebenswert und die Natur erhalten bleibt.

  1. Was sind deine wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen gewesen?

Ganz klar ist es die Entscheidung, meine Ideen, Erfindungen, Entwicklungen gegen alle Widerstände umzusetzen. Am Ende hat sich nach fast 25 Jahren Tätigkeit diese Entscheidung mehr als ausgezahlt und unsere Entwicklungen können maßgeblich zur Energiewende beitragen.

6. Was kommt in Zukunft auf deine Branche zu? Welche Entwicklungen siehst du?

Ganz klar die rasche Umsetzung von Technologien und Anlagen für die Energiewende. Weg von zu viel Globalisierung und hin zu mehr Energieautarkheit bzw. es geht darum, diese Energie nachhaltig zu produzieren. Durch die Vorfälle der letzten Wochen (Ukraine) sieht man, dass dies wichtiger denn je ist. 

  1. Was soll der Staat an Rahmenbedingungen verändern?

Wirklich nachhaltige Projekte schneller genehmigen. In meinen Fall kleine Unternehmen mit guten Ideen richtig zu fördern, damit diese auch umgesetzt werden können. Wir sind bisher, wie viele andere auch,  nie ausreichend unterstützt worden, obwohl wie bei vielen Förderveranstaltungen waren. Wir mussten bisher alles selber finanzieren bzw. mit Krediten. Jetzt nach dem Gewinn der beiden Energie Globe Awards (Energie Globe Austria und Tirol)  ist dies nun einfacher. Aber der Weg bis dahin war äußerst schwierig und den können viele Kleinunternehmen auch nicht durchstehen. 

Oskar und Dunja Haim; DI Bruno Oberhuber, GF Energie Tirol
v.l.: Mag. Christian Holzknecht, Vorstandsvorsitzender und kaufmännischer Vorstand der Stadt Hall in Tirol Beteiligungs-AG; Dunja und Oskar Haim, Betriebsleiter Pius Sommeregger/Biomasse Heizkraftwerk; DI Mag. Arthur Egger, Technischer Vorstand der Stadt Hall in Tirol Beteiligungs-AG; DI Bruno Oberhuber, GF Energie Tirol

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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