ÖSV – Wintersportsplitter: KEIN PODESTPLATZ BEIM HEIMRENNEN//JWM: EGGER HOLT DRITTES GOLD

SKI ALPIN  09 März 2022 Flachau

Beim Nachtrennen in Flachau konnte Johannes Strolz seine Halbzeitführung nicht ins Ziel bringen und belegte den vierten Platz. Der Sieg ging damit erstmals an Atle Lie McGrath (NOR), der vor Olympiasieger Clement Noel aus Frankreich und dem Schweizer Daniel Yule auf der Hermann-Maier-Piste Premiere feierte.

McGrath war bereits nach dem ersten Durchgang erster Verfolger von Strolz gewesen, lag allerdings mit dem Respektabstand von 0,97 Sek. hinter dem Vorarlberger. Strolz konnten diesen Vorsprung im zweiten Durchgang nicht ins Ziel bringen und fiel auf den vierten Endrang zurück. Mit der Platzierung ist der Silbermedaillengewinner von Peking nicht unzufrieden.

„Ich hatte von Anfang das Gefühl, dass ich zu tief in der Position war und habe nicht so viel Druck auf die Ski bekommen und konnte nicht so sauber fahren. Ich habe mir im zweiten Durchgang schwergetan, das ärgert mich. Aber es ist ein vierter Platz, damit muss ich auch zufrieden sein, wenn ich denke, wo ich herkomme. Ich habe auf jeden Fall wieder was gelernt. Ich werde auf alle Fälle im Saisonfinale noch mal alles geben.“ Johannes Strolz

Direkt dahinter landeten seine Teamkollegen auf den Rängen fünf und sechs. Marco Schwarz verbesserte sich vom neunten auf den fünften Platz (+ 0,69) und stellte damit sein bestes Saisonergebnis ein. Hinter dem Kärntner kam Manuel Feller als Sechster (+ 0,76) in die Wertung. Der Tiroler machte damit aber immerhin ein paar Punkte im Kampf um den Slalom-Weltcup gut.

„Es ist schade, für die Fans, die heute erstmals wieder Skifahren feiern können, dass keiner von uns gestochen hat. Aber wir haben es leider nicht auf den Punkt gebracht. Ich weiß auch nicht, wie man bei der vorletzten Welle so blöd sein kann. Ich habe alles reingeschmissen, was ich habe, aber es ist nicht aufgegangen“, Manuel Feller

Fabio Gstrein schaffte es mit seinem zwölften Platz unter die Top-25 Weltrangliste und wird beim Weltcupfinale in Courchevel (FRA) mit dabei sein. Michael Matt wurde heute 19.

JWM: EGGER HOLT DRITTES GOLD

egger

ÖSV/Schrammel

Im letzten Bewerb der alpinen Junioren-Ski-Weltmeisterschaft in Panorama (CAN) schrieb Magdalena Egger mit ihrer neunten JWM-Medaille Skigeschichte. Die Vorarlbergerin holte Gold im Riesentorlauf und ist nun Rekordhalterin bei Junioren-WMs. Silber ging an Emma Aicher (GER) und Bronze sicherte sich Zrinka Ljutic aus Kroatien.

Der Traum geht weiter. Magdalena Egger, bei der es in dieser Saison im Riesentorlauf noch gar nicht geklappt hat, kürt sich im kanadischen Panorama zur Dreifachweltmeisterin. Die 21-Jährige knallte im ersten Lauf mit Startnummer elf Bestzeit in den Schnee und ging damit als Halbzeitführende in die Entscheidung. Dort legte die junge Deutsche Emma Aicher vor und Egger zeigte im Anschluss, dass sie Nerven wie Drahtseile hat. Mit einem weiteren Traumlauf schwang die Vorarlbergerin als Schnellste im Ziel ab und ließ im Anschluss ihren Emotionen freien Lauf.

„Diese Goldene im Riesen ist derart unerwartet kommen. Ich habe so viel in diese Disziplin investiert und so hart daran gearbeitet. Das war heute die Schwerste aller Medaillen. Es ist einfach so schön und berührend für mich.“

Magdalena Egger

top3JWM

ÖSV/SchrammelDie Top-3 im RTL: Emma Aicher (GER), Magdalena Egger und Zirka Ljutic (CRO).

Mit Riesentorlauf-Gold holte Egger ihre bereits fünfte Medaille in Kanada. Drei davon glänzen in Gold (Abfahrt, Super-G und RTL), dazukommen noch die beiden Silbermedaillen aus der Kombination und dem Mixed-Teambewerb. Insgesamt hält „Mäggy“ nun bei neunmal Edelmetall bei Junioren-Weltmeisterschaften und ist damit ab sofort alleinige Rekordhalterin. 

Auch die restlichen Österreicherinnen zeigten, dass mit ihnen in Zukunft zu rechnen sein wird. Sophia Waldauf aus Osttirol wurde Elfte (+2,05 Sek.), die Vorarlbergerin Amanda Salzgeber belegte Rang zwölf (+2,31 Sek.), Victoria Olivier aus dem Bregenzerwald landete auf Platz 13 (+2,32 Sek.), die Salzburgerin Viktoria Bürgler wurde Zwanzigste (3,49 Sek.) und Valentina Pfurtscheller belegte den 40. Rang.

ERGEBNIS

TeamJWM

ÖSV/Schrammel

Im Slalom der Herren wurde der Tiroler Joshua Sturm als Fünfter bester Österreicher. Kilian Pramstaller belegte Rang acht, Lukas Feurstein wurde Elfter und Lukas Passrugger landete auf Platz 16. Gold ging an den Norweger Alexander Steen Olsen, Silber an Fabian Ax Swartz (SWE) und Bronze sicherte sich Linus Witte (GER).

ERGEBNIS HERREN-SLALOM

PARASKISPORT  10 März 2022 Peking

AIGNER HOLT IM RTL ZWEITES GOLD

Ski-Shootingstar Johannes Aigner und Guide Matteo Fleischmann deklassieren am Donnerstag im Riesentorlauf den Rest der Welt und jubeln über die bereits zweite Goldmedaille. Es die insgesamt vierte Medaille für das österreichische Duo in Peking. Im Slalom am Sonntag haben die beiden sogar die Chance auf den paralympischen Grand Slam!

Nach dem ersten Durchgang des paralympischen Riesentorlaufs schwebte über dem sehbehinderten Johannes Aigner und Guide Matteo Fleischmann ein großes Fragezeichen. 1,03 Sekunden betrug der Rückstand der beiden Niederösterreicher auf den Italiener Giacomo Bertagnoli. Zu viel für den Geschmack der beiden Paralympics-Debütanten, die zwar zur Halbzeit auf Platz zwei und damit wieder auf Medaillenkurs lagen, aber dennoch zu kiefeln hatten. „Weil wir nicht wussten, woran es gelegen hat.“

Und weil das Fragezeichen zwischen den beiden Durchgängen nicht aus der Welt zu schaffen war, wurde die Taktik geändert: „Wir wollten im Finale ein Ausrufezeichen setzen, das ist uns gelungen“, strahlt der 16-Jährige nun vierfache Paralympics-Medaillengewinner nach der erfolgreichen Jagd auf Gold. Fans, Journalisten und Expertinnen staunten gleichermaßen über die Dynamik im Lauf des Duos Aigner/Fleischmann.

„Dass es bis jetzt bei jedem Event so funktioniert hat, ist einfach wunderschön.“

Johannes Aigner

Aigner, mit acht Prozent Sehkraft ausgestattet, machte es wie sein großes Vorbild Marcel Hirscher in vielen wichtigen Rennen, deklassierte die Konkurrenz. Selbst ein Fehler („Einmal hat’s mich überdreht!“) konnte den Schüler aus Gloggnitz nicht stoppen. Der Halbzeitführende aus Italien kam mit 1,68 Sekunden Rückstand ins Ziel, für die Bronzemedaille durfte man 5,58 Sekunden Verspätung haben. „Nachdem unser Medaillensatz bereits komplett ist, gab es nur Alles oder Nichts. Schön, dass unser Risiko mit einer zweiten Goldenen belohnt wurde.“

Nicht ganz vorne dabei waren die österreichischen Rennläufer in der Klasse Stehend. Nico Pajantschitsch schaffte es als Neunter abermals in die Top-Ten. „Ich habe alles gegeben, alles probiert, aber ich wusste auch, dass es heute schwer wird. Die Dichte im Riesentorlauf ist seit Pyeongchang noch einmal dichter geworden“, so der Kärntner. Der zweifach versilberte Markus Salcher wurde in seinem letzten Rennen in Yanqing Elfter, der Tiroler Manuel Rachbauer schwingt als 27. ab.

PARASKISPORT  09 März 2022 Peking

CARINA EDLINGER HOLT GOLD IM SPRINT

Der Medaillenregen bei den XIII. Paralympischen Winterspielen in Peking hält an! Carina Edlinger gewinnt am Mittwoch den Langlauf-Sprint und kürt sich zur Paralympicssiegerin. Es ist bereits die sechste Medaille für das Paralympic Team Austria. Für Edlinger ist es nach Bronze in Pyeongchang 2018 die erste Paralympics-Goldmedaille.

„Ich bin nicht oft sprachlos, aber heute bin ich es. Die letzten Tage waren extrem hart, eigentlich aber schon die letzten Jahre. Ich habe oft nicht gewusst, ob und wie es weitergehen soll. Jetzt hat es sich gelohnt, es hat sich ausgezahlt.“

Carina Edlinger

In den letzten Tagen hatte die 23-jährige Salzburgerin mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Sowohl beim Biathlon-Sprint am Samstag als auch bei der Langlauf-Langdistanz am Montag hatte sie das Rennen vorzeitig beendet. Jetzt darf sie sich die Goldmedaille um den Hals hängen.

„Es war auch heute nicht leicht, die Beine waren schwer. Es war eine Teamleistung, alle haben mitgeholfen: Coaches, Physio, das ÖPC-Team. Ich wusste immer, dass dieses Rennen meine beste Chance auf eine Medaille ist. Jetzt kann man sagen, dass es sich ausgezahlt hat“, so Edlinger, die im Ziel Freudentränen vergoss.

Der Renntag begann gut: In der Qualifikation gelang Edlinger im Zhangjiakou National Biathlon Centre in 3:23,38 Minuten die schnellste Runde. Sie entschied sich, in der Quali-Runde ohne Guide Lorenz Lampl zu starten. „Wir kennen uns erst seit knapp zwei Wochen, im Sprint ist die Abstimmung aber extrem wichtig. Also haben wir gesagt, ich ziehe es alleine durch. Lorenz hat mich aber den ganzen Tag abseits der Piste unterstützt und hatte sicher großen Anteil an der Medaille.“ Der Guide selbst akzeptierte seine ungewohnte Rolle, ohne mit der Wimper zu zucken.

„Ich habe immer gesagt, dass es hier um Carina geht und nicht um mich. Ich bin hier, um Carina zu unterstützen und wir haben so entschieden, wie es am besten für sie ist. Wie man sieht, war es die richtige Entscheidung.“

Lorenz Lampl, Guide

Im Semfinale und Finale war Guide Lampl mit Edlinger auf der Loipe, allerdings nicht wie üblich vor, sondern neben oder knapp hinter der Athletin. Die Salzburgerin entschied das Halbfinale für sich und schaffte es souverän unter die finalen Top-4. Dort ließ sie der Konkurrenz keine Chance, zog im letzten Anstieg der 1.357 Meter langen Runde allen davon und setzte sich schließlich 6,8 Sekunden vor Oksana Shyshkova (UKR) und 15,6 Sekunden vor Linn Kazmaier (GER) durch.

NORDISCHE KOMBINATION  10 März 2022 Reifnitz

THOMAS JÖBSTL BEENDET KARRIERE

Thomas Jöbstl beendet seine Karriere. Das gab der Kärntner nach den Wettkämpfen in Oslo vergangenes Wochenende bekannt.

Thomas Jöbstl hatte seine ersten Auftritte im Continentalcup bereits 2013, 2018 gewann er die Gesamtwertung. Seit 2018 kam der gebürtige Kremser auch regelmäßig im Weltcup zum Einsatz, dort konnte der starke Läufer mit ausgeprägter Leidenschaft zum Kaffee mehrere Top Ten Ergebnisse erzielen. Zu seinen größten Erfolgen zählen unter anderem Team-Gold 2015 in Almaty und Team-Silber 2013 in Liberec, jeweils bei Junioren-Weltmeisterschaften. Bei der nordischen Ski-WM in Oberstdorf war Jöbstl als Ersatzmann nominiert, ein Einsatz blieb ihm allerdings verwehrt.

„Die schönsten Momente waren sicherlich die beiden Junioren-Weltmeisterschaften, wo ich jeweils mit einer Medaille heimgefahren bin“ (Thomas Jöbstl)

Die Stärke des 26-Jährigen war das Laufen, auf der Schanze tat er sich hingegen immer etwas schwerer. Das war dann auch, wie er selbst sagt, ausschlaggebend für seine Entscheidung: 

„Es ist kein Geheimnis, dass ich mich im Springen immer schwerer getan habe. In den letzten Monaten habe ich etwas die Freude an der Kombination verloren und mich daher entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn ich so zurückblicke auf meine Karriere, dann bin ich sehr dankbar, ich habe viel lernen und überall etwas mitnehmen dürfen. Die schönsten Momente waren sicherlich die beiden Junioren-Weltmeisterschaften, wo ich jeweils mit einer Medaille heimgefahren bin. Den Einstieg in den Weltcup habe ich auch in sehr guter Erinnerung, da ist es mir richtig gut gelaufen. Mein letzter Wettkampf in Oslo vergangenes Wochenende war einer der Emotionalsten. Danke an meine Familie, die mich von klein auf unterstützt hat, genauso wie meine Vereinstrainer und den Trainern im ÖSV, die immer alles gegeben haben. Danke auch an meine Sponsoren und Partner, ohne die das nie möglich gewesen wäre. Jetzt schau ich gespannt in die Zukunft und werde meine große Leidenschaft, den Kaffee, zu meinem Beruf machen und als Barista arbeiten. Mal schauen, wo mich dieses nächste Kapitel in meinem Leben so hinführt“, so Jöbstl.

SKI ALPIN  09 März 2022 Panorama (CAN)

JWM: PASSRUGGER HOLT BRONZE IM RTL

Passrugger

ÖSV/Schrammel

Endlich haben auch die ÖSV-Herren ihre Medaille bei der alpinen Junioren Ski Weltmeisterschaft in Panorama (CAN). Nach zwei vierten Plätzen im Super-G und der Kombination schaffte im Riesentorlauf Lukas Passrugger mit einem Sensationslauf im zweiten Durchgang den Sprung auf das Podest. Der Salzburger holte beim Sieg des Norwegers Alexander Steen Olsen Bronze. Silber ging an Filippo Della Vite aus Italien.

Nach dem ersten Durchgang sah es für das ÖSV-Team schwer danach aus, dass es auch im vierten Einzelbewerb keine rot-weiß-rote Medaille geben würde. Doch eine unglaubliche Aufholjagd von Lukas Passrugger warf im Finale das Klassement nochmals über den Haufen.

ÖSTERREICHER STARTEN AUFHOLJAGD

Kilian Pramstaller war nach dem ersten Lauf als 15. bester Österreicher. Am Ende musste sich der Osttiroler mit dem 22. Rang begnügen (+2,62 Sek.). Joshua Sturm lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 22, zeigte einen bärenstarken zweiten Lauf und hievte sich mit der vierten Laufzeit um ganze 15 Positionen nach vorne. Am Ende belegte der Pitztaler den guten siebenten Rang (+1,46 Sek.). Titelverteidiger Lukas Feurstein machte ebenfalls einen deutlichen Sprung nach vorne und verbesserte sich vom 17. auf den sechsten Platz (+1,28 Sek.).

VON PLATZ 30 ZU BRONZE

Die Geschichte des Tages schrieb allerdings Lukas Passrugger. Der 20-jährige Salzburger, der im ersten Lauf lange zittern musste, um in den Top-30 zu bleiben, ging als Erster Läufer in die Entscheidung. Dort zeigte Passrugger einen wahren Traumlauf und knallte eine Topzeit in den Schnee. Läufer für Läufer scheiterten am Team-Silbermedaillen-Gewinner. Als dann auch der drittplatzierte des ersten Durchganges, Oscar Zimmer (NOR), hinter Passrugger zurückfiel, stand es fest: Edelmetall für Österreich. Den beiden Dominatoren des ersten Laufes, Alexander Steen Olsen (NOR) und Filippo Della Vite (ITA), gelang es, den Salzburger noch abzufangen. Steen Olsen holte überlegen Gold, Della Vita sicherte sich Silber. Für Lukas Passrugger war das Unmögliche wahr geworden, von Platz dreißig auf drei.

„Es ist ein Wahnsinn und ich kann es noch immer nicht ganz glauben. Nach dem ersten Durchgang dachte ich mir ‘alles oder nichts‘ und das ist voll aufgegangen. Vor allem der Mittelteil war extrem am Limit und habe den Ski laufen lassen. Das lange Warten im Ziel war dann sehr nervenaufreibend für mich.“

Lukas Passrugger

ERGEBNIS HERREN RIESENTORLAUF

Bei den Damen lief es im Slalom nicht nach Wunsch. Am Ende wurde Magdalena Egger als 15. beste Österreicherin. Sophia Waldauf landete auf Rang 19 und Victoria Olivier belegte Platz 21. Die Tirolerin Valentina Pfurtscheller schied im zweiten Durchgang aus. 

ERGEBNIS DAMEN SLALOM

Am Abschlusstag der Junioren-WM stehen der Herren-Slalom und der Damen-Riesentorlauf am Programm.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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