Rebellion in der Weinregion

Saftige, grüne Wiesen, Wälder und Rebstöcke, soweit das Auge reicht: Nicht umsonst wird die Steiermark als „das grüne Herz Österreichs” bezeichnet. Entlang der südsteirischen Weinstraßen zeichnet sich ein Bild von traditionsbewussten Handwerkern, kulinarischen Pionieren und gemütlichen Genießern.
Rebellion in der Weinregion„Heimatleuchten: Entlang der Südsteirischen Weinstraße“ am Fr., 01.04., ab 20:15 UhrOhne Firlefanz
Tamara Kögl und ihr Mann Robert bewahren in Ratsch an der Weinstraße ein altes Steirisches Kulturgut: den Buschenschank. Es geht auf einen Erlass von Kaiser Josef II zurück und gestattet den Bauern seit dem 18. Jahrhundert selbst produzierte kalte Speisen und Getränke zu verkaufen. Für Tamara Kögl geht es aber um mehr als gutes Essen: “Ein Buschenschank is was tief Ursprüngliches, ohne Firlefanz.” Gemeinsam mit ihrer Tante Martha bäckt sie heute ein altes Familienrezept: einen Kürbiskuchen.

Überraschungsküche
Ebenfalls um kulinarische Delikatessen dreht es sich auch in Leutschach im Haubenlokal von Manuel Liepert und seiner Partnerin Lisa Kürbisch. Speisekarte suchen die Gäste hier vergeblich – jeder bekommt das Überraschungsmenü serviert: Bei der Auswahl ihrer Zutaten achten die beiden Gastronomen besonders auf Regionalität – von den Flusskrebsen aus einem Leutschacher Bach bis zum Fleisch von Krainer Steinschafen vom befreundeten Schafbauern Benedikt Steininger. 

Harmonische Handarbeit Harmonikas
Musikalisch wird es im Sulztal. Aus der ganzen Welt kommen Musiker hierher, um eines der begehrten Instrumente von Familie Jamnik zu kaufen. Vater Hermann und seine Kinder Andreas und Johanna stellen in Handarbeit Harmonikas her. So viele Bauteile wie möglich sind bei ihnen aus Holz, dadurch klingen die Instrumente harmonischer. Die junge Generation möchte den Betrieb eines Tages übernehmen.

Gemüse statt Backhendl 
Lili Kollar und ihr Partner Joachim Gradwohl wagen in der Steiermark – im Land des Backhendls – einen mutigen Schritt: Sie spezialisieren sich in ihrem Wirtshaus auf Gemüse. Von den Tomaten über die Zucchini bis zu den Melanzani pflanzt Bäuerin Christine das Gemüse speziell für das Lokal an. Frisch vom Feld verarbeitet es Koch Joachim dann in seiner Küche zu kulinarischen Höhenflügen. Zu den Gästen gelangen die feinen Teller durch Lili, die für die Bewirtung zuständig ist.

Rebellion in der Weinregion
Inmitten der Weinhügel geht Felix Weinstock neue Wege: Er produziert Essig. Am Anfang erklärten ihn seine Nachbarn noch für verrückt, heute fragen sie ihn nach Rat. Neben hochwertigen Früchten als Grundlage braucht der Essigbrauer vor allem: Zeit. Bis zu 15 Jahre reift der edle Tropfen. Wichtig ist ihm auch, dass er in Holzfässern reift: “Jede Holzart gibt ja eine kleine andere Geschmacksnuance dazu. Kirschholz, das hat einen schönen Brombeerton.” Felix’ hochwertiger Essig ist heute bis über die Landesgrenzen bekannt. 

Altes Handwerk
Oberhalb von Leutschach stehen auf eigenen Beinen: Die beiden sind Selbstversorger. Das Gemüse kommt aus dem eigenen Garten, das Fleisch von den eigenen Schweinen, auch das Futter für die Tiere bauen sie selbst an. Einmal in der Woche bäckt Grete Brot. Die Brotlaibe ruhen in den für die Region typischen “Loatzkörberl”. Sie sorgen für Form und Muster der Brote. Die Körbe aus Stroh und Weidenruten flechtet Karl selbst. Er ist einer der wenigen, die dieses Handwerk heute noch beherrschen. 


Außerdem in dieser Folge zu sehen sind Biologin Andrea Bund, die mehrere Artenschutzprojekte im Naturpark der Südsteiermark verfolgt, Ulrike Stelzl, die inmitten von 1000 Rosenstöcken lebt, und Maria Ledam, die ihren Traum als Keramikerin in Heimschuh lebt.
 Heimatleuchten – Entlang der Südsteirischen Weinstraße
Familie Jamnik 
© ServusTV / DMG

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at