Ukraine-Krise: Land Salzburg trifft notwendige Vorbereitungen

Kriegsflüchtlinge werden bei Bedarf aufgenommen / Gasversorgung vorerst gesichert / Laufende Abstimmung mit Bundesregierung

Salzburger Landeskorrespondenz, 24. Februar 2022

(HP)  Der Angriff Russlands auf die Ukraine wird auch Auswirkungen auf Österreich und Salzburg haben. Das Land bereitet sich auf Flüchtlingsbewegungen und mögliche weitere Folgen vor. „Es ist ein massiver Angriffskrieg und eine lupenreine Verletzung des Völkerrechts“, betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute im Online-Pressegespräch zu den aktuellen Entwicklungen. „Wir sind in laufender Abstimmung mit der Bundesregierung. Derzeit kann allerdings noch nicht genau abgeschätzt werden, wie stark Salzburg von dieser Krise betroffen sein wird“, so der Landeshauptmann.

„Im gesamten Staatsgebiet der Ukraine gibt es Angriffshandlungen. Wir beobachten derzeit die Flüchtlingsbewegungen sehr genau. Es ist nicht abschätzbar, wie sich die Absetzbewegungen aus der Ukraine hier in Salzburg auswirken werden. Wenn es erforderlich ist, können wir rasch Container-Unterkünfte errichten. Das Innenministerium trifft hier die notwendigen Vorbereitungen“, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Wirtschaft stark mit Ukraine und Russland verbunden

„Die Salzburger Wirtschaft ist mit der Ukraine und Russland stark verwoben und wird die Auswirkungen des Krieges und der bevorstehenden Sanktionen sicher deutlich spüren“, so der Landeshauptmann. Die Salzburger Wirtschaft exportierte im Jahr 2020 Güter im Wert von 36 Millionen Euro in die Ukraine, nach Russland waren es Waren im Wert von 155 Millionen Euro. Importiert wurden aus der Ukraine Waren um 28 Millionen Euro, aus Russland um 35 Millionen Euro.

Betriebe sorgen sich um Mitarbeiter

Heute Abend fand ein Gespräch von Landeshauptmann Wilfried Haslauer mit großen heimischen Unternehmen, die in der Ukraine engagiert sind, Bundesministerin Karoline Edtstadler, dem Salzburger Militärkommandanten Anton Waldner und dem ukrainischen Konsul Martin Panosch statt. Die Sorge in den Betrieben um die Mitarbeiter vor Ort ist groß. Alle Österreicherinnen und Österreicher aus den betroffenen Salzburger Unternehmen konnten im Vorfeld rechtzeitig das Land verlassen. Es wird bereits versucht, humanitäre Hilfe für die ortsansässigen Kollegen auf den Weg zu bringen. Die wirtschaftlichen Folgen sind derzeit noch nicht abschätzbar, da die Sanktionen der EU gegen Russland nicht im Detail feststehen und vor allem die weitere Entwicklung in der Ukraine nicht abschätzbar ist.

Gasvorräte reichen vorerst aus

Die Salzburg AG hat bei den Gasvorräten vorgesorgt. Die Speicher sind zu 43 Prozent gefüllt. „Auch wenn alle Lieferungen ausfallen, ist der Bedarf für mehrere Wochen gesichert“, betonte der Landeshauptmann. Darüber hinaus sind die Gaslieferungen für 2022 und 2023 schon bestellt. Werden die zugesagten Lieferungen eingehalten, gibt es keine Versorgungsprobleme.

24-Stunden-Pflege nicht betroffen

Keine Probleme sind in der 24-Stunden-Pflege zu erwarten. In Salzburg sind in diesem Bereich hauptsächlich Pflegekräfte aus der Slowakei und Polen beschäftigt. Wenn Wünsche nach Spitalsversorgung kommen, wird eine genaue Abstimmung erfolgen.

Humanitäre Hilfe wird geleistet, wenn nötig

Keine konkreten Aussagen können derzeit zu humanitärer Hilfe getroffen werden. „Wir stimmen uns mit der Bundesregierung auch bei diesem Thema laufend ab und sehen uns genau an, ob zielgerichtete Hilfe für die betroffenen Menschen möglich ist. Auch die heimischen Spitäler sind bereit, falls es Wünsche nach Unterstützung bei der medizinischen Versorgung gibt“, so Wilfried Haslauer.

Titelbild: CopyrightLand Salzburg / Neumayr – Leopold

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at