Servus-TV: Die Seen des inneren Salzkammergutes

Sagenumwogene Schlösser am Grundlsee
Tausende Besucher kommen alljährlich an den Grundlsee und zwangsläufig springen den meisten Gästen auch sofort die beiden Schlösser am Uferrand ins Auge: die Villa Roth und die Villa Castiglioni. Beide Schlösser haben eine bunte und bewegte Vergangenheit hinter sich, sind aber leider der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Doch nicht nur diese beiden Villen sind hier so besonders. Die Schifffahrt über das blaue Nass im Salzkammergut existiert schon seit 1879. Nach diversen Besitzerwechseln ist heute das Unternehmen „Drei Seen-Schifffahrt“ – im wahrsten Sinn des Wortes – am Ruder. Auf dem Grundlsee verkehren die Linienschiffe Traun und Rudolf und auf dem Toplitzsee die traditionelle Plättn.

Der Geburtsort der Traun
Weiter geht es zum Kammersee. Er ist der östlichste gelegene der drei Seen und grundsätzlich für die Öffentlichkeit unzugänglich. Er liegt auf derselben Ebene wie der Toplitzsee, welchen er unterirdisch speist und wird wiederum selbst auch von unterirdischen Kartsquellen und diversen Zuläufen versorgt. Der See unterliegt stark dem Witterungseinfluss – bei Starkregen oder nach der Schneeschmelze kann er von seiner Normaltiefe von sechs Metern auf bis zu 21 Meter ansteigen und die Seefläche verdoppelt sich. Um ihn herum konnte sich eine echte, ursprüngliche Natur erhalten. Ganz weit hinter dem Kammersee, quasi am Ende einer Sackgasse, plätschert an einer Felswand ein unscheinbares, jedoch besonderes Bächlein herunter. Hier liegt der Geburtsort der Traun. Und was dieses Rinnsal nicht vermuten lässt: Es gedieh schon vor Jahrhunderten zur wichtigsten Lebensader einer ganzen Region – und zwar dem Salzkammergut.

Technik-Wunder aus der Vergangenheit
Still ist es dafür um den Toplitzsee herum – eingebettet wie in eine Fjordlandschaft, ein wenig mystisch und manchmal auch etwas unheimlich liegt er da. Unheimlich deshalb, wenn man einerseits um die Nazi-Unwesen weiß, andererseits weil der See tief und als unergründlich gilt. Zwischen ihm und dem Toplitzsee liegt der Triftkanal, ein kleines Technik-Wunder aus der damaligen Zeit. Mit bloßer Hand wurde der Kanal im 16. Jahrhundert aus dem Felsen gehauen, um das geschlägerte Holz vom Kammer- zum Toplitzsee zu transportieren, also zu triften. Die Arbeiten an diesem ca. 100 Meter langen, bis zu zehn Meter hohen und zwei Meter breiten Kanal dauerten zwei Jahre.

Kirche in Privatbesitz
Doch nicht nur die unzähligen Wasserlandschaften machen die Natur des Salzkammerguts aus, sondern vor allem die Einwohner. Die rustikal geprägten Menschen im „Drei Seen –Land“, vor allem im 300-Einwohner-Ort Gössl, legen allergrößten Wert auf Selbstbestimmung. Und so gibt es in diesem Dorf unter anderem auch eine eigene Kirche, – die nicht der Kirche gehört -, sondern sich im Privatbesitz der Gössler Gemeinschaft befindet. Dafür hatten sie 40 Jahre lang gekämpft.

Seeklause des Hallstättersees
Grundlsee
Hallstatt

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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