Vor den Vorhang: Werner Reischenböck ist ARF – Unternehmer der Woche

Das Ausseer Regionalfernsehen setzt die Serie mit dem Titel „UnternehmerIn der Woche“ fort. Viele Personen kennen zwar die Betriebe, die von diesen Persönlichkeiten geführt werden, aber nicht unbedingt Näheres zu ihrem Werdegang und zu ihren Werthaltungen.

Diesmal stellen wir Werner Reischenböck von der Gärtnerei Reischenböck vor. Der Betrieb ist in vierter Generation ein Familienunternehmen (die fünfte arbeitet bereits mit).

1. Kannst du deinen bisherigen Lebensweg kurz darstellen?

6.1.69: Geburt in Bad Aussee

Volksschule Altaussee

Hauptschule Bad Aussee

1983 bis 1988: höhere Gartenbauschule in Wien

Bundesheer

Auslandsaufenthalt in München

Seit 1991 im elterlichen Betrieb

1993: „Gartenbauingenieur“

1994: Geburt meiner 1.Tochter Flora, Tod meines Bruders Erwin, Hochzeit mit Rita

2000: „Gärtnermeister“

2002: Übernahme der Gärtnerei mit meiner Frau Rita

2. Wie groß ist dein Betrieb?

Wir beschäftigen in unserem Betrieb in der Hochsaison durchschnittlich 25 Personen. Die Firma besteht aus 2 Teilen: der Gärtnerei und der Gartengestaltung. 5 Familienmitglieder sind aktiv im Unternehmen.

3. Was ist deine Motivation, Unternehmer zu werden, gewesen?

Ich wollte ursprünglich gar nicht Unternehmer werden. Das hat sich erst durch den Tod meines Bruders Erwin im Frühling 1994 ergeben.- Dadurch hat sich für mich die Situation entwickelt, diesen Betrieb irgendwann zu übernehmen (Ich war ursprünglich auch nicht der geborene Unternehmer, das ist aber mit der Zeit besser geworden).

4. Welche Eigenschaften muss deiner Meinung nach ein Unternehmer haben?

Ich denke, die wichtigsten unternehmerischen Eigenschaften sind Durchhaltevermögen und Geduld. Wenn es aber darauf ankommt, sind es Schnelligkeit, Konsequenz und Zielstrebigkeit. Außerdem sollte man noch gut rechnen können!

5. Was sind deine wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen gewesen?

Meine wertvollste Tat war, der nächsten Generation die Liebe an der Pflanze weiterzugeben! (Familienbetrieb seit 1904 – ich bin 4. Generation; die 5. arbeitet schon mit!)

6. Was kommt in Zukunft auf deine Branche zu? Welche Entwicklungen siehst du?

Die Zukunft unserer Branche sehe ich sehr optimistisch. Der eigene Garten, das eigene Gemüse, die Erholung im eigenen Garten haben in den letzten Jahren spürbar an Wertigkeit gewonnen. Wir helfen unseren Kunden bei der Umsetzung ihrer Wünsche.

7. Was soll der Staat an Rahmenbedingungen verändern?

Ich denke aber, dass die Zukunft jedes Handwerkbetriebes dadurch erschwert wird, dass wir sehr, sehr hohe Lohnkosten haben (die wir letztlich an den Endverbraucher weiterverrechnen müssen)

Es ist für viele Personen schlichtweg nicht mehr leistbar, sich einen Handwerker ins Haus zu holen!

Der Staat sollte endlich das umsetzen, was er seit 20 Jahren verspricht: eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit und gleichzeitig eine höhere Besteuerung beim Großen Kapital!

Es ist nicht einzusehen, warum jemand mit Aktien, Wertpapieren und Ähnlichem große Gewinne macht und diese kaum besteuert werden, während Lohn und Lohnnebenkosten so hoch besteuert werden!

Ich verstehe auch nicht, warum große Konzerne wie Amazon, Google oder Facebook vergleichsweise viel weniger Steuern abliefern müssen wie ich (ein Unternehmer, der Arbeitsplätz schafft oder erhält).

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at