Olympische Spiele in China: Der 15. Februar für die österreichischen AthletInnen: GASSER HOLT ERNEUT GOLD

SNOWBOARD  15 Februar 2022 Peking

Wie schon vor vier Jahren in Pyeongchang sicherte sich Anna Gasser bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille im Big Air. Die Kärntnerin zeigte drei lupenreine Sprünge und setzte sich mit 185,5 Punkten gegen die neuseeländische Favoritin Zoi Sadowski Synnott und die Japanerin Kokomo Murase durch.

In einem unglaublich spannenden Bewerb fiel die endgültige Entscheidung über den Sieg erst beim dritten und letzten Sprung. Anna Gasser war von Beginn an auf Medaillenkurs und lag nach zwei von drei Sprüngen hinter der großen Favoritin Zoe Sadowski Synnott auf Rang zwei. Im Finaldurchgang zeigte die Kärntnerin einen grandiosen Cap Double Cork 1200, den sie erstmals in einem Wettbewerb sprang, erhielt 95,50 Punkte und setzte die Führende Neuseeländerin noch einmal richtig unter Druck. Diese konnte Gasser mit ihrem letzten Sprung nicht mehr von der Spitze verdrängen und musste sich am Ende 8,5 Punkte hinter der Österreicherin mit der Silbermedaille begnügen.

Foto: GEPANach dem dritten und letzten Sprung kannte der Jubel bei Anna Gasser keine Grenzen.

„Ich kann es noch gar nicht glauben. Ich habe den letzten Sprung so hart trainiert, dass ich ihn hier zeigen konnte, und ich bin einfach überglücklich. Ich war heute gar nicht so nervös vor diesem Bewerb, denn ich habe gewusst, ich muss mein Bestes zeigen und werde mein Bestes geben. Ich wäre auch glücklich mit einem dritten oder zweiten Platz gewesen und sogar, wenn ich Vierte geworden wäre, hätte ich damit leben können. Dass das heute mit einem Sieg belohnt wird, ist ein Wahnsinn und ich freue mich einfach sehr.“

Anna Gasser

SKI ALPIN  15 Februar 2022 Peking

HÜTTER BESTE ÖSTERREICHERIN IN DER ABFAHRT.

Die neue Abfahrtsolympiasiegerin in Peking 2022 heißt Corinne Suter. Die Schweizerin jubelte nach einer von oben bis unten sauberen und vor allem schnellen Fahrt vor den beiden Italienerinnen Sofia Goggia und Nadia Delago über ihre erste Olympische Goldmedaille. Die österreichischen Speed-Damen konnten heute nicht um die Medaillen mitfahren. Als beste Österreicherin belegte Cornelia Hütter (+1,48 sec.) Rang sieben.

Für die erste Richtzeit in der zunächst aufgrund der wechselnden Windverhältnisse um eine halbe Stunde verschobenen Damenabfahrt sorgte Nadia Delago mit Startnummer elf. Die Führung der Italienerin hielt allerdings nur kurz, denn nur zwei Läuferinnen später zauberte Sofia Goggia eine weitere Bestzeit in den chinesischen Schnee. Hinter der bisher besten Abfahrerin in dieser Saison stand vor dem Start noch ein großes Fragezeichen, da ihre Teilnahme an den Olympischen Spielen nach einem schweren Sturz bei der Weltcup-Abfahrt Cortina d’Ampezzo lange Zeit nicht sicher war. Goggia präsentierte sich gewohnt angriffslustig und übernahm zunächst die Führung, ehe Corinne Suter mit Startnummer 15 die Zeit der Italienerin noch einmal um 16 Hundertstel unterbieten konnte und sich damit erstmals in ihrer Karriere zur Olympiasiegerin krönte.

Die österreichischen Damen hatten heute mit der Medaillentscheidung wenig zu tun. Beste Österreicherin war Cornelia Hütter, die mit einem Rückstand von 1,48 Sekunden Rang sieben belegte.

„Mir hat es getaugt, dass ich mich vom Training her steigern konnte. Es war ein solides Rennen. Ich habe versucht, mich klein zu machen, aber habe gleich gespürt, das es schwierig wird, dass ich schneller werde. Es hat heute nicht funktioniert, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meinem Siebenten.“ Cornelia Hütter

Einen Platz hinter ihrer Teamkollegin landete Mirjam Puchner mit einem Rückstand von 1,58 Sekunden auf Rang acht. Die Silbermedaillengewinnerin im Super-G hatte vor allem mit den Verhältnissen zu kämpfen.

„Wohlgefühlt habe ich mich heute gar nicht. Es hat ein wenig die Spannung gefehlt und ich tue mir bei diesem Schnee, wenn es so brutal hart ist, ein wenig schwer. Aber eineinhalb Sekunden tun schon ziemlich weh.“

Mirjam Puchner

Ramona Siebenhofer (+1,94 sec.) und Tamara Tippler (+2,52 sec.) belegten die Ränge 12 und 19.

BIATHLON  15 Februar 2022 Peking

ÖSV HERREN-STAFFEL AUF RANG ZEHN

Das Olympische Staffelrennen der Herren endete mit einem Sieg der norwegischen Mannschaft. In einem extrem dramatischen Wettkampf lag zunächst das Team des russischen Olympischen Komitees bis zum letzten Schießen fast mit einer Minute Vorsprung an der Spitze des Feldes, ehe Schlussläufer Eduard Latypov mit zwei Strafrunden den Sieg nochmal aus der Hand gab. Am Ende jubelte das norwegische Quartett in der Formation Sturla Holm Laegreid, Tarjei Boe, Johannes Thingnes Boe und Vetle Sjaastad Christiansen mit insgesamt sieben Nachladern und einer Strafrunde über die Goldmedaille. 27,4 Sekunden dahinter schnappte sich die Mannschaft aus Frankreich Silber. Bronze ging an die schon sicher geglaubten Sieger aus Russland (+45,3 sec.).

Österreichs Mannschaft in der Formation David Komatz, Simon Eder, Felix Leitner und Harald Lemmerer belegte mit insgesamt acht Nachladern und zwei Strafrunden Rang zehn. Der Rückstand auf Norwegen betrug am Ende 3:41,7 Minuten.

Rennverlauf:

David Komatz zeigte zu Beginn eine solide Leistung. Nach zwei Fehlschüssen liegend gelang Österreichs Startläufer eine fehlerfreie Stehendserie und er übergab als Zwölfter (+53,3 sec.) an Simon Eder.

„Das Tempo in der ersten Runde war gar nicht so hoch, wie erwartet. Liegend hatte ich einen Fehlschuss in der Serie und das Problem war, dass ich den ersten Nachlader leider nicht getroffen habe. Dadurch habe ich eine Lücke zu den vorderen Läufern aufgerissen und musste die zweite Runde ganz allein laufen. Aber das Gefühl war heute nicht schlecht und ich konnte in der letzten Runde noch einmal richtig draufdrücken.“

David Komatz

Nach einem fehlerfreien ersten Schießen näherte sich Eder wieder den Spitzenplätzen an und konnte ein wenig Zeit gutmachen. Beim Stehendschießen bekam es Österreichs Routinier allerdings mit schwierigen Windverhältnissen zu tun und benötigte neben zwei Zusatzpatronen auch viel Zeit, um die fünf Scheiben abzuarbeiten. Zur Halbzeit platzierte Eder Österreich auf Rang acht (+1:53,7 min.).

„Ich habe heute probiert, so lange dranzubleiben, wie es geht. Auf dem letzten Kilometer ist dann tatsächlich noch etwas übriggeblieben und es hat mir wirklich getaugt, dass ich mich noch zu Tarjei Boe herankämpfen konnte. Liegend hatten wir genau den Wind, wie beim Einschießen. Stehend war es allerdings schwierig und ich glaube, es haben alle gekämpft.“

Simon Eder

NORDISCHE KOMBINATION  15 Februar 2022 Peking

ÖSV-KOMBINIERER VERPASSEN EDELMETALL

Österreichs Nordische Kombinierer haben beim letzten Einzelbewerb in Peking eine Medaille verpasst. Der Bewerb von der Großschanze endete mit einem norwegischen Doppelsieg durch Joergen Graabak und Jens Oftebro, Bronze ging an den Japaner Akito Watabe. Lukas Greiderer und Johannes Lamparter landeten auf den Rängen fünf und sechs.

Nicht ganz nach Wunsch lief es für Österreichs Nordische Kombinierer beim Olympia-Bewerb von der Großschanze. Franz-Josef Rehrl (+1:12), Mario Seidl (+1:21) und Johannes Lamparter (+1:27) belegten im Springen auf der HS140-Schanze die Plätze sechs bis acht und gingen damit allesamt mit mehr als einer Minute Rückstand in die Loipe. Lukas Greiderer landete auf Position elf (+1:48).

Überragend agiert im Sprungbewerb Top-Favorit Jarl Magnus Riiber: Der Norweger segelte direkt aus der Corona-Quarantäne auf beeindruckende 142 Meter und ging mit 44 Sekunden Vorsprung auf Kristjan Ilves (EST) und Ryota Yamamoto (JPN) ins 10 Kilometer-Rennen.

In der Loipe entwickelte sich bei nahezu unmenschlichen Temperaturen von minus 20 Grad Celsius ein spannendes Rennen. Auch weil sich Topfavorit Jarl Magnus Riiber nach etwa zwei Kilometern in der Loipe verlief, durch dieses Missgeschick seinen Zeitpolster einbüßte und am Ende nur Achter wurde. Gold ging am Ende überraschend an den Norweger Joergen Graabak, der sich nach einer sensationellen Aufholjagd im Schlusssprint vor Landsmann Jens Oftebro (+0,4) und dem Japaner Akito Watabe (+0,6) durchsetzen konnte.

Aus österreichischer Sicht kämpfte vor allem Johannes Lamparter lange Zeit um eine Medaille mit. Im Finish gingen dem Weltcupführenden aus Tirol, der letztlich mit 18 Sekunden Rückstand Sechster wurde, allerdings die Kräfte aus. Bester Österreicher wurde einmal mehr Lukas Greiderer. Der Bronzemedaillengewinner von der Normalschanze verbesserte sich mit einer starken Laufleistung noch von Rang 11 aus dem Springen auf Platz fünf (+11,8 sec.). Franz-Josef Rehrl (11.) und Mario Seidl (13.) komplettierten das tolle Mannschaftsergebnis, das große Hoffnung für den abschließenden Teambewerb am Donnerstag macht.

Foto: GEPAJohannes Lamparter kämpfte in der Loipe lange Zeit um eine Medaille mit, am Ende musste sich der Tiroler mit Rang sechs begnügen.

STIMMEN

„Es war mega hart. Es ist so kalt, dass man gar nichts mehr spürt. Aber es ist gut gegangen, Top 5 – das passt schon. Graabak ist echt irre, keine Ahnung, was mit dem heute los war. Ich habe schon gesehen, der hat heute was vor. Die zwei Norweger haben einen ordentlichen Zug gemacht. Hut ab, Mega-Leistung.“ (Lukas Greiderer, 5.)

„Es tut grad richtig weh. Und mir ist echt kalt, die Finger tauen gerade auf. Das schmerzt momentan am meisten. Ich habe wahrscheinlich zu früh attackiert, aber ich habe mich gut gefühlt. Die hinten haben gut zusammengearbeitet. Ohne Einzelmedaille heimzufahren tut natürlich weh, aber ich bin erst 20 Jahre und werde noch Chancen bekommen.“ (Johannes Lamparter, 6.)

„Heute war es extrem zach. Ich wollte es einfach langsam angehen, aber Jo hat voll angedrückt. Für mich war es dann bis zum Schluss ein Überlebenskampf.“ (Franz Josef Rehrl, 11.)

„Wir haben alles probiert. Die Ausgangsposition nach dem Springen war nicht rosig. Mit diesem dramatischen Rennverlauf war aber noch alles möglich. Hintenraus ist Johannes das Gas ausgegangen. Leider hat es am Ende nur für die Ränge fünf und sechs gereicht.“(Cheftrainer Christoph Eugen)

Quelle: ÖSV

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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