Meisterschaftsauftakt Bundesliga: Red Bull Salzburg gewinnt in Wien gegen RAPID mit 2: 1

KAMPF IM KLASSIKER ALS BESTANDENE GENERALPROBE

TORSCHÜTZEN: STOJKOVIC (17.) BZW. AARONSON (64.), OKAFOR (77.)

Quelle: FC RED BULL SALZBURG

Wie schon im Cup gegen den LASK zeigen wir beim Frühjahrsauftakt der ADMIRAL Bundesliga gegen Rapid echte Comeback-Qualitäten. Wir entscheiden das von kompromisslosen Zweikämpfen geprägte, rassige Spiel in Wien mit 2:1 für uns und treten die Heimreise mit drei Punkten im Gepäck an.

SPIELBERICHT

Es hätte so schön starten können. Unsere Roten Bullen rund um den vermeintlichen Torschützen Rasmus Kristensen jubelten schon über das 1:0, da griff der Video Assistant Referee ein und entschied auf Abseits(12.). Wenig später kippte das Momentum total: Nach einem Freistoß der Gastgeber setzte sich Filip Stojkovic im Strafraum ab und schraubte sich in die Höhe. Philipp Köhn konnte nichts mehr ausrichten (17.).

Der Schwung, den wir in den Minuten zuvor immer mehr aufgenommen hatten, war damit vorerst dahin. So mutig die Wiener in die Partie gestartet waren, so sehr zogen sie sich nach der Führung zurück. Knapp 70 Prozent Ballbesitz unsererseits sprachen eine deutliche Sprache, nur leider kam dabei nur wenig Konkretes zustande. Rapid suchte gar nicht erst den eleganten Weg nach vorne, sondern räumte alles ab, was nur ansatzweise in die Nähe der Gefahrenzone kam.

Bis zur Schlussphase des ersten Spielabschnitts gehörten zwei Abschlüsse aus der Ferne zu den wenigen Highlights. Einmal versuchte es Nicolas Capaldo (28.), doch er setzte seinen Schuss zu hoch an. Deutlich näher dran war Brenden Aaronson in Minute 38, allerdings fehlte auch ihm seitlich ungefähr ein halber Meter. Richtig nah am Ausgleich waren wir schließlich keine 100 Sekunden vor Ende des ersten Durchgangs. Eine Maßflanke von Max Wöber fand Karim Adeyemi. Sein Abschluss ans rechte Außennetz wirkte auf den ersten Blick schon wie ein Treffer, der Jubel war aber vergeblich (43.).

Man muss zugeben, uns fehlte bisweilen die Präzision: Kein einziger unserer Schüsse in Hälfte eins ging auf das Gehäuse von Rapid-Keeper Paul Gartler. Für den zweiten Spielabschnitt war aber Besserung angesagt.

Eines vorweg, die zweiten 45 Minuten brachten gleich mehrfach Grund zur Freude mit sich. Nici Seiwald feierte nach seiner Knie-OP im Jänner nämlich sein Blitzcomeback (57.) und auch Junior Adamu kehrte nach seiner Verletzungspause wieder zurück aufs Grün (74.). Doch für heitere Stimmung musste vor allem eines her: Tore.

In Minute 62 war Adeyemi schon nah dran. Seinen Kopfball konnte Rapid-Schlussmann Gartler in letzter Sekunde entschärfen. Nur wenig später war es aber endlich so weit: Noah Okafor suchte wie so oft mit seinem Gegenspieler das Eins-gegen-Eins und ging außen vorbei. Die Hereingabe kam scharf, flach und präzise. Aaronson rauschte aus dem Rückraum heran und schob zum 1:1 ein (64.).

Die Hütteldorfer fanden nach einem Freistoß wenig später ihre beste Chance der zweiten Hälfte vor, ansonsten gehörte die Partie uns! Drei Minuten nach seiner Einwechslung folgte schon der große Auftritt von Offensivflitzer Adamu. Mit einer Finte der Kategorie Weltklasse ließ er seinen Gegenspieler meterweit hinter sich. Der ÖFB-Youngster bewies anschließend Übersicht und bediente Okafor in der Mitte punktgenau auf den Fuß, der uns per feinstem Direktabschluss die Führung verschaffte (77.).

Diese drei Punkte sollte Rapid uns nicht mehr nehmen. Wir kontrollierten den Ball, und auch den letzten Sturmlauf der Gastgeber überstanden wir unbeschadet. Es folgte der Schlusspfiff – ein verdienter Sieg im Klassiker und eine bestandene Generalprobe vor dem UCL-Kracher am kommenden Mittwoch!

STATEMENTS:

Matthias Jaissle:

Wir sind richtig gut in die Partie gekommen, auch mit 1:0 in Führung gegangen. Der Treffer ist uns dann aberkannt worden und im Gegenzug macht Rapid aus einer Standardsituation das 1:0. Dann wurde Rapid defensiver und wir wurden zu kopflos, wir waren zu wild unterwegs. In der zweiten Halbzeit war’s dann aber wieder richtig gut, wir haben Dominanz ausgestrahlt und am Ende auch verdient gewonnen.

Noah Okafor:

Wir haben alles reingeworfen! Es war kein einfaches Spiel, aber im Endeffekt nehmen wir die drei Punkte mit. Bei meinem Tor macht’s Junior super. Ich habe gelauert und bin im Vollsprint Richtung ersten Pfosten gegangen, dann muss ich nur noch den Fuß reinhalten. Ich bin extrem froh über den Sieg, ein Riesenkompliment an die ganze Mannschaft! Jetzt sind wir ready fürs Spiel am Mittwoch.

Karim Adeyemi:

Das war ein klares Kampfspiel, es ging in viele Richtungen. Am Schluss waren wir dominanter, haben unsere Chancen reingemacht und dann verdient gewonnen. Die erste Halbzeit war zwar nicht so gut, danach haben wir aber gezeigt, dass wir einen Rückstand drehen können.

AUFSTELLUNG

WECHSEL

Seiwald für Capaldo (57.), Adamu für Adeyemi (74.), Tijani für Bernede (74.)

GELBE KARTEN

Wöber (52./Unsportlichkeit), Bernede (64./Unsportlichkeit), Camara (68./Foul)

NICHT EINSATZBEREIT

Bernardo (Knie), Junuzovic (Ferse), Koita (Knie), Okoh (Knie), Sesko (Oberschenkel)

Fotos: Red Bull/Getty Images

Tabelle

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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