Tag des Europäischen Notrufs

Um den sogenannten EURO-Notruf 112 noch bekannter zu machen, wurde im Jahr 2009 der 11.2. als „Tag des Europäischen Notrufs“ ins Leben gerufen. Anlässlich dieses Tages zieht die steirische Polizei rund um das Thema Notruf & Co Bilanz und informiert, wann und wie man den Notruf wählen sollte.

Sie ist die einheitliche Notrufnummer in der gesamten Europäischen Union (EU) und kann im Notfall selbst bei gesperrten Mobiltelefonen (ohne PIN bzw. Guthaben) kostenfrei gewählt werden – die 112. Sie wurde 1991 eingerichtet und schrittweise in allen EU-Ländern etabliert. In den meisten Ländern ergänzt sie die bestehenden nationalen Notrufnummern.

Wählt man die 112, so kommt man direkt zur Landesleitzentrale (LLZ) der Polizei. Dort, wo sonst auch die herkömmlichen Polizei-Notrufe (133) aus dem gesamten Bundesland ankommen, nehmen speziell ausgebildete Polizistinnen und Polizisten als erster Kontaktpunkt (Public Safety Answering Point – PSAP) die Anliegen der Menschen auf. Sollten diese nicht unmittelbar oder nicht nur die Polizei betreffen, so erfolgt eine sofortige und direkte Weiterleitung an andere Einsatzorganisationen wie beispielsweise Rettung oder Feuerwehr.

ELKOS: Die Antwort auf die Digitalisierung der Gesellschaft

Möglich macht diese bereichsübergreifende Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen das sogenannte Einsatzleit- und Kommunikationssystem – kurz ELKOS. Damit kommt bundesweit ein einheitliches System zur Anwendung, mit dem alle Notrufe professionell und rasch abgearbeitet werden können. Es verkürzt somit die Rettungskette und sorgt, dank modernster Technik, für einen effizienten Austausch zwischen Anrufer und Einsatzorganisationen.

LLZ Steiermark – die (zertifizierten) Pioniere am Notruf 

Eingeleitet wurde diese österreichweite Revolution bei der Notrufannahme bereits Ende 2018 in der Steiermark, als die steirische Polizei als erstes Bundesland damit begann, landesweit 13 Leitstellen (pro Bezirk eine) zu einer einzigen modernen Landesleitzentrale (LLZ) in Graz zusammen zu führen. Dabei gesammelte Erfahrungen bei der Etablierung des neuen Systems kamen ganz Österreich zu Gute. 2019 folgte eine sukzessive bundesweite Ausrollung auf ganz Österreich, bei der insgesamt 99 Leitstellen auf neun Landesleitzentralen (pro Bundesland eine) zusammengeführt wurden. Diese Pionierarbeit der Steirer mündete am Tag des Europäischen Notrufs im Vorjahr (2021) in einer ISO-Zertifizierung aller neun Leitstellen der Polizei. Damit war die österreichische Polizei innerhalb der EU das erste Land mit einem bundesweit einheitlichen und zertifizierten IT-System (ELKOS) zur Notruf-Bearbeitung.

Bilanz 2021: Bis zu 1.900 Anrufe am Tag

Der LLZ Steiermark obliegt unter anderem die Disposition sämtlicher Streifendienste sowie die Koordination von Einsätzen in der gesamten Steiermark – und das rund um die Uhr (24/7/365). Allein im Vorjahr (2021) gingen insgesamt über 562.300 Anrufe bei der steirischen LLZ ein, durchschnittlich 79 % davon am Notruf 133 bzw. 112. Daraus wurden in Summe über 171.700 Einsätze disponiert. Knapp 40 Prozent dieser Einsätze betrafen die Landeshauptstadt Graz sowie den Bezirk Graz-Umgebung. Im Jahres-Durchschnitt bedeutete dies in etwa 470 Einsätze pro Tag. Den Höhepunkt mit 775 Einsätzen an nur einem Tag bildete der 30. Juli 2021. Grund dafür war ein außergewöhnliches Unwetter im Großraum Graz. Allgemein zählte der Juli mit den meisten Anrufen und Einsätzen statistisch gesehen zum arbeitsintensivsten Monat der steirischen Polizei. 

Doch wann & wie wähle ich den Notruf?

Um die Vorteile des ELKOS auch ideal nutzen zu können ist es erforderlich, beim Bedarf des polizeilichen Einschreitens vor Ort ausschließlich die Notrufnummer 133 (bzw. 112) – und nicht die Nummer der nächsten Polizeiinspektionen – zu wählen. Nur so kann eine möglichst effiziente Koordinierung des Einsatzes erfolgen und für rasche Hilfe durch die nächstgelegene Polizei-Streife gesorgt werden. Darüber hinaus ist es beim Absetzen eines Notrufs wichtig, nach Möglichkeit Ruhe zu bewahren und die sogenannten W-Fragen zu beantworten. Erfahrungsgemäß stellt in Stresssituationen vor allem die Bekanntgabe der Örtlichkeit immer wieder eine große Herausforderung dar, dabei ist vor allem diese Information für die rasche Hilfeleistung ein wesentliches Kriterium.

Die sogenannten W-Fragen:

  • Wer ruft an?
  • Was ist passiert?
  • Wo sind sie?
  • Wie viele Leute sind betroffen?

Und besonders wichtig: Nicht auflegen!

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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