Olympische Spiele in China: Der 8. Februar für die österreichischen AthletInnen – 2 Mal Olympiagold

SKI ALPIN  08 Februar 2022 Peking

Mit einer unfassbar starken Leistung krönte sich Matthias Mayer im heutigen Super-G zum Olympiasieger und sorgte damit für die erste österreichische Goldmedaille bei den Winterspielen in Peking 2022. Nur 0,04 Sekunden dahinter schnappte sich Ryan Cochran-Siegle Silber. Bronze ging an den Norweger Aleksander Aamodt Kilde (+0,42 sec.). Der Kärntner ist damit ab heute dreifacher Olympiasieger.

Bei strahlendem Sonnenschein gelang Matthias Mayer auf dem schwierigen Kurs in Yanqing eine echte Traumfahrt, an die sich vor allem im unteren Teil der Rest des Feldes die Zähne ausbiss. Mit Startnummer 13 distanzierte der 31-Jährige zunächst den zu diesem Zeitpunkt in Führung liegenden Norweger Kilde um fast eine halbe Sekunde, ehe der Amerikaner Ryan Cochran-Siegle direkt nach Mayer nur hauchdünn die Bestzeit verpasste.

„Ich war heute wirklich sehr locker drauf. Ich habe mich nur auf meine Fahrt konzentriert und habe gewusst, es passt alles, was ich in der Vorbereitung gemacht habe. Nur 4 Hundertstel vor Ryan (Anm. Cochran Siegle) ist eine wirklich knappe Geschichte. Es war ein schwieriger Lauf, man musste instinktiv attackieren und es musste viel zusammenpassen. Die Fahrt heute war sehr gut.“

Matthias Mayer

Für Mayer ist es nach Abfahrtsgold in Sotschi 2014 und Super-G Gold in Pyeongchang 2018 die bereits dritte Goldmedaille seiner Karriere. Das schaffte zuvor in Österreich nur Ski-Legende Toni Sailer. Mit insgesamt dreimal Gold und einmal Bronze ist Matthias Mayer ab heute Österreichs erfolgreichster Alpiner Skirennläufer bei Olympischen Winterspielen

Zweitbester Österreicher war heute Vincent Kriechmayr auf Rang fünf. Der amtierende Super-G-Weltmeister zeigte eine solide Fahrt, auf Bronze fehlten dem Oberösterreicher am Ende 0,34 Sekunden. Max Franz und Raphael Haaser schieden beide im oberen Teil des Rennens aus.

„Ich habe mich eigentlich sehr gut gefühlt. Ich bin glaube ich bis zur Mittelstation ein sehr gutes Rennen gefahren. Im Steilhang hätte man vielleicht ein bisschen kompromissloser fahren können und da finde ich vielleicht ein, zwei Zehntel. Aber in Summe habe ich es unten verloren und im Flachen einfach zu viel Zeit liegen gelassen.“

Vincent Kriechmayr

NOWBOARD  08 Februar 2022 Peking

KARL KRÖNT SICH ZUM OLYMPIASIEGER

Benjamin Karl hat seine unfassbar erfolgreiche Karriere heute mit Olympia-Gold im Parallelriesentorlauf in Peking gekrönt. Der Niederösterreicher setzte sich im großen Finale gegen den Slowenen Tim Mastnak durch und jubelte damit über seine dritte Olympiamedaille, die erste in Gold. Bronze ging an den Russen Victor Wild.

Karl setzte sich im Achtelfinale gegen den Bulgaren Radoslav Yankov durch und behielt anschließend auch im Viertelfinale gegen Landsmann Alexander Payer die Überhand. Nach seinem Sieg im Halbfinale gegen Roland Fischnaller war dem 36-Jährigen bereits eine Medaille sicher. In einem packenden Finale gegen Tim Mastnak behielt Benjamin Karl die Nerven, zeigte eine enorm starke Leistung und sicherte sich am Ende Olympiagold. Sichtlich gerührt bedankte sich der fünffache Weltmeister zuallerst bei seiner Familie.

„Danke, Mama! Danke meiner Familie! Danke allen Partnern, die mich unterstützen. Das ist ein Lebenprojekt, Olympiasieger zu werden. Das habe ich mir als Zehnjähriger auf einen Zettel geschrieben.“

Benjamin Karl

SNOWBOARD  08 Februar 2022 Peking

ULBING GEWINNT SILBER

Die Kärntnerin Daniela Ulbing jubelte heute beim Snowboard Parallelriesentorlauf in Peking über ihr erstes olympisches Edelmetall. Die Weltmeisterin von 2017 musste sich erst im Finale der tschechischen Alleskönnerin Ester Ledecka geschlagen geben, die damit ihren Titel von Pyeongchang 2018 verteidigen konnte. Bronze ging an die Slowenin Gloria Kotnik.

Ulbing fuhr in der Qualifikation auf Rang sieben und bekam es im Achtelfinale mit der Kanadierin Megan Farrell zu tun. Nach ihrem Sieg setzte sich die 23-Jährige im Viertelfinale auch noch gegen die Deutsche Ramona Hofmeister durch und stieg damit ins Halbfinale auf. Den endgültigen Finaleinzug und die damit verbundene sichere Medaille fixierte die Kärntnerin mit dem Sieg gegen Gloria Kotnik aus Slowenien.

Im großen Finale um die Goldmedaille hielt Ulbing lange mit der Tschechin Ledecka mit, musste sich aber nach einem schweren Fehler knapp geschlagen geben. Silber glänzte für die Kärntnerin dennoch wie Gold.

„Der Moment am Podium hat mich schon sehr gerührt. Ich genieße es gerade wirklich. Für solche Momente fährt man schlussendlich, wenn man zeigen kann, was man draufhat und wenn man für die harte Arbeit belohnt wird, ist das schon sehr cool.“

Daniela Ulbing

Julia Dujmovits ging als fünftbeste der Qualifikation in die anschließenden Finalläufe. Die Olympiasiegerin von Sotschi 2014 setzte sich zunächst im Achtelfinale gegen Patrizia Kummer durch, musste aber im Viertelfinale nach einem schweren Fehler der Niederländerin Michelle Decker den Vortritt lassen. Am Ende belegte die Burgenländerin Rang sechs.

BIATHLON  08 Februar 2022 Peking

LEITNER BESTER ÖSTERREICHER IM EINZEL

Bei der ersten Biathlon-Einzelentscheidung der Herren im Zuge der Olympischen Winterspiele in Peking belegte Felix Leitner über die 20 km als bester Österreicher Rang 16. Der Tiroler überzeugte vor allem mit einer starken Schießleistung und leistete sich im gesamten Rennen nur einen Fehlschuss. Auf der Loipe konnte der Tiroler jedoch nicht ganz mit der Spitze mithalten und der überquerte am Ende mit einem Rückstand von 2:54,3 Minuten die Ziellinie.

„Schießen kann ich eigentlich nicht besser und von dem her war es heute am Schießplatz ein Top-Rennen von mir. Beim Laufen sind heute viele Faktoren, die nicht gestimmt haben, zusammengekommen. Ich hatte körperlich sicher nicht meinen besten Tag und auch sicher nicht das beste Material“, so Felix Leitner nach dem Rennen.

An der Spitze schnappte sich Quentin Fillon Maillet seine erste Olympische Goldmedaille. Mit einer großartigen Performance auf der Loipe war der Franzose trotz zweier Strafminuten heute nicht zu schlagen. Silber ging mit Anton Smolski an den Überraschungsmann der diesjährigen Biathlon-Saison. Der Belarusse traf alle 20 Schüsse ins Schwarze und belegte mit einem Rückstand von 14,8 Sekunden Rang zwei. Bronze schnappte sich der Norweger Johannes Thingnes Boe (+31,1 sec.), der sich wie der heutige Sieger zwei Fehschüsse leistete.

Simon Eder sorgte mit Rang 20 für das zweitbeste österreichische Ergebnis des heutigen Tages. Der Salzburger musste nach zwei fehlerfreien Schießeinlagen zu Beginn am Ende zwei Strafminuten in Kauf nehmen und schaffte es mit einem Rückstand von 3:22 Minuten noch in die Top-20. David Komatz (+5:26,7 min./3 Strafminuten) und Harald Lemmerer (+6:35,3 min./ 4 Strafminuten) belegten die Ränge 45 und 57.

Quelle: ÖSV

Rodeln

TOLLE TEAM-LEISTUNG BLEIBT UNBELOHNT

Kunstbahn / 08.02.2022 

Österreichs Rodel-Damen verpassen im Olympiaeiskanal von Yanqing eine Medaille, überzeugen aber mit einer bärenstarken Mannschaftsleistung. Madeleine Egle wird undankbare Vierte, Hannah Prock und Lisa Schulte und folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Natalie Geisenberger ließ im Einsitzer-Bewerb der Damen nach ihrer Halbzeitführung nichts mehr anbrennen. Die Deutsche stellte in Lauf drei einen neuen Bahnrekord auf und fixierte im Anschluss mit Rang zwei ihren dritten Olympiasieg in Folge. Damit schreibt Geisenberger Sport-Geschichte. Die vierfache Einzel-Weltmeisterin, die am 5. Februar ihren 34. Geburtstag feierte, ist die erste Rodlerin überhaupt, der dieses Kunststück gelang. Geisenbergers Landsfrau Anna Berreiter rodelte auf Rang zwei, Bronze ging an Tatyana Ivanova (ROC).

Madeleine Egle, die mit einem Kippsturz beim gestrigen Auftakt denkbar schlecht in die Entscheidung gestartet war, beendete ihre Aufholjagd auf Rang vier. Die fünffache Saisonsiegerin kam heute auf die Ränge fünf und drei, am Ende fehlten der Rinnerin drei Zehntel auf Bronze. Auch Hannah Prock gelang im technisch herausfordernden Olympia-Eiskanal im National Sliding Center von Yanqing eine blitzsaubere Leistung.Die 22-Jährige, die in allen vier Läufen in die Top-9 rodelte, belegte 15 tausendstel Sekunden hinter Egle Rang sechs. Lisa Schulte wusste bei ihrem Olympia-Debüt ebenfalls voll zu überzeugen. Die 21-Jährige, die gestern im ersten Durchgang mit Rang drei aufhorchen ließ, erzielte heute zweimal die sechstschnellste Zeit.

Stimmen:

Madeleine Egle:
„Mir ist ein guter Abschluss gelungen, das war mir wichtig. Wenn man von Platz 17 noch auf Rang vier vorfährt, kann man schon auch zufrieden sein. Bei Olympischen Spielen und vier Läufen muss eben alles passen, aber ein vierter Platz ist sicher nichts Schlechtes.“

Hannah Prock:
„Ich freue mich sehr über den fünften Platz, bin total happy und dankbar, dass ich hier teilnehmen durfte. Unsere Gedanken waren heute auch ein bisschen bei Yannick, ich hoffe, dass er bald wieder bei uns ist. Thomas und Lorenz haben morgen sicher sehr gute Chancen, wir werden auf alle Fälle mitfiebern und fest die Daumen drücken.“

Lisa Schulte:
„Ich bin emotional total überwältig, hätte mir vor der Saison nicht ausgerechnet, dass ich bei den Olympischen Spielen Rang sechs erreiche. Klar sind die Fehler, die mir unterlaufen sind, ärgerlich, aber am Ende überwiegt ganz klar die Freude über das Abschneiden. Die anderen waren besser, das muss man akzeptieren, ich gönne jedem den Erfolg.“

ERFOLGREICHER EINGRIFF

Yannick Müller, der im Training der Doppelsitzer mit Partner Armin Frauscher zu Sturz kam und sich dabei einen offenen Bruch des linken Unterarms zugezogen hat, wurde in der Nacht auf Dienstag noch vor Ort operiert. Der Eingriff wurde im Peking University Third Spital vorgenommen und verlief erfolgreich, der gebrochene Unterarm musste an drei Stellen fixiert werden. Müller muss zumindest 48 Stunden im Spital bleiben, verläuft alles nach Wunsch, könnte der 22-jährige Vorarlberger am Donnerstag zur Mannschaft zurückkehren.

Damit wird am Mittwoch mit Thomas Steu und Lorenz Koller nur ein österreichischer Schlitten im olympischen Doppelsitzer-Bewerb am Start sein. Das Duo, das im Training mit fünf Bestzeiten aufzeigte, zählt neben den Konkurrenz aus Deutschland, Lettland und Italien zu den absoluten Medaillenfavoriten. Der Bewerb, der wie im Weltcup in zwei Läufen entschieden wird, startet um 13.20 Uhr/MEZ.

Quelle: Rodelverband

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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