Olympische Spiele in China: Der 7. Februar für die österreichischen AthletInnen

SKI ALPIN  07 Februar 2022 Peking

MAYER HOLT BRONZE IN DER ABFAHRT

Matthias Mayer hat bei der ersten Entscheidung der Alpinen in Peking eine Medaille gewonnen. Der 31-jährige Kärntner landete in einem echten Abfahrts-Krimi hinter dem Schweizer Beat Feuz und dem Franzosen Johan Clarey (+0,10 sec.) auf Rang drei. Auf seine dritte Goldmedaille fehlten Mayer lediglich 16 Hundertstelsekunden.

„Es war eine super Fahrt und ist ein großartiges Ergebnis. Ich möchte Beat zum Olympiasieg und Johan zur Silbermedaille gratulieren. Oben habe ich leider zu viel Zeit verloren, aber ich bin sehr zufrieden mit Platz drei, es fühlt sich toll an.“ (Matthias Mayer)

Warum Mayer immer bei Olympischen Spielen abliefert, kann er sich selbst nicht erklären. „Ich habe schon versucht, auf dieses Rennen hinzutimen. Das Material war sehr gut abgestimmt, die Linie hat gepasst. Es war eine gute Entscheidung, das Rennen von gestern auf heute zu legen. Es war ein faires Rennen.“

Mit Vincent Kriechmayr, der mit Startnummer 1 auf Rang acht landete, und Max Franz (9.) schafften es zwei weitere Österreicher in die Top-Ten, für Daniel Hemetsberger reichte es nach verpatzter Fahrt nur für Rang 21.

ERGEBNIS ABFAHRT HERREN

FREESKI  07 Februar 2022 Peking

ÖSV-DAMEN VERPASSEN BIG AIR FINALE

Lara Wolf und Laura Wallner haben die Qualifikation für das Olympia-Finale im Big Air klar verpasst. Wolf belegte am Montag unter 25 Starterinnen Platz 21, ihre Tiroler Landsfrau Wallner musste sich mit dem 23. Platz begnügen. Beide haben im Slopestyle noch einen weiteren Einsatz.

Wolf sprang im Training als erste Frau einen „Switch Double Misty 12 Safety“, stand diesen aber im Contest bei langsameren Schneeverhältnissen zweimal nicht. Da die besten zwei von drei Versuchen in Summe zählen, war vor dem dritten bereits die Final-Quali dahin. „Ich habe lang auf das hintrainiert, speziell auf den Trick. Ich war bereit und kann ihn eigentlich. Natürlich habe ich mir mehr erwartet“, sagte die 21-Jährige nach ihrem zweiten Olympiaeinsatz

SKI ALPIN  07 Februar 2022 Peking

TRUPPE VERPASST HAUCHDÜNN RTL-MEDAILLE

Foto: GEPAKatharina Truppe zeigte eine super Leistung, am Ende verpasste die Kärntnerin knapp eine Medaille.

Katharina Truppe hat im Riesentorlauf der Damen nur um acht Hundertstel eine Medaillen-Überraschung verpasst. Die 26-jährige Kärntnerin landete nach zwei tollen Läufen auf dem undankbaren vierten Platz . Gold ging an die Schwedin Sara Hector.

Die dreifache Weltcup-Saisonsiegerin aus Schweden lag bereits nach dem ersten Durchgang in Führung und behielt auch bei ihrer finalen „Goldfahrt“ die Nerven. Silber ging an die Italienerin Federica Brignone (+0,28 sec.). Lara Gut-Behrami (SUI) gelang mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang noch der Sprung auf das Podest (+0.72 sec.).

Nur 8 Hundertstelsekunden dahinter landete Katharina Truppe auf Rang vier. Zur Halbzeit war die Kärntnerin noch auf Silberkurs gelegen.

„Es ist gerade sehr bitter. Ich bin lange nicht mehr so gut Riesentorlauf gefahren. Im Weltcup würde ich mich freuen, bei Olympischen Spielen tut es aber schon weh. Ich war im zweiten Lauf nicht mehr ganz so locker wie im ersten, unten war vielleicht etwas zu wenig Risiko dabei. Eine muss aber Vierte werden, heute war ich es.“ (Katharina Truppe)

Die Vorarlbergerin Katharina Liensberger, die in beiden Läufen nicht fehlerlos blieb, belegte Rang 15. Die Steirerin Ramona Siebenhofer (Halbzeit-19.) scheiterte im zweiten Durchgang kurz vor dem Ziel, schon im ersten Lauf war die Tirolerin Stephanie Brunner ausgeschieden.

ERGEBNIS RIESENTORLAUF DAMEN

SNOWBOARD  07 Februar 2022 Peking

BITTER: SCHÖFFMANN MUSS IN QUARANTÄNE

Das Olympiadebüt von Snowboarderin Sabine Schöffmann fällt aus. Die 29-Jährige Medaillenhoffnung, die vor vier Jahren ihren Olympiastart wegen eines Wadenbeinbruchs verpasst hatte, wurde in China positiv auf das Coronavirus getestet.

Aufgrund der stark schwankenden CT-Werte hatte man bis zuletzt zugewartet. Der PCR-Test Montagfrüh brachte aber nicht das erhoffte Ergebnis. Damit musste die Kärntnerin, die sich zuletzt in absoluter Topform befand, einen Tag vor dem Olympia-PGS in Zhangjiakou den Weg ins Quarantänehotel antreten.

FREESKI  07 Februar 2022 Peking

SVANCER UND BACHER VERPASSEN BIG AIR FINALE

Die heutige Qualifikation für das Freeski-Big Air Finale kommenden Mittwoch verlief aus österreichischer Sicht leider nicht nach Wunsch. Sowohl Mitfavorit Matej Svancer als auch Daniel Bacher konnten heute nicht ihre besten Sprünge in den Schnee zaubern und verpassten damit einen Platz im großen Finale der besten 12.

Vor allem für Shootingstar Matej Svancer, der in dieser Saison beide Big Air-Bewerbe im Weltcup gewinnen konnte, kommt das Aus in der Qualifikation überraschend. Der gebürtige Tscheche, der erst seit dieser Saison für Österreich an den Start geht, galt im Vorfeld als potentieller Medaillenkandidat. Bereits der erste Sprung verlief aus Sicht des erst 17-Jährigen allerdings nicht ideal und nachdem er beim zweiten Sprung zu Sturz kam, waren alle Chancen auf das Finale bereits vor dem dritten und letzten Durchgang dahin. Am Ende belegte Svancer Rang 26.

„Jeder der hier mitfährt, will ins Finale. Es kann immer alles passieren. Ich habe mir keinen Druck gemacht. Das einzige, was mich unter Druck setzt, sind Menschen die in Insta-Nachrichten schreiben, dass ich eh Gold hole. Ich bin noch ein kleiner Junge, der da mit den ,Big Dogs’ mitfahren kann. Ich bin erst 17.”, sagte Svancer.

Daniel Bacher lieferte ein ordentliches Olympia-Debüt. Der Tiroler, der erst spät für den Einsatz im Big Air-Bewerb nominiert wurde, zeigte eine solide Leistung und belegte Rang 21.

BIATHLON  07 Februar 2022 Peking

HAUSER ÜBER 15 KM AUF RANG 17

Mit dem 15 km Einzelrennen der Damen stand heute bei den Olympischen Winterspielen in Peking die erste Biathlon-Einzelentscheidung auf dem Programm. Dabei belegte Lisa Hauser als beste Österreicherin Rang 17. Die Tirolerin startete mit einer fehlerfreien Liegendserie optimal in das Rennen, musste jedoch bei den weiteren drei Schießeinlagen jeweils einen Fehlschuss in Kauf nehmen. Drei Strafminuten waren am Ende zu viel, um entscheidend in den Medaillenkampf eingreifen zu können. Die 28-Jährige überquerte schlussendlich mit einer gute Laufleistung und einem Rückstand von 2:23,3 Minuten die Ziellinie.

„Die Top-Ten wären natürlich cool gewesen, aber mit schlussendlich drei Schießfehlern hat man bei einem Einzelrennen nicht viel mitzureden. Prinzipiell bin ich aber mit diesem Rennen nicht unzufrieden und es stimmt mich eigentlich sehr zuversichtlich. Ich konnte leider die recht guten Windverhältnisse am Schießstand nicht so ganz ausnutzen und meine Stärke nicht wirklich zeigen. Von dem her ist das natürlich ein wenig schade, aber ich glaube, gerade was das Laufen betrifft, war das heute ein ganz gutes Rennen von mir.“

Lisa Hauser

Gold ging heute an Denise Herrmann. Die Deutsche leistete sich insgesamt nur einen Schießfehler und krönte sich damit erstmals in ihrer Karriere zur Olympiasiegerin. 9,4 Sekunden dahinter jubelte die Französin Anais Chevalier Bouchet mit ebenfalls einem Fehlschuss über die Slibermedaille. Bronze ging mit Marte Olsbu Roeiseland an die bisherige Saison-Dominatorin. Die Norwegerin überquerte mit zwei Strafminuten und einem Rückstand von 15,3 Sekunden als Dritte die Ziellinie.

Zweitbeste Österreicherin war heute Katharina Innerhofer. Die Salzburgerin belegte mit vier Strafminuten und einem Rückstand von 3:57,3 Minuten Rang 26. Julia Schwaiger (4:29,5 min./ 3 Fehlschüsse) und Anna Juppe (8:37,0 min./ 8 Fehlschüsse) landeten auf den Plätzen 31 und 75.

„Läuferisch war das heute sicher eines der härtesten Rennen, die ich jemals gelaufen bin. Die Bedingungen waren beinhart. Mit vier Fehlern am Schießstand muss ich zufrieden sein, weil es bisher in dieser Saison noch nie so gut gelaufen ist. Von dem her war es heute ein passables Rennen von mir“, so Katharina Innerhofer.

SKISPRINGEN   07 Februar 2022 Peking

ÖSTERREICH BEI CHAOTISCHEM MIXED-BEWERB FÜNFTER

Der Mixed-Team-Bewerb auf der Normalschanze endete für das österreichische Skisprung-Quartett in der Formation Daniela Iraschko-Stolz, Stefan Kraft, Lisa Eder und Manuel Fettner mit einer Enttäuschung. Trotz teilweise guter Sprünge beendete eine Disqualifikation von Österreichs Startspringerin Daniela Iraschko-Stolz schon früh jegliche Medaillenchancen. Auch andere Favoriten ereilte ein ähnliches Schicksal. Gold schnappte sich souverän das Team aus Slowenien.

Der Medaillenkampf beim ersten Skisprung-Teamwettkampf bei den Olympischen Spielen wurde zu einem großen Teil bei der Materialkontrolle entschieden. Neben Daniela Iraschko-Stolz wurde auch die Japanerin Sara Takanashi im ersten Durchgang aufgrund eines regelwidrigen Anzuges disqualifiziert. Während die Teams aus Österreich und Japan dennoch die Qualifikation für den zweiten Durchgang schafften, erwischte es die Mannschaft aus Deutschland noch schlimmer. Katharina Althaus wurde nach der Materialkontrolle ebenfalls vom Bewerb ausgeschlossen und Deutschland verpasste damit als Neunter sogar das Finale. Im zweiten Durchgang erwischte es anschließend auch noch Anna Odine Stroem und Silje Opseth und damit verlor auch Norwegen die bereits sicher geglaubte Medaille.

Im zweiten Durchgang betrieb das österreichische Team Schadensbegrenzung. Aufgrund der vielen Disqualifikationen war eine gute Platzierung wieder in Reichweite und vor allem Stefan Kraft und Lisa Eder brachten das Quartett immer weiter nach vorne. Schlussspringer Manuel Fettner, der am Vortag die Silbermedaille gewinnen konnte, klassierte das österreichische Team am Ende mit einem starken 102 m Sprung auf Rang fünf.

„Für mich ist der Frust vielleicht ein bisschen besser verdaubar, nachdem was gestern passiert ist. Trotzdem tut mir das ganze Team natürlich leid. Aber so ist der Sport – man verliert zusammen als Team und man gewinnt zusammen als Team und heute haben wir halt verloren.“

Manuel Fettner

An der Spitze jubelten in diesem völlig chaotischen Bewerb komplett unerwartete Nationen. Hinter dem souveränen Team aus Slowenien (Nika Kriznar, Timi Zajc, Ursa Bogataj, Peter Prevc) schnappte sich das Team des Russischen Olympischen Comites die Silbermedaille. Bronze ging sensationell an die Mannschaft aus Kanada.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


error: (c) arf.at