Bürgermeister der Region kritisieren Lawinengalerie bzw. Handhabung der Ampelanlage. Wackelt Zustimmung zum Leitspital?

Am Grimming gab es am 2.2. vormittags einen Lawinenabgang, die Staublawine wälzte sich  über die Tunnelröhre zwischen Tauplitz und Unterburg. Unmittelbar darauf folgten Beschwichtigungsversuche, die auch die meisten Medien übernahmen. Ein weiteres, späteres Video zeigt: Viele hatten großes Glück, denn die Ampel war während des Abganges auf Grün geschalten. Recherchen des ARF haben in weiterer Folge ergeben, dass diese Ampel nur dann von der Straßenmeisterei auf Rot geschaltet wird, wenn eine entsprechende Weisung aus Graz kommt. Offenbar haben das viele nicht gewusst, auch nicht die Firma, die das Lawinenradar installiert hat und betreibt. Der Geschäftsführer von  IBTP Koschuch meint dazu:  Wir waren der Meinung, dass die Anlage durchgeschalten ist. Bei unseren anderen Kunden ist so eine Anlage für die Saison Nov-Mai für Lawinen, Mai-Oktober für Muren oder ganzjährig für Steinschlag aktiv und in Betrieb, das ist auch unsere Empfehlung.“

Bürgermeister Klaus Neuper, Bad Mitterndorf

Ich darf da in der Geschichte etwas zurückgehen: bei einer internen Sitzung wegen des neuen Leitspitals hat der damalige LHStv. Michael Schickhofer gefordert, dass für ihn nur ein Leitspital im Ennstal in Frage kommt, wenn die Zufahrtswege sicher sind. Daher forderte er eine Verlängerung der Lawinengalerie auf der Klachau. Dem Land sei nämlich sehr wohl bewusst, dass diese seinerzeit zu kurz geraten sei! Diese bauliche Veränderung fordere ich noch immer, nicht nur aus dem o.a. Grund! Aber bekanntlich hat man Schickhofer leider nicht die entsprechende Unterstützung gegeben.

Bürgermeister Franz Frosch, Bad Aussee

„Aus Sicht der Stadtgemeinde Bad Aussee stellt sich die Situation völlig unbefriedigend dar, weil auf der B 145 als wichtigste Verkehrsverbindung unserer Region eine gesicherte Fahrt gewährleistet sein muss.  Daher müssen Maßnahmen zur Vermeidung solcher Situationen ergriffen werden.

Bürgermeister Gerald Loitzl, Altaussee

Nicht nur die Bevölkerung des Ausseerlandes, sondern alle Benutzer der B 145 müssen sich darauf verlassen können, dass technische Einrichtungen, die der Sicherheit dienen sollen, auch funktionieren bzw. in Betrieb sind. 

Im Hinblick auf das geplante Leitspital wirft diese neue Situation auch zusätzliche Fragen auf. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die einen solchen Vorfall ausschließen. Die Zufahrt zum Leitspital muss jederzeit gewährleistet sein. Es zeigt auch, dass weiterhin eine Grundversorgung für die Bürgerinnen und Bürger des Steirischen Salzkammergut und die Gäste dieser Region unbedingt erforderlich und notwendig ist.

Bürgermeister Franz Steinegger, Grundlsee

Zunächst ist das wichtigste, dass niemanden etwas passiert ist und das nötige Glück samt Schutzengerl für die Betroffenen bereit gestanden sind. 

Wie aus den Medien zu lesen war wurde das Ampel-Sicherheitssystem offensichtlich bewusst nicht eingeschaltet.

Ich denke, dass dies ein Fehler war, der keinesfalls noch einmal passieren darf.

Es werden scheinbar nun Maßnahmen getroffen, damit sich so etwas nicht wiederholen kann.

Ob die Lawinengalerie verlängert werden sollte ist aus meiner Sicht eine Frage der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Lawinenkommissionen und der Straßenbauabteilungen im derzeitigen Ressort Vize LH Anton Lang.

Dort müssen die Entscheidungen getroffen werden, wobei es aus meiner Sicht garantiert sein muss, dass es keine Situation geben darf in der die Klachau wegen Lawinengefahr gesperrt wäre. Lawinen kann man, im Gegensatz zu Steinschlag,  Windwurf oder Hochwasserereignissen relativ gut einschätzen und damit auch gefahrenfrei machen. Daher sollte zumindest die Lawine in der Klachau für die Bundesstraße gefahrenfrei gemacht werden und garantiert werden, dass sie zu keinem Zeitpunkt eine Behinderung der Bundesstraße darstellen kann.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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