Vor den Vorhang: Erich Diechtl von der Fleischhauerei Diechtl ist der ARF – Unternehmer der Woche

In unserer Serie ARF – UnternehmerIn der Woche stellen wir diesmal Erich Diechtl vor. Die Fleischhauerei wird von ihm in 2. Generation geführt, auch seine beiden Söhne sind im Betrieb tätig.

1. Kannst du deinen bisherigen Lebensweg kurz darstellen?

Erich Diechtl hat sein Handwerk von 1983 bis 86 in Bischofshofen erlernt, weitere Stationen in Kitzbühel und in Augsburg (hier lernte er vor allem die Wurstproduktion) folgten. 1997 übernahm er den elterlichen Betrieb in einer Zeit, als sein Vater Bürgermeister wurde. Damit begannen diverse Veränderungen, z.B. der Bau einer neuen Selchanlage, 2002 wurde ein neues Stüberl und eine umgebaute Küche in Betrieb genommen, ein umliegendes Gebäude in ein Sporthaus umgestaltet und vermietet. Auch die Produktion wurde vor 2 Jahren erneuert. Ein Sohn hat bereits die Meisterprüfung gemacht und steht mit beiden Beinen im Betrieb, der andere lernt Fleischhauerei und Koch und steigt vielleicht ebenfalls in den Betrieb ein. Oberstes Prinzip ist, Produkte aus der Region zu verarbeiten. Fische und Wild kommen auch aus dem eigenen Zuchtbetrieb. Damit erreicht man bei Fleisch – und Wurstwaren höchste Qualität. Aushängeschild ist der GRIMMINGSPECK.

2. Wie groß ist dein Betrieb?

Derzeit sind zwischen 12 und 15 MitarbeiterInnen im Betrieb beschäftigt inklusive Produktion, Service…

3. Was ist deine Motivation, Unternehmer zu werden, gewesen?

Die Motivation ist Erich in die Wiege gelegt worden. Sein Vater hat ihm das Unternehmertum vorgelebt, nicht das Jammern sei das Credo gewesen, sondern Anpacken. Wenn etwas mit Freude gemacht wird, lohnt es sich auch in einem doppelten Sinn. Sein Bruder ist allerdings beruflich einen anderen Weg gegangen und hat seine Berufung im Management gefunden. Insgesamt ist es aber wichtig, dass die gesamte Familie in den Betrieb eingebunden ist. Seine Frau macht die Buchhaltung, sein Vater (Jahrgang 1940) arbeitet nach wie vor mit und erfreut sich bester Gesundheit und ungebrochener Agilität.

4. Welche Eigenschaften muss deiner Meinung nach ein Unternehmer haben?

Motivation, Anpacken, mit Freude arbeiten, flexibel sein, Innovationsbereitschaft, …..

5. Was sind deine wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen gewesen?

Als Erich den Betrieb übernommen hat, gab es in Österreich das große „Fleischhauereisterben“. Ohne Modernisierung hätte man nicht überlebt. Das neue Stüberl war eine sinnvolle Erweiterung, auch die Modernisierung des Verkaufs unerlässlich. Auch das Zugehen auf Wirte und Hotels mit Waren von hoher regionaler Qualität war sinnvoll und hat das Einkaufen heimischer Tourismusbetriebe in Großbetrieben zurückgedrängt.

6. Was kommt in Zukunft auf deine Branche zu? Welche Entwicklungen siehst du?

Das Sterben der Fleischhauereibetriebe wird anhalten, aber mit Qualitätsstandards schaffen es diejenigen, die darauf setzen. Entscheidend ist auch, dass man Fachkräfte bekommt, besonderes Augenmerk gilt den Landwirtschaftsschulen. Wichtig ist auch, dass man die MitarbeiterInnen betriebsintern weiter ausbildet.

7. Was soll der Staat an Rahmenbedingungen verändern?

Die Bürokratie muss zurückgeschraubt werden, alleine für den Selchvorgang sei eine Dokumentation von 6 Schritten zu machen. Außerdem wäre ein Steuererleichterung sehr sinnvoll.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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