Hannes Androsch: Rede anlässlich der Verleihung des Ehrenriges durch das Land Steiermark

Ehrenringverleihung des Landes Steiermark

26. Jänner 2022, Aula der Alten Universität, Graz

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann, lieber Hermann,

sehr geehrter Herr Landeshauptmann-Stellvertreter, lieber Anton,

sehr geehrte Mitglieder des Landesregierung,

liebe Familienmitglieder,

liebe Freunde,

liebe Mitgestalter und Mitstreiter,

geschätzte Festgäste,

meine Damen und Herren!

Jeder von uns freut sich über Wahrnehmung, Wertschätzung und Anerkennung. Dies sind wir dann immer auch unseren Mitmenschen schuldig. Eine Ehrung ist Ausdruck besonderer Wertschätzung und Anerkennung. Daher freut mich diese hohe Ehrung des Landes Steiermark und die damit zum Ausdruck gebrachte Anerkennung ganz besonders. Ich erhalte sie als Einzelperson, ich möchte sie aber auch verstanden wissen, wie ein Kapitän bei der Entgegenahme eines Pokals für die gesamte Mannschaft. Denn Erfolge erzielt niemand allein. Es sind immer mehrere, die dazu beigetragen haben. Von der Familie, über die Freunde, bis vor allem zu den zahlreichen Mitstreitern und Mitgestaltern. Alle haben sie mit ihrem Einsatz an verschiedenen Standorten in der Steiermark zu mehrfachen Erfolgen beigetragen und dies in vielfältiger Ausprägung – von Fehring über Graz nach Leoben bis Altaussee. Damit ist dies zugleich eine Ehrung für Sie alle. Ich möchte daher auch Ihnen allen meinen großen Dank zum Ausdruck bringen. Die Ehrung gilt aber auch dem Land Steiermark und seinen Vertretern selbst. Sie haben in mehrfacher Weise all die Vorhaben und Aktivitäten immer wieder in großzügiger Weise unterstützt. Daher gilt auch ihnen mein großer Dank.

Es liegt in der Natur ehrender Anerkennung, dass sie sich auf die Vergangenheit bezieht. Sie sollte aber ebenso Ansporn sein, an die Zukunft zu denken und sie erfolgreich zu gestalten. Das bisher Erreichte gibt uns dafür das nötige Selbstvertrauen. Selbstvertrauen und Zuversicht sind gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit von größter Bedeutung. Immer noch hat uns die Coronapandemie in Geiselhaft und beansprucht nahezu alle Aufmerksamkeit, alle Anstrengungen sind auf die Bewältigung und Überwindung gerichtet. Unter derartigen lähmenden Umständen kommen alle anderen Aufgaben und Herausforderungen zu kurz. Umso wichtiger ist es geworden, an den Morgen nach der Pandemie zu denken und uns auf die Zukunftsbewältigung zu konzentrieren. Dazu gehört zunächst, die Folgen und Schäden in den verschiedensten Bereichen zu beseitigen. Schon vor der Pandemie galt es, Rückschläge zu überwinden, gefährliche Entwicklungen einzudämmen und neue Entwicklungen zu fördern. Die Pandemiekrise hat davon vieles verstärkt und wichtiges beschleunigt. Dies beginnt bei der Notwendigkeit, die Erderwärmung einzudämmen und die Umweltverschmutzung zu beseitigen, der demografischen Veränderungen Rechnung zu tragen und die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters zu nutzen, wie ihre Gefahren zu bannen. Wir müssen den geopolitischen Bedeutungsverschiebungen und Veränderungen der Machtverhältnisse ebenso Rechnung tragen wie alles tun, die Zielsetzungen, wie sie die UNO formuliert hat, zu verwirklichen. Diese Veränderungen, Umbrüche und Umwälzungen erfordern gewaltige Anstrengungen, um die Chancen zu nutzen und benötigen große Anstrengungen, die möglichen Gefahren einzudämmen. Die Energiepreisexplosion und Gefährdung der Versorgungssicherheit sowie die damit verbundenen erhöhten Lebenserhaltungskosten und betrieblichen Kostensteigerungen sind dafür nur ein aktuell brennendes Beispiel. Jedenfalls müssen wir uns vorbereiten, dass die gegenwärtige Pandemie nur der Anfang eines Jahrhunderts von Pandemien, also eines Zeitalters des Virozäns sein könnte.

Umso mehr ist es nötig, das Bildungssystem zeitgemäß auszurichten, der veränderten Arbeitswelt mit zunehmender Arbeitskräfteknappheit Rechnung zu tragen sowie Sicherheit in allen Bereichen, vor allem der Gesundheit, Altersversorgung und Alterspflege, verbunden mit der Schaffung von sozialem Ausgleich. Dies erfordert eine leistungsfähige Wirtschaft und richtig verstandene solide öffentliche Finanzen sicherzustellen. Dass dies in vielen Bereichen möglich ist, zeigt sich in der Steiermark als mehrfacher Universitäts- und Forschungsstandort sowie einer Vielzahl international erfolgreicher Unternehmungen vor allem auch im Bereich der Mikroelektronik. Sie alle beweisen, was in Österreich möglich ist und in noch größerem Ausmaß sein könnte.

Was wir im wechselseitigen Verständnis und enger Zusammenarbeit für die Entwicklung der Steiermark und darüber hinaus ganz Österreich benötigen, ist ein Aufbruch in die Zukunft mit einem mutigen Modernisierungsschub. Dies umso mehr, als wir in einer unsicheren und gefährlichen Welt leben. Ein solcher erfordert Zusammenschau, Zusammenhalt und Zusammenarbeit, also eines breiten Schulterschlusses, um zu Ufern neuer besserer Normalität zu gelangen. Steiermark ist dafür beispielhaft. Mit dem Wunsch, erfolgreicher Fortsetzung und Ausdehnung auf die gesamte Republik, aber auch ganz Europa, bedanke ich mich noch einmal für die hohe Ehrung und Auszeichnung, mit allen guten Wünschen und einem kräftigen Glück Auf!

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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