VCÖ: SUV-Anteil bei Neuwagen hat sich in der Steiermark seit 2010 verdreifacht – Unterschiede zwischen den steirischen Bezirken

VCÖ: Kaufförderung für Plug-In Hybrid und E-Pkw reformieren

VCÖ (Wien, 21. Jänner 2022) – Der Anteil der SUV an den Neuwagen hat sich in der Steiermark seit dem Jahr 2010 von 13 auf 41 Prozent im Vorjahr verdreifacht. Den niedrigsten SUV-Anteil hat in der Steiermakr Graz vor Leoben und dem Bezirk Murtal, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Was auffällt: Drei Viertel der im Vorjahr neuzugelassenen Plug-In Hybride waren SUV. Und auch vier von zehn E-Pkw fallen in diese Kategorie. SUV haben einen höheren Energieverbrauch als vergleichbare herkömmliche Modelle. Weder für Plug-In Hybrid noch für E-Pkw mit hohem Energieverbrauch macht eine Kaufprämie aus Klimaschutzsicht Sinn, betont der VCÖ.

13.638 der insgesamt 33.239 im Vorjahr in der Steiermark neuzugelassenen Pkw waren SUV oder Geländewagen. Der Anteil der SUV kletterte auf 41 Prozent und war damit dreimal so hoch wie im Jahr 2010. „Auch wenn heute nicht mehr jeder SUV zwei Tonnen wiegt und es kleinere Modelle gibt: Das Problem ist, dass SUV mehr Energie benötigen als vergleichbare herkömmliche Modelle. Und das ist genau das Gegenteil davon, was es angesichts der sich verschärfenden Klimakrise braucht“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Der Trend zu größer, schwerer, PS-stärker geht einher mit einem weiterhin niedrigen Besetzungsgrad: Im Schnitt sitzen in 100 Autos lediglich 114 Personen, bei rund 90 Prozent der Autofahrten sitzt nur 1 Person im Auto, verdeutlicht die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Regional gibt es große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In Graz ist der SUV-Anteil mit rund 36 Prozent am niedrigsten, vor Leoben und den Bezirken Murtal und Bruck-Mürzzuschlag. Den höchsten SUV-Anteil hat der Bezirk Liezen mit bereits 56 Prozent.

Weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Zwar sind die Mehrheit der in der Steiermark neuzugelassenen SUV nach wie vor Benziner, Diesel oder konventionelle Hybrid-Pkw, aber bereits drei von zehn SUV sind ein Plug-In-Hybrid oder ein E-Auto. Und bei keinem Antrieb ist der SUV-Anteil so hoch wie bei Plug-In-Hybriden: Rund 76 Prozent der im Vorjahr neuzugelassenen Plug-In-Hybride sind SUV oder Geländewagen.

Plug-in-Hybride haben zusätzlich zum Verbrennungsmotor eine größere Antriebsbatterie. Sie weisen auf dem Papier niedrige CO2-Werte auf, doch in Wirklichkeit ist der CO2-Ausstoß laut internationaler Studie des Fraunhofer Instituts doppelt so hoch, bei Dienstwagen sogar drei- bis viermal so hoch, weil diese im Realbetrieb nur einen geringen Teil der Strecken elektrisch fahren. In Österreich wird der Kauf von Plug-In-Hybriden staatlich gefördert. „Die staatliche Förderung für den Kauf von Plug-In-Hybride ist auf Klimaschutzsicht nicht gerechtfertigt und sollte daher rasch beendet werden“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Aber auch bei der Kaufförderung der E-Pkw gibt es Reformbedarf. Derzeit werden E-Pkw bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro unabhängig von ihrem Energieverbrauch gefördert. Durch eine Herabsetzung der Grenze für den Kaufpreis auf 40.000 Euro könnte ein erster Schritt gesetzt werden, damit große Elektroautos mit höherem Energieverbrauch keine Förderung erhalten. Zudem sollten E-Pkw mit hohem Energieverbrauch nicht zur Gänze vom Sachbezug befreit sein, wenn sie privat als Firmenwagen verwendet werden.

„Auch für E-Pkw gilt: Übergewichtige und übermotorisierte Modelle haben einen höheren Energieverbrauch und damit eine schlechtere Umweltbilanz“, erinnert VCÖ-Experte Schwendinger. Das belegt auch eine Studie des Umweltbundesamts: Die CO2-Emissionen eines Kleinwagens (inklusive Herstellung) betragen bei österreichischem Strom-Mix 8,5 Kilogramm pro 100 Kilometer, E-Pkw der Oberklasse verursachen im Schnitt mit 15,7 Kilogramm fast doppelt so viel CO2. Zum Vergleich: Bei Diesel-Pkw sind es zwischen 23 Kilogramm (Kleinwagen) und 30 Kilogramm CO2 (Oberklasse).

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation, Christian Gratzer, (0699)18932695

VCÖ: Bereits drei von zehn SUV Plug-In Hybride oder E-Auto (Antriebe der im Jahr 2021 in der Steiermark neuzugelassenen SUV und Geländewagen, in Klammer Anzahl)

Benzin: 33,4 Prozent (4.556)
Diesel: 24,3 Prozent (3.309)
Nicht Plug-In Hybrid: 17,1 Prozent (2.327)
Elektro: 13,3 Prozent (1.817)
Plug-in Hybrid: 11,9 Prozent (1.628)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022

VCÖ: Drei Viertel der neuzugelassenen Plug-In-Hybride sind SUV (Anteil der SUV je Antrieb der im Jahr 2021 in der Steiermark neuzugelassenen Pkw) SUV-Anteil bei Plug-in Hybrid: 75,7 Prozent SUV-Anteil bei Diesel-Pkw: 43,9 Prozent

SUV-Anteil bei sonstigen Hybrid: 42,8 Prozent SUV-Anteil bei Elektro-Pkw: 39,8 Prozent

SUV-Anteil bei Benzin-Pkw: 33,6 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022

VCÖ: Niedrigster SUV-Anteil in der Steiermark im Vorjahr in Graz (Anteil SUV und Geländewagen an den Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2021, in Klammer Anzahl)

Graz: 35,7 Prozent (3.101)

Leoben: 37,8 Prozent (232)

Bezirk Murtal: 37,9 Prozent (615)

Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 38,4 Prozent (1.079)

Bezirk Graz-Umgebung: 38,5 Prozent (1.173)

Bezirk Weiz: 39 Prozent (1.050)

Bezirk Südoststeiermark: 39,4 Prozent (691)

Bezirk Leoben Land: 40,5 Prozent (385)

Bezirk Voitsberg: 41,5 Prozent (461)

Pol. Exp. Gröbming: 42,6 Prozent (179)

Bezirk Deutschlandsberg: 44,3 Prozent (583)

Bezirk Leibnitz: 44,4 Prozent (902)

Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 45,5 Prozent (964)

Bezirk Murau: 48,3 Prozent (295)

Bezirk Liezen: 55,7 Prozent (1.928)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2022

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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