Servus TV: Geisterstadt im Eis – Umweltkatastrophe unter Grönlands Gletschern?

Die als Raketenbasis von der US-Armee erbaute Kleinstadt „Camp Century“ liegt unter dem „ewigen“ Eis Grönlands. Der dort gelagerte radioaktive Abfall, 200.000 Liter Diesel und weitere hochgiftige Stoffe drohen eine Umweltkatastrophe auszulösen. „P.M. Wissen“ Moderator Gernot Grömer begleitet den Grazer Meteorologe Dr. Jakob Abermann, der die Umweltgefahren untersucht.
P.M. Wissen: Geisterstadt im Eis – Umweltkatastrophe unter Grönlands Gletschern?Do., 10.02., ab 20:15 Uhr
Wie bringt der Klimawandel giftige Altlasten zutage?
Ende der 1950er-Jahre begann die US-Armee unter strikter Geheimhaltung eine komplette Kleinstadt unter dem Eis Grönlands zu errichten: „Camp Century“. Dazu wurde ein rund drei Kilometer langes Tunnelsystem errichtet und beinhaltete alles, was man im Alltag so braucht: ein Friseursalon, ein Kino, eine Bücherei, Wohnungen. Die große Menge an benötigtem Strom kam aus einem der ersten mobilen Atomreaktoren. Ziel des Unterfangens: Eine sichere Raketenbasis im Falle eines Krieges mit der UdSSR. Rund fünf Jahre lang wurde Camp Century bewohnt. Doch die durch die Eismassen verursachten statischen Probleme waren zu gravierend. Die Folge: Das Lager wurde 1967 verlassen, der Reaktor abtransportiert. Seitdem ist der gesamte Komplex – inklusive einer enormen Menge an Abfall – unter einer über 30 Meter dicken Schnee- und Eisschicht begraben, darunter Atommüll, 200.000 Liter Diesel, sowie weitere hochgiftige Stoffe wie PCB.
Durch den Klimawandel und damit verbunden das Auftauen der über Camp Century liegenden Schneeschicht könnte nun all dies in die Umwelt gelangen. Eine internationale Forschungsexpedition, darunter der Grazer Meteorologe Dr. Jakob Abermann, hat 2017 begonnen, genau dies zu untersuchen und installierte vor Ort in Grönland ein Messsystem bestehend aus verschiedenen Klima-Sensoren und einem „Eis-Radar“. Welche Umweltgefahr geht von den Resten des Camps aus? Und wie könnte der hochgiftige und teils radioaktive Müll beseitigt werden?

Was wäre, wenn es keinen Schnee mehr gäbe?
Schnee. Im Winter bedeckt er durchschnittlich 46 Millionen Quadratkilometer der Erde. Das ist etwas mehr als die gesamte Fläche Asiens. Außerdem steckt das kalte Weiß auf dem gesamten Planeten in Eis- und Schneeflächen: in Gletschern, schwimmenden, teils Hunderten Meter hohen Eisflächen, Permafrost oder Meereis. Welchen Einfluss hat Schnee auf das Klima? Was wäre, wenn es weltweit keinen Schnee mehr auf der Erde gäbe? Und warum ist Schnee überlebenswichtig für die Menschheit?

Was zeichnet einen guten Fußballer aus?
Rund 50% aller Ballverluste auf dem Fußballfeld beruhen auf Fehlern in der Wahrnehmung, der Interpretation der Spielsituation oder der Entscheidung. Gefragt sind auf dem Spielfeld neben körperlicher Fitness und Talent vor allem Handlungsschnelligkeit und Reaktionsvermögen. Diese Erkenntnis fließt immer mehr in Trainingsinhalte ein, auch beim Nachwuchs. Die Red Bull Fußball-Akademie in Liefering nahe Salzburg ist eine der fortschrittlichsten Talentschmieden der Welt – unter anderen ist hier ein „Soccer Bot“ im Einsatz: Eine große 360-Grad-Video-Leinwand bildet Spielsituationen ab, auf die junge Fußballer mit echten Pässen auf die Leinwand reagieren müssen. Wie können Psychologen die Nachwuchskicker unterstützen? Wie lernen die Spieler, schneller Situationen einzuschätzen und Entscheidungen zu fällen? Und wie viel „Kopfsache“ ist Fußball heute? 

Wie hilft Kälte gegen Schmerzen?
Minus 110 Grad für drei Minuten: Eine Ganzkörper-Kryotherapie soll Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Das griechische Wort „kryo“ bedeutet kalt, eine Kryotherapie bezeichnet also den therapeutischen Einsatz von Kälte. Dafür begibt sich ein Patient nur mit Badesachen bekleidet in eine Kältekammer mit trockener Kälte. Welchen Einfluss haben die extremen Minustemperaturen auf den Körper und auf die schmerzverarbeitenden Areale des Gehirns? Wie lange hält der schmerzlindernde Effekt an? Für welche Erkrankungen ist die Kältetherapie geeignet? Und wie fühlt es sich an, mehrere Minuten in einer Kammer mit Minus 110 Grad zu verbringen? 
Camp Century in Grönland – ab 1958 begannen die Bauarbeiten für die Stadt unter Eis. Gräben wurden in Schnee und Firn gefräst, entstehen sollten 21 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 3 Kilometern. Mit gebogenen Stahlplatten wurden die Tunnel stabilisiert, anschließend wieder mit einer acht Meter dicken Schneeschicht bedeckt. Am Ende blieben nur die Ausstiegsluken an der Oberfläche sichtbar. 
© U.S. Army

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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